„Keiner happy darüber“

Eintracht gegen Leipzig: Pro und Contra zum Montagsboykott

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Keine Stimmung als richtige Antwort?

Frankfurt - Es ist das Spitzenspiel des 23. Spieltages. Der Tabellenvierte Eintracht Frankfurt gegen den Zweiten RB Leipzig. Mit einem Sieg könnte die Eintracht die Leipziger überholen und ihren aktuellen Platz in den Champions-League-Rängen festigen. Von Peppi Schmitt

Beste Voraussetzungen also für eine große Kulisse. Doch es wird nichts mit einem ausverkauften Stadion. Grund: Das Spiel ist für den kommenden Montag (20.30 Uhr - wir berichten im Liveticker) angesetzt, das erste der so umstrittenen Montagspiele. Aktuell gibt es noch mehr als 5000 Karten im Internet zu kaufen. Viele Leipziger Fans wollen gleich ganz zu Hause bleiben, die Frankfurter Fans haben in ihren Organisationen gemeinschaftlich beschlossen, sich ruhig zu verhalten. "Wir haben nicht vor, der DFL als stimmungsvolles Klatschvieh eine farbenfrohe und lautstarke Kulisse zu liefern", heißt es in einer Erklärung des "Nordwestkurvenrates".

Gar nicht gut findet das Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. "Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt", sagte er. Er habe zwar Verständnis, dass die Fans zeigen wollen, dass sie mit dem Termin nicht einverstanden seien. Doch der Weg des Stimmungsboykotts sei "kontraproduktiv" gegenüber der Mannschaft. Bobic fürchtet, dass der Eintracht ausgerechnet in diesem so enorm wichtigen Spiel das eine oder andere Prozent, das die Fans beitragen, fehlen könnte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Boykott schadet der Eintracht

Dabei herrscht im Vorstand Einigkeit darüber, dass die Termine am Montag sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sind. "Sowohl auf der Fan-Seite als auch auf der Sponsoren-Seite ist keiner happy darüber", sagt Vorstand Axel Hellmann, "wir müssen akzeptieren, dass unsere Fan-Szene – und zwar nicht nur Ultras, sondern die gesamte organisierte Fan-Szene – gegen diesen Montag ist." Hellmann sieht die Gefahr, "dass wir einen Teil unserer Vereinskultur mit Montagspielen kaputt machen." Er geht davon aus, dass die Montagspiele "keine wirklich große Zukunft haben".

So lief das Hinspiel gegen RB Leipzig:

Eintracht verliert in Leipzig: Bilder

Doch Hellmann will auch eine Grundsatzdiskussion anstoßen. Es gebe einen Zielkonflikt in der Liga mit vier verschiedenen Aspekten. Erstens: Die Vereine wollten möglichst viel Geld erlösen, um international wettbewerbsfähig zu sein. Zweitens: Es soll in Bezug auf Spieltagsansetzungen eine Solidargemeinschaft geben zwischen erster und zweiter Liga. Drittens: Der Amateurfußball soll geschützt werden, damit auch die Vereine in den unteren Klassen Zuschauer haben. Viertens: Die Fankultur soll erhalten werden. "Diese Ziele passen nicht optimal zusammen, deshalb müssen wir eine Entscheidung treffen, was wir haben wollen", sagt Hellmann, "die Liga hat sich in den vergangenen Jahren um Grundsatzentscheidungen herumgedrückt." Auf dem Rücken der Eintracht hat sich mit dem ersten Montagspiel die Angelegenheit nun hochgeschaukelt.

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