Trapp sauer auf Schiedsrichter

Hütter entschlossen: „Ich will, dass wir weiter vorne bleiben“

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„Nach oben kommen ist schwer, oben bleiben ist noch schwerer“, sagte Trainer Adi Hütter nach der Niederlage gegen Wolfsburg, „ich will, dass wir weiter vorne bleiben“.

Frankfurt - Die Erfolgsserie ist nach elf Spielen ohne Niederlage gerissen, der Sprung auf Platz zwei der Tabelle verpasst. Nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg steht die Frankfurter Eintracht vor einer neuen Herausforderung. Von Peppi Schmitt

„Nach oben kommen ist schwer, oben bleiben ist noch schwerer“, sagt Trainer Adi Hütter, „ich will, dass wir weiter vorne bleiben“. Schon beim Auswärtsspiel am Samstag in Berlin wird sich zeigen, wie stabil die Eintracht darin ist, Rückschläge zu verdauen. In diesem Zusammenhang hat der Holländer Jetro Willems einen bemerkenswerten Satz gesagt: „Wir haben in dieser Saison eine große Chance, das müssen wir realisieren.“

Das Selbstvertrauen müsste dafür allemal ausreichen, denn auch gegen Wolfsburg haben die Frankfurter nicht schlecht gespielt. Sicher nicht so gut und effektiv wie in den Wochen zuvor, aber auch nicht wirklich enttäuschend oder gar nachlässig. Dieser Vorwurf läuft bei Trainer Hütter ins Leere. „Wir haben genügend Chancen herausgespielt und haben hinten teilweise viel riskiert“, sagte der Frankfurter Trainer, „wenn es funktioniert und wir Tore schießen, sind alle happy. Wenn nicht, dann heißt es, man ist zu verspielt.“ Hütter hat Recht. Nicht immer können Rebic, Haller und Jovic zwei, drei oder vier Tore schießen. Und, nicht zu vergessen, Jovic hat immerhin seinen zehnten Treffer erzielt und Haller hat wieder vorbereitet.

Torwart Kevin Trapp war der Ärger über die Niederlage am deutlichsten anzumerken und anzusehen. „Ich weiß gar nicht, ob wir so viel falsch gemacht haben“, analysierte er, „wir haben viel Aufwand betrieben, deshalb ist es bitter, dass wir verloren haben.“ Wie die Kollegen und der Trainer sieht er keinen Grund, „den Kopf in den Sand zu stecken.“ Es bleibt die Erkenntnis, dass die Unwägbarkeiten des Spiels diesmal die Waage auf Seiten des Gegners senkte. Die Eintracht hat ein paar Fehler in der Defensive zu viel gemacht, die von den Wolfsburgern genutzt wurden.

„Wir hatten richtig Bock darauf, die Serie der Eintracht zu brechen“, sagte hinterher „Wölfe“-Coach Bruno Labbadia. Diesen Eindruck konnte man während der gesamten 96 Minuten auch gewinnen. Da kämpfte eine Mannschaft mit ähnlichen Mitteln wie die Frankfurter selbst, unbequem, hart, manchmal unfair, immer mutig, sehr körperlich.

Eintracht-Zeugnis gegen Wolfsburg

Ansetzen wird der Frankfurter Trainer mit seiner Kritik sicher nicht bei den Stürmern, sondern bei der abwehrenden Abteilung. „Wir haben zu einfache Tore bekommen“, mäkelte Adi Hütter. Beim 0:1 unterlief Marco Russ ein taktischer Fehler, als er nach innen einrückte und damit den Weg für den Torschützen Admir Mehmedi freimachte. Vor dem 0:2 verlor Mijat Gacinovic den Ball ziemlich leichtfertig. Für Grundsatzkritik tauge das aber nicht, meint der Trainer. „Ich habe keinen Unterschied gesehen, wir waren sogar bis zur 25.Minute die klar bessere Mannschaft“, sagte Hütter. Freilich wurde auch deutlich, dass die Möglichkeiten der Eintracht in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld doch ziemlich begrenzt sind. Um die ganz hohen Ziele anpeilen zu können, müsste da im Winter noch nachgebessert werden.

Kleinigkeiten hatten gegen Wolfsburg den Ausschlag gegeben, auch Glück und Pech mit Entscheidungen der Unparteiischen spielten eine Rolle. Ein Video-Beweis gegen die Eintracht, als ein Elfmeter zurückgenommen wurde, kein Video-Beweis, als der Wolfsburger Knoche den Ball nach einer Grätsche mit der Hand abwehrte. Im Vergleich zu den jüngsten Entscheidungen wäre das sicher ein Strafstoß gewesen. Die gesamte Spielführung von Sascha Stegemann war diesmal eher den Gästen zupass gekommen, die ausreizten, was der Fußball an vermeintlicher Cleverness so hergibt, immer wieder am Boden liegen blieben, an der Uhr drehten und, so Frankfurts Makoto Hasebe, „immer wieder provoziert haben.“ Das alles war nicht schlimm, aber es führte dazu, dass nie Spielfluss zustande kommen konnte.

Bilder: Eintracht verliert gegen Wolfsburg

Die kleinliche Spielleitung tat dazu ihr Übriges. Frankfurts Anführer Kevin Trapp war genau deshalb stinksauer. Obwohl schon wegen „Meckerns“ mit der gelben Karte bestraft, lieferte er sich nach dem Abpfiff ein heftiges Wortgefecht mit dem Schiedsrichter. „Ich tue mich manchmal schwer, mit den Schiedsrichtern zu hadern, aber es gibt Schiedsrichter, die sollten es einfach sein lassen und ihren Pass abgeben“, schimpfte der Nationalspieler, der dem Unparteiischen mangelnden Respekt vorwarf. Er solle doch nicht jede „Scheiß-Kleinigkeit“ pfeifen, habe er Stegemann gesagt. Die Antwort brachte den Eintracht-Torwart noch mehr auf die Palme. „Er sagt, geh weg, lass mich in Ruhe, dafür habe ich kein Verständnis“, ärgerte sich Trapp noch lange nach dem Abpfiff. Dass er dafür „Gelb“ gesehen hat, sei „ein Witz.“

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