Haller, Boateng, Rebic und Jovic

Eintracht Frankfurt und die „gefürchteten Vier“

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Luka Jovic (links) und Kevin-Prince Boateng: Zwei der "gefürchteten Vier"

Frankfurt - In der Vorrunde hat die Frankfurter Eintracht ihre Punkte meist mit einer ausgeklügelten Defensive geholt. Die Ergebnisse waren knapp, oft 1:0, 2:1. Die Abwehr war ein Bollwerk, stabil und zuverlässig, nur schwer auszuspielen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die neue Stärke der Frankfurter, das hinzugekommene belebende Element ist die Offensive. Von Peppi Schmitt

Die Eintracht trifft jetzt auch, sie schießt schöne Tore und begeistert seit Jahresbeginn vor allem im eigenen Stadion ihre Zuschauer. Auf 38 Tore haben es die Frankfurter inzwischen gebracht, nachdem es zur Hälfte erst achtzehn waren. Von diesen 38 Treffern wurden 26 von vier Spielern erzielt. Und das sind die „gefürchteten Vier“:

Sébastien Haller (23) hat acht Tore geschossen und drei weitere vorbereitet. Der Franzose hat schon die Figur eines echten Mittelstürmers, 1,90 Meter groß, 82 kg schwer. Eine „Kante“, wie man in Deutschland sagt. Ihn alleine auf Wucht, Kraft und Durchsetzungsvermögen zu reduzieren, würde ihm Unrecht tun. Haller kann mehr als „nur“ Tore schießen. Er kann vor allem schöne Tore schießen. Mehr als einmal war er der „Akrobat“, so bei seinen Siegtreffern gegen Stuttgart per Seitfallzieher, Bremen per Direktabnahme und beim Hackentor gegen Schalke.

Kevin-Prince Boateng (31) ist am letzten Samstag beim 3:0 gegen Mainz sein sechstes Tor gelungen. Der „Prince“ ist der Anführer der Mannschaft, er ist der Stratege, er weiß, wann er was zu tun hat. Er lenkt das Spiel, ihm gehört der ganze Platz. „Kevin kann überall spielen“, sagt sein Trainer Niko Kovac. Boateng wurde schon als defensiver und offensiver Mittelfeldspieler eingesetzt, aber auch als Stürmer. Ziemlich häufig schickt Kovac ihn im Laufe der Begegnungen ein Stückchen weiter nach vorne. Für seinen Star hat der Eintracht-Coach eine neue Bezeichnung gefunden: „Die schleichende Neun“.

Ante Rebic (24) hat es auch schon auf sechs Tore gebracht. Das ist erstaunlich für den Kroaten, der in der gesamten vergangenen Saison nur zweimal getroffen hatte. Doch schon beim Pokalfinale in Berlin hatte er angedeutet, dass er den Unterschied ausmachen könnte. Das gelingt ihm jetzt immer öfter. Gegen Rebic zu spielen ist keine Freude, er ist hart, fürchtet sich vor Nichts und Niemandem. Manchmal schießt er übers Ziel hinaus im Zweikampf, er ist ein „Wehtuer“, ein Kraftpaket. Die Fans lieben ihn. Nach seiner Auswechslung gegen Mainz gab es „standing ovations“.

Eintracht-Zeugnis gegen Mainz 05

Luka Jovic (20) hat die wenigste Zeit gebraucht für sein halbes Dutzend Treffer, nur 567 Minuten. Der junge Serbe ist der geboren „Joker“, hat eine Figur wie der legendäre Gerd Müller, untersetzt, mit einem tiefen Körperschwerpunkt. Er kommt rein und ist sofort im Spiel, braucht keine Anlaufzeit. Jovic ist der Mann mit den dicksten Waden und dem feinsten Näschen. Einem Näschen für Torchancen und Tore. Das klappt übrigens auch, wenn er von Anfang an spielt, wie er gegen Mainz bewiesen hat. Im Derby hätte er noch häufiger treffen können. Es ist also noch Luft nach oben und das wiederum ist ein Versprechen für die Eintracht.

Der fünfte Trumpf

Marius Wolf (22) kommt an die vier besten Schützen (noch) nicht ran. Was daran liegen könnte, dass er die meiste Zeit der Saison als rechter Verteidiger unterwegs war. Seitdem er weiter vorne spielt, wird er auch immer gefährlicher. Auf vier Tore und beachtliche sieben Assists hat er sein persönliches Erfolgskonto geschraubt, ist damit fast genauso erfolgreich wie die „gefürchteten Vier“. Er ist der fünfte Trumpf in Kovacs Blatt.

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