Eintracht jetzt gegen Internazionale Mailand

Traumlos fürs Achtelfinale: „Das wird ein Erlebnis“

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Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht trifft im Achtelfinale der Europa-League auf den FC Internazionale Milano, kurz Inter Mailand. Das ergab die Auslosung in Nyon. Von Peppi Schmitt 

Das Hinspiel findet am 7. März in der Frankfurter Arena statt, das Rückspiel am 14. März im alt-ehrwürdigen Mailänder San-Siro-Stadion. „Das wird ein Erlebnis für uns“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, „wir wollen uns mit den Besten messen, jetzt ist es wieder so weit.“ Für Trainer Adi Hütter ist Inter nicht nur in diesem Duell der Favorit, „sondern auch auf den Titel“. Die Eintracht hat also wie in der Gruppenphase mit Lazio Rom und Olympique Marseille und in der ersten K.o.-Runde mit Schachtjar Donezk einen der stärksten Gegner erwischt. „Inter ist Favorit, aber Donezk war es auch“, sagt der Eintracht-Trainer ganz cool. Der Gegner hat großen Respekt. „Eintracht Frankfurt ist eine große Mannschaft mit einer großartigen Mentalität“, sagte Manager Javier Zanetti, „die Fans in Frankfurt sind wahnsinnig im positiven Sinne, das wird ganz schwer.“

Inter war in der Champions-League am FC Barcelona und bei Punktgleichheit knapp an Tottenham gescheitert, hat nun Rapid Wien mit 1:0 und 4:0 ausgeschaltet und steht aktuell auf dem dritten Platz der italienischen Serie A. Der bekannteste Spieler, Torjäger Mauro Icardi, sitzt derzeit wegen interner Querelen nur auf der Tribüne. Er hat sich mit Trainer Luciano Spaletti überworfen. Ein Wiedersehen werden die beiden kroatischen Vizeweltmeister Ante Rebic und Ivan Perisic feiern. „Man kann sich manchmal nur zwicken und sagen: Das ist echt cool, dass wir hier dabei sein dürfen“, sagte Frankfurts Sportboss Bobic, „alle, die mit dem Herzen bei der Eintracht sind, wissen, was das für den Klub bedeutet.“ Für seinen Vorstandskollegen Axel Hellmann ist es eine „Ehre“, dass die Eintracht als einziger Klub in der Europa-League die Bundesliga repräsentiert.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis fürs Rückrundenspiel gegen Donezk

Geschafft haben die Frankfurter dies mit einer fantastischen Leistung im Rückspiel gegen Donezk. Die Eintracht hatte nach dem 2:2 im Hinspiel mit 4:1-Sieg eine weitere Reifeprüfung bestanden und unter Beweis gestellt, dass sie neben fußballerischer Klasse auch mentale Qualitäten besitzt. „Europa beflügelt alle“, sagt der Trainer, der seinem Team erfolgreich einen „Plan B“ verordnet hatte. Kontrolliertes Abwehrverhalten gepaart mit leidenschaftlichem Angriffsspiel war das Rezept, das letztlich bis ins letzte Detail aufging. „Die Spieler haben das fantastisch umgesetzt“, gab Hütter das Lob an die Mannschaft weiter. Das ist fast schon zu viel Bescheidenheit. Denn es war auch der Abend des Trainers. Alles, was er geplant hatte, hat auch funktioniert. Er war das Risiko vieler Umstellungen eingegangen und hat immer die richtige Wahl getroffen. Die vorher lange verletzten Abraham und Rode gehörten zu den Besten auf dem Platz, Neuzugang Hinteregger spielte in der Abwehrmitte als hätte er nie etwas anderes getan. Hasebe machte im Mittelfeld weiter, wo er zuletzt als Libero aufgehört hatte. Die Stürmer trafen wie selbstverständlich, erzielten alle vier Tore. „Ich bin stolz und genieße“, sagte Hütter. Wie eng das Verhältnis zu seinen Spielern ist, wurde in einem Satz am Rande deutlich. „Es war eine kurze Nacht, aber ich habe mich gefreut, die Jungs wiederzusehen“, sagte er am Freitag.

Eintracht Frankfurt schießt sich ins Euro League-Achtelfinale: Bilder

Mit heißem Herzen und kühlem Kopf wollte die Eintracht spielen, das ist ihr gelungen. Es war ein Zusammenspiel zwischen der Erfahrung von Spielern wie David Abraham, Martin Hinteregger oder Makoto Hasebe mit jungen „Hüpfern“ wie Evan Ndicka und Luka Jovic. Dem 19 Jahre alten Abwehrspieler Ndicka bescheinigte Hütter eine „phänomenale Entwicklung“. Bei all den Guten war einer noch besser. Mittelstürmer Sébastien Haller hatte das beste Spiel seit seiner Ankunft in Frankfurt im Juli 2017 gezeigt. „Er war der Schlüssel zum Sieg“, sagte Hütter. Haller hatte das 1:0 durch Jovic mit einem Lupferpass eingeleitet, das 2:0 per Elfmeter selbst erzielt und beim vorentscheidenden 3:1 für ein Highlight gesorgt, als er den Ball nach einem Übersteiger wie einst Jan-Aage Fjörtoft am Torwart vorbeilegte.

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