Neuzugang als Spielmacher

Geraldes bittet um Geduld: „Brauche noch ein bisschen Zeit“

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Neuzugang Franscisco „Chico“ Geraldes bittet um ein wenig Geduld: „Ich bin zum ersten Mal in der Bundesliga, da brauche ich vielleicht ein bisschen Zeit.“

Gais - Kevin Prince Boateng war in der letzten Saison der Chef bei Eintracht Frankfurt im Mittelfeld. Jetzt ist er weg. Die Verantwortung muss also auf verschiedene Schultern verteilt werden. Von Peppi Schmitt

Im aktuellen Kader stehen gleich drei andere Spielmacher - zwei, die schon länger dabei sind, einer, der neue dazugekommen ist: Da ist Jonathan de Guzman, einer der etwas defensiver ins Spiel kommt, da ist Marco Fabián, der sich weiter vorne hinter den Spitzen am wohlsten fühlt. Und da ist Neuzugang Franscisco „Chico“ Geraldes, der sich selbst als „Achter oder Zehner“ bezeichnet, also auch ein Spieler mit großen Offensivdrang. Den 23 Jahre alten Portugiesen haben die Frankfurter von Sporting Lissabon für ein Jahr ausgeliehen. Er kommt mit klaren Vorstellungen. „Ich will so viele Spiele machen wie möglich und ich will dem Team helfen“, sagt er.

Geraldes bittet aber auch um ein wenig Geduld. „Ich bin zum ersten Mal in der Bundesliga, da brauche ich vielleicht ein bisschen Zeit“, sagt er. Die spielerische Integration könnte also ein wenig dauern, hat er doch schon an den ersten Trainingstagen bemerkt, „dass es hier viel intensiver, viel körperlicher zugeht.“ Jetzt möchte er erst einmal die Vorstellungen des Trainers „verstehen“ und dann will er seien Stärken einbringen. „Ich habe ein gutes Passspiel, sehr vertikal und kann Vorlagen für die Stürmer liefern", sagt er. Also eher ein Vorbereiter als ein Knipser. Geraldes betritt Neuland, aber er betritt es mit viel Selbstvertrauen, schließlich habe er bei Sporting Lissabon gelernt. „Dort gibt es eine der besten Ausbildungen der Welt“, sagt er. Nicht als Fußballspieler könne man dort viel lernen, auch als Mensch komme man charakterlich weiter. Vorzeigeprofi der Sporting-Akademie ist ein gewisser Cristiano Ronaldo.

Eintracht Frankfurt im Trainingslager in Südtirol: Bilder

Dass es bei Sporting im letzten Vierteljahr chaotisch zugegangen ist, nachdem Hooligans das Trainingsgelände gestürmt, dabei den Spieler Bas Dost verletzt und eine Abwanderungswelle ausgelöst hatten, macht ihn traurig. „Das ist tragisch“, sagt Geraldes, „so etwas gab es noch nie und so etwas darf es nie mehr geben.“ In Frankfurt ist er weit entfernt von Chaos, gerade die menschliche Integration ist schon weit fortgeschritten. „Ich wurde toll aufgenommen, gerade von den Mexikanern, das sind lustige Jungs“, erzählt er, „das ist hier wie in einer großen Familie.“ Schon vor einem Jahr habe er vom Interesse der Eintracht erfahren, aber erst vor ein paar Wochen hat er sich mit Oberscout Ben Manga und Sportchef Fredi Bobic getroffen. Danach war es zum Transfer nicht mehr weit. „Sie wollten mich, ich wollte kommen“, sagt er kurz. Der „Bücherwurm“, der gerne Autobiografien liest, ist mit leichtem intellektuellem Gepäck angereist. Zum einen habe er nur zwei Taschen dabeigehabt, „und beim vielen Training kann ich auch nicht viel lesen.“

Bilder: Der Kader von Eintracht Frankfurt

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