Platzverweis für Meier

Nach Niederlage in Mainz: Hellmann kritisiert Fans

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Nach zwei Fouls innerhalb von 15 Minuten wird Alex Meier mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.

Frankfurt - Die 1:2 (0:2)-Niederlage von Eintracht Frankfurt  beim FSV Mainz 05 hat aufs Gemüt gedrückt, der Ausblick auf die nächsten Wochen womöglich Monate nicht zur Aufhellung gedient. Von Peppi Schmitt

 „Wir stecken mitten im Abstiegskampf“, sagte Trainer Armin Veh nach dem Spiel und gab damit die Richtung vor. Für die Eintracht geht es tatsächlich wieder einmal nur noch darum, den schlimmsten Fall, also den fünften Abstieg aus der Erstklassigkeit zu verhindern. Dafür haben die Frankfurter noch gute Chancen. Allerdings nur, wenn sie die nächsten schweren Wochen bis zur Winterpause halbwegs gut überstehen und wenn sie der Versuchung widerstehen, sich gegenseitig zu zerfleischen. Die „Eigendynamik des Misserfolgs“, wie der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen einst den Weg in den Abstiegsstrudel genannt hatte, hat die Frankfurter längst erfasst. Mit allen Nebenwirkungen.

Längst steckt ein Keil zwischen den härtesten Fans und der Mannschaft. In Mainz, ausgerechnet beim Derby, versagten Teile der Anhängerschaft dem Team die Gefolgschaft. Was Vorstand Axel Hellmann nicht so wirklich nachvollziehen konnte und was ihm vor allem für die nächste Woche Kopfzerbrechen bereitet. „Die Mannschaft hätte die komplette Unterstützung der Fans gebraucht“, sagte Hellmann. „Wer sagt, die Mannschaft hätte keine Moral gezeigt, der hat ein falsches Spiel gesehen“, sagte er. Und mahnte Einigkeit bei der Eintracht vor dem bedeutungsvollen Derby gegen Darmstadt am nächsten Sonntag an. „Da muss der Block hinter der Mannschaft stehen wie eine Wand“, fordert Hellmann. 

Spieler Medojevic fand die Unterstützung allerdings „toll“ und der Trainer zeigte Verständnis. „Die Fans fahren überall hin und wir gewinnen nicht“, sagte Veh, „da sind sie halt enttäuscht.“ Klar ist, dass die Probleme auf den Rängen ihren Ursprung auf dem Rasen haben. Da steht eine Mannschaft, die nicht konstant in der Lage ist, sich auf ihren Beruf zu konzentrieren. “So kann man kein Derby spielen“, sagte später Slobodan Medojevic, erst seit ein paar Wochen wieder Stammkraft, „wir müssen einfach besser spielen und ohne Ende kämpfen.“ Und nicht, wie in Mainz passiert, die ersten Minuten „verschlafen“ (Seferovic). Die Gastgeber nutzten die Verwirrung auf der linken Defensivseite zum frohen 1:0 durch Yoshinori Muto. „So ein Tor darf einfach nicht passieren, da gibt es keine Erklärung“, sagt Medojevic. „Die Chronologie lief komplett gegen uns“, stellte der Trainer sachlich fest.

Bilder: Eintracht verliert in Mainz

Dem Rückstand folgte eine gute Phase, als nacheinander Stefan Aigner und Haris Seferovic den Ausgleich verpassten. Und dann kamen die entscheidenden Niederschläge kurz vor der Pause. Zunächst flog Alexander Meier mit der gelb-roten Karte vom Platz. Es war sein erster Platzverweis in 246 Bundesligaspielen für die Eintracht. „Ich habe den Ball doof verloren und nicht mehr daran gedacht, dass ich schon verwarnt war“, sagte Meier über das zweite Foul, „das war ein Reflex, einfach blöd.“ Das sahen alle so. „Da hat er Mist gebaut“, ärgerte sich der Trainer. „Das darf ihm nicht passieren“, rügte Vorstand Hellmann. Meier war kaum vom Platz, da gelang Yunus Malli das vorentscheidende 2:0. „Normalerweise ist der Käse dann gegessen“, stellte Veh fest.

Die zweite Hälfte gehörte der in Unterzahl spielenden Eintracht, auch wenn die Mainzer ihrerseits leichtfertig Chancen vergaben. „Da habe ich keine Unterzahl mehr gesehen“, lobte Veh. Doch es reichte nur zum Anschlusstreffer von Seferovic. „Mit zehn Mann haben wir besser gespielt als mit elf“, stellte Medojevic trocken fest, dies habe etwas mit der Einstellung zu tun. Der Trainer sah’s es ähnlich. „So wie in der zweiten Halbzeit hätten wir von Anfang an fighten müssen“, sagte er. Veh weiß genau, was auf ihn und die Mannschaft nun zukommt. „Jetzt haben wir gegen Darmstadt ein Hammerspiel“, sagte er mit Blick auf den nächsten Sonntag, „da müssen wir unbedingt punkten.“

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