Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic: „Die Spieler werden froh sein, dass sie Verträge haben“

Eintracht Frankfurt - Fredi Bobic
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Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt.

Die Gespräche mit Trainer Adi Hütter über eine mögliche Vertragsverhandlung wurden vertagt. Der Vertrag läuft noch bis 2021.

  • Weitere Gehaltseinbußen bei Eintracht Frankfurt?
  • Marktwerte der Spieler sinken
  • Bobic hofft auf baldige Fortsetzung des Spielbetriebs

Frankfurt - Fredi Bobic (48) hat die Spieler von Eintracht Frankfurt auf weitere Gehaltseinbußen vorbereitet. „Wir haben jetzt über die nächsten drei Monate gesprochen, aber die große Welle kommt erst noch“, sagte der Sportvorstand der Eintracht in einem Interview mit dem Kicker. Der Klub hatte sich mit seinen spielenden Angestellten auf einen Gehaltsverzicht von 20 Prozent für die Monate April, Mai und Juni geeinigt. Bobic geht davon aus, dass die Solidarität innerhalb des Vereins auch die Monate danach überdauern wird. Bobic: „Viele Profis werden Verträge mit Abschlägen für das nächste halbe Jahr akzeptieren.“

Eintracht Frankfurt: Marktwerte sinken

Dass die Marktwerte vieler Fußballspieler während und nach der Corona-Krise sinken, ist für den Boss der Eintracht ausgemachte Sache. „Es geht doch weniger um die Werte“, glaubt er, „Spieler werden vielmehr froh sein, dass sie Verträge haben.“ Die Eintracht sieht er in jeder Beziehung gut aufgestellt. Die Spieler in Frankfurt wüssten zu schätzen, „dass sie eine Verlässlichkeit vorfinden, auch wenn sie weniger verdienen.“ Dass alle Eckpfeiler des Teams, wie Torwart Kevin Trapp, die Abwehrspieler David Abraham und Martin Hinteregger, die Mittelfeldspieler Sebastian Rode, Stefan Ilsanker und Djbril Sow und die drei Stürmer Bast Dost, André Silva und Goncalo Pacienca, um nur einige zu nennen, über diese Spielzeit hinaus gebunden sind, trägt in der sportlichen Führung zur Beruhigung bei. „Wir haben schon jetzt eine schlagkräftige Mannschaft und haben deshalb gar nicht so viele Bauchschmerzen“, sagt Bobic, der davon ausgeht, dass auf dem Transfermarkt in diesem Sommer eher Flaute herrschen wird. Darauf sei die Eintracht eingestellt und plane „sehr konservativ“. Verkäufe und Käufe seien in dieser Planung „nicht vorgesehen.“

Zurückgestellt sind auch Verhandlungen über Verlängerung von Verträgen. Darunter fällt auch die wichtigste Personalie, jene von Cheftrainer Adi Hütter. Dessen Kontrakt läuft noch bis 2021. In „normalen“ Zeiten würde sich der Klub jetzt mit dem Österreicher über eine vorzeitige Verlängerung unterhalten, aktuell ist davon aber keine Rede. „Wir sind mit dem Trainer absolut zufrieden, das steht auf dem einen Blatt“, sagt Boss Bobic, „aber auch er hat, wie wir alle, die Ruhe weg, diese Dinge einen Tick später zu machen.“ Er sei dabei in guter Gesellschaft mit den Spielern. Alle hätten „das Feingefühl“, die eigenen Befindlichkeiten zurückzustellen. „Wenn wir Lust haben, miteinander weiterzuarbeiten, werden wir das auch tun, selbst wenn es später beschlossen wird“, sagt er, dies sei kein großes Problem und gelte für Trainer wie Spieler.

Eintracht Frankfurt: DFL arbeitet an Fortsetzung des Spielbetriebs

Bobic hofft, dass die Bundesliga den Spielbetrieb bald wieder aufnehmen darf. Die DFL arbeite an einem Paket, wie Spiele ohne Zuschauer konkret aussehen können und es werde sich zeigen, dass die Liga in der Krise einen „sehr professionellen Job“ gemacht habe. „Wir finden unsere eigenen kreativen Wege, die nichts mit einer Sonderbehandlung des Fußballs zu tun haben“, betont Bobic. Er persönlich sehe die Rückkehr in den Spielbetrieb auch aus Sicht der Sportler. „Ich freue mich erstmal, wenn wieder gekickt werden kann“, sagt er, „die Spieler fragen mich jeden Tag, wann es so weit ist.“ Dabei blickt er über den Tellerrand des Fußballs hinaus. „Wenn wir uns in Deutschland durch die gute Arbeit in der Politik, der Medizin und den Unternehmen als Erste Schritt für Schritt zurück in die Normalität bewegen könnten, wäre das ein positives Signal für den globalen Sport und würde Deutschland richtig nach vorne bringen“, glaubt er. 

von PEPPI SCHMITT

Unterdessen verzichten die Profis von Eintracht Frankfurt auf Gehalt in der Corona-Krise. Durch Corona stürzen die Marktwerte der Spieler von Eintracht Frankfurt in den Keller.

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