Empörung bei der Eintracht

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Rudelbildung nach der Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns.

Düsseldorf - Auch einen Tag nach dem Zweitliga-Spitzenspiel haben sich die Gemüter immer noch nicht beruhigt. Eintracht Frankfurt fühlt sich um den Sieg betrogen.

Packende Spielszenen, jede Menge Hektik, Platzverweise und ein umstrittener Elfmeter in der Nachspielzeit: Der Zweitliga-Gipfel zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt fand beim 1:1 zwar keinen Sieger, brachte aber viel Ärger und Gesprächsstoff. Bruno Hübner schnaubte wie ein wütender Stier. „Das ist eine Katastrophe, es war so ein lächerlicher Elfmeter", schimpfte der Sportdirektor des Fußball-Zweitligisten Eintracht Frankfurt mit lauter Stimme. Für gewöhnlich gehört Hübner nicht zu den Typen, die schnell in Rage geraten. Nach dem umstrittenen Strafstoß, der Fortuna Düsseldorf in der hektischen Nachspielzeit des Spitzenduells den Treffer zum 1:1 (0:0)-Endstand ermöglichte, tobte der 50-Jährige aber durch die Katakomben der Düsseldorfer Arena. Die Fortuna verteidigte durch das Remis die Tabellenführung - und genoss den Erfolg.

Frankfurt verfehlte indes trotz eines starken Auftritts den Sprung an die Spitze. Benjamin Köhler hatte die Hessen nach herausragender Vorarbeit von Alexander Meier in Führung gebracht (69.). Doch unmittelbar vor dem Abpfiff kam der eingewechselte Düsseldorfer Timo Furuholm in einem Zweikampf mit Eintracht-Profi Anderson zu Fall. Schiedsrichter Felix Brych ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, entschied nach Hinweisen seines Assistenten Jan Hendrik Salver aber doch auf Elfmeter. Jens Langeneke verwandelte zum Ausgleich (90.+1), ehe der Düsseldorfer Sascha Rösler mit provokanten Gesten tumultartige Szenen vor der Frankfurter Trainerbank auslöste.

Als Quittung sah Rösler die Gelb-Rote Karte (90.+2), beruhigen wollten sich die Frankfurter aber nicht. „In Düsseldorf sollten sich wegen solcher Szenen alle mal hinterfragen", sagte Hübner. Er sah die umstrittene Situation als Fortsetzung einer giftigen Debatte, die sich die Vertreter beider Vereine bereits in der Vorwoche lieferten.

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Eklat beim Spitzenspiel

Sein Trainer Armin Veh, der in Schlussphase von Brych aus dem Innenraum verwiesen wurde, wollte lieber gar nichts sagen und verweigerte sogar die Teilnahme an der obligatorischen Pressekonferenz. Veh hatte vor einigen Tagen den verbalen Schlagabtausch eröffnet und die Stimmung aufgeheizt, indem er Fortunas Torjäger Rösler und dessen Kollegen Fallsucht unterstellte. „Veh wollte exakt auf solche Situationen hinweisen, wie wir sie jetzt wieder gesehen haben", erklärte Hübner.

dpa

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