Torwart Lindner fährt mit Österreich zur EM

Makoto Hasebe als Verteidiger: „Mein Vorbild ist Philipp Lahm“

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Makoto Hasebe: „Mein Vorbild ist Philipp Lahm“

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht weiß, was sie am Samstagabend erwartet: Ein volles Haus und ein schweres Spiel gegen den 1.FC Köln. 50.500 der 51.500 Karten sind bereits an die Kunden gebracht, mit einer ausverkauften Frankfurter Arena darf gerechnet werden.

„Auf uns wird ein Menge Arbeit zukommen“, beschreibt Abwehrspieler Marco Russ die sportlichen Erwartungen vor der Begegnung gegen die so stark in die Saison gestarteten Kölner. Beim Training heute durften es die Frankfurter Profis noch einmal locker angehen lassen. Trainer Armin Veh hatte eine lockere Einheit angesetzt, in deren Mittelpunkt ein Fußballtennis-Turnier stand. Erst morgen beginnt dann die direkte Vorbereitung auf das Köln-Spiel mit einer intensiven Einheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dann sind auch endlich wieder alle Nationalspieler zurück.

Heute hatte noch Carlos Zambrano gefehlt, der erst morgen Vormittag in Frankfurt erwartet wird. Zambrano hat sich beim Länderspiel mit Peru gegen Kolumbien (1:1) eine Risswunde auf dem Schienbein zugezogen, sein Einsatz ist allerdings nicht gefährdet. Zambrano wird also spielen, um den Platz an seiner Seite im Abwehrzentrum tobt ein Konkurrenzkampf zwischen Russ und David Abraham. „Mir ist es lieber, wenn um die Plätze gekämpft wird, als wenn die Mannschaft zusammengestückelt werden muss“, sagt der stellvertretende Kapitän Russ. Gerade in der Innenverteidigung habe die Eintracht ein „Luxusproblem wie bei den Bayern“, fügte er lachend hinzu.

Die zurückgekehrten Nationalspieler standen mit völlig unterschiedlichen Gefühlslagen auf dem Platz. Geradezu euphorisch redete der Torwart Heinz Lindner nach dem Sieg mit Österreich in Schweden (4:1), der gleichzeitig auch schon die Qualifikation für die Europameisterschaft im nächsten Jahr bedeutet. „Wir sind nicht irgendwie mit Glück weitergekommen, sondern haben die Gruppe dominiert“, sagte Lindner, dies sei Ausdruck „einer eingespielten Mannschaft, in der immer tolle Stimmung herrscht.“ Immerhin haben sich die Österreicher unter anderem gegen Schweden und Russland durchgesetzt, mit bislang sieben Siegen und einem Unentschieden in acht Begegnungen. Obwohl er nur auf der Bank gesessen hatte, war der Keeper total heiser. „Wir haben viel geschrien und gejubelt“, sagte er, „wir sind einfach gut drauf“. Froh war Lindner, dass es mit dem Rückflug aus Stockholm trotz Lufthansa-Streiks geklappt hatte. „Wir mussten die SAS nehmen“, erzählte er, „aber das war egal.“

Eintracht: Niederlage in Köln

Gar nicht gut drauf war dagegen Kollege Haris Seferovic. Für den Schweizer Stürmer war es persönlich gar nicht gut gelaufen. Beim 3:2-Sieg gegen Slowenien hatten die Schweizer ihre Aufholjagd nach 0:2-Rückstand gestartet, als Seferovic ausgewechselt war. Beim Spiel in England (0:2) wurde der Frankfurter erst kurz vor Schluss eingewechselt. Reden wollte er darüber nicht am Mittwoch, nachdem er zuvor gemeinsam mit Makoto Hasebe ein paar lockere Auslaufrunden um den Platz gedreht hatte.

Hasebe war da glücklicher. Als Kapitän hat er die Japaner zu zwei Siegen in der WM-Qualifikation geführt, 3:0 gegen Kambodscha, 6:0 gegen Afghanistan. Gegen die Afghanen wurde in der iranischen Hauptstadt Teheran gespielt. Der Rückflug war dementsprechend anstrengend. „Für mich ist das aber kein Problem“, lächelte Hasebe, „ich bin das sein vielen Jahren gewohnt.“ Genauso locker geht er mit seinem Rollentausch im Frankfurter Team um. Letzte Saison war er im Mittelfeld gesetzt, diese Saison wird er hauptsächlich als Verteidiger eingesetzt. Wohl auch gegen Köln. „Ich bin bereit, egal wo mich der Trainer hinstellt“, sagt Hasebe, auch das Spiel als rechter Verteidiger mache ihm Spaß. „Philipp Lahm ist mein Vorbild“, sagt er. Auch der deutsche Weltmeister wird mal als Verteidiger, mal als Mittelfeldspieler eingesetzt.

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