1. Startseite
  2. Sport
  3. Eintracht Frankfurt

Hasebe zurück, Lob für Haller, de Guzmann im Anflug

Erstellt:

Von: Peppi Schmitt

Kommentare

Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt
© dpa

Frankfurt - Der SC Hessen Dreieich hatte sich alle Mühe gegeben. Der Hessenligist bot der Frankfurter Eintracht ein optimales Umfeld für das erste Training nach der Sommerpause. Knapp 1000 Zuschauer waren trotz widriger Wetterverhältnisse auf die schmucke Anlage gekommen, um das neue Team zu bestaunen. Von Peppi Schmitt

Viele neue Spieler waren schon dabei, doch die Einkaufstour ist noch lange nicht zu Ende. "Bei uns wird noch viel passieren", sagte Sportvorstand Fredi Bobic am Rande, "es kann noch Veränderungen geben". Aus Sicht des Trainers muss es diese Veränderungen geben. "Wir wissen, was uns in der neuen Saison erwartet", sagte Niko Kovac, er sei einer Meinung mit Aufsichtsratsboss Wolfgang Steubing, der eine "schwierige Saison" prophezeit hat.

Vor allem im Mittelfeld werden die Frankfurter noch nachbessern, denn aktuell gibt es dort zu viele Fragezeichen. Zwar haben Makoto Hasebe und Marc Stendera nach Knieoperationen schon wieder auf dem Platz gestanden. Wann sie aber wieder gesund und vor allem fit genug sind, um auf Bundesliganiveau zu spielen, bleibt abzuwarten. Hasebe drängt jedenfalls mit Macht zurück. "Er hat wenig Urlaub gemacht und viel trainiert", sagte Trainer Kovac, man müsse nun darauf achten, "weiter Schritt für Schritt vorzugehen." Hasebe soll die am Donnerstag beginnende USA-Reise mitmachen, Stendera dagegen wird weiter zu Hause arbeiten. Ob und wann Mascarell in der Vorbereitung zurückkehren wird, ist mehr als offen. Viele Unwägbarkeiten also. Zumal sich hartnäckig Gerüchte halten, die Eintracht wäre bereit bei entsprechenden Angeboten einen Mittefeldspieler zu verkaufen. Aymen Barkok und Marco Fabián wären die Kandidaten. "Große Sprünge können wir nicht machen", sagte Kovac mit Blick auf die eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten, "wir müssen sehen, was uns über den Weg läuft." Kurz vor einem Wechsel zur Eintracht soll der Holländer Jonathan de Guzmann (29) stehen, der zuletzt vom SSC Neapel an Chievo Verona ausgeliehen war.

Nach dem Ausfall von Carlos Salcedo wird die Eintracht sicher auch einen weiteren Spieler fürs Abwehrzentrum holen. Zeitdruck besteht in diesem Fall aber nicht. "Wir haben mit David Abraham, Marco Russ, Andersson Ordonez und Noel Knothe vier Innenverteidiger, das ist ausreichend", sagt Bobic, "da können wir es langsam angehen lassen." Aus Sicht des Sportvorstandes "sind wir viel besser vorbereitet als vor einem Jahr". Sieben Neue haben die Frankfurter schon geholt. Sébastien Haller und Luka Jovic, Danny da Costa und Gelson Fernandes und auch Torwart Jan Zimmermann haben sich am Samstag erstmals in den neuen Trikots präsentieret, am Sonntag durfte auch Daichi Kamada erstmals mit den Kollegen auf dem Platz. Dazu noch das mit Verträgen ausgestattete Trio aus der eigenen A-Jugend Noel Knothe, Nelson Mandela und Renat Dadashov.

Das Trainerteam hat schon die ersten Trainingseinheiten dazu genutzt, an den körperlichen Voraussetzungen der Spieler zu arbeiten. So wurde in Dreieich kein "Show-Training" absolviert, nicht am Vormittag, schon gar nicht am Nachmittag, als Kovac die Zügel noch mehr anzog. Und am Sonntagmorgen wurde schon wieder gelaufen bis die Socken qualmten. "Ganz schön anstrengend", sagte David Abraham, als er auf Strümpfen Richtung Kabine schlurfte. "Der Urlaub war zu kurz", sagte Trainer Kovac lachend, "alles, was schön ist, ist zu kurz." Das Training ist bei ihm meistens lang und dementsprechend für die Spieler nicht so schön. Daran hat sich gegenüber der letzten Saison nichts geändert. 

Urteile über Spieler verbieten sich nach wenigen Einheiten und noch weniger Fußball. Zu sehen war immerhin schon, dass der Sturmriese Haller eine ganz neue Komponente ins Spiel bringen könnte und dass der Japaner Kamada ein feiner Fußballer ist. "Sébastien hat trotz seiner Größe technische Fähigkeiten", gab es gleich Lob vom Trainer, "er hat das Format für die Nationalmannschaft". Haller ist Franzose und die "Equipe Tricolore" gehört zu den besten Nationalteams der Welt. Es sei eine "Freude", dass es der Eintracht gelungen ist, Haller zu verpflichten. "Zu einem vernünftigen Preis", wie Kovac feststellte. Sieben Millionen Euro soll der Angreifer gekostet haben. Bobic und Kovac haben sich zum Auftakt betont gelassen gezeigt. Keine Rede mehr von den Angriffen, die Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing unter der Woche Richtung Kapitän Alex Meier und Torwart Lukas Hradecky gestartet hatte. Während der USA-Reise werde man mit vielen Spielern reden, kündigten Trainer und Sportvorstand an. "Wir werden versuchen, Lukas zu überzeugen, seine Unterschrift unter den neuen Vertrag zu setzen", sagte Kovac.

Auch interessant

Kommentare