Eintracht gastiert in Berlin

Über Standards und hohe Bälle zum Erfolg

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen
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Zuletzt brachte Jetro Willems (mitte) die Eckbälle in die Mitte.

Frankfurt - Wenn die Eintracht am Sonntag in Berlin antritt, ist nicht unbedingt ein attraktives Spiel zu erwarten. Auch deshalb legt Frankfurts Trainer Niko Kovac seinen Schwerpunkt auf Standardsituationen. Von Peppi Schmitt

22 Feldspieler, drei Torhüter - es war eng auf dem Trainingsplatz der Frankfurter Eintracht. „Wir haben fast keine Verletzten mehr“, sagte Trainer Niko Kovac hoch erfreut, „das spricht für unsere Trainingssteuerung.“ Mit Jonathan de Guzman und Alexander Meier stehen nur noch zwei Spieler auf der Ausfallliste. Und mit Timothy Chandler, Omar Mascarell und Marco Fabián ist ein Trio zwar wieder dabei, aber kommt für das Auswärtsspiel am Sonntag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC nicht in Frage. Trotzdem sagt Kovac: „Ich kann aus dem Vollen schöpfen.“ Auf welche Profis er vertrauen wird, ließ er offen.

Es könnte gegenüber dem Heimspiel gegen Leverkusen „taktische Veränderungen“ geben, sagte er, „das muss ich mir noch durch den Bauch gehen lassen.“ Eine Bauchentscheidung wird es also werden, bevor die Mannschaft am Samstag ins Flugzeug steigt. Durchaus ungewöhnlich, dass auch Makoto Hasebe in Frage steht. „Ich weiß noch nicht, ob er dabei ist“, sagte Kovac. Hasebe hatte unter der Woche dem „Kicker“ verraten, dass er seit einiger Zeit nur noch mit Schmerztabletten spielen kann. Das im April operierte Knie schmerzt nicht durchgehend, aber immer mal wieder. In dieser Trainingswoche aber habe Hasebe es ohne Schmerzmittel probiert, „und es ist jeden Tag besser gegangen“, berichtete der Trainer.

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Ob der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft freilich topfit ist, vermag auch sein Trainer nicht so recht einzuschätzen. Der Spieler immerhin sagt ja. „Wenn er so fit ist wie letzte Saison, ist er für unsere Mannschaft auch genauso wichtig wie letzte Saison“, versicherte Kovac, der Hasebe voller Respekt als „Vollblutprofi“ bezeichnete. Allen gemeinsam sei die Hoffnung, „dass das Knie keine Reaktion zeigt.“ Was das für Berlin bedeutet? Da hielt sich der Eintracht-Coach bedeckt. „Ich hoffe, dass wir es bis zum Ende der Saison hinkriegen, für die Eintracht und für die japanische Nationalmannschaft“, sagte er ganz allgemein.

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Kovac freut sich auf Berlin-Rückkehr

Die eine oder andere Personalie will Kovac also aus dem Gefühl heraus fällen. Über die grundsätzlichen Fragen aber hat er sich mit seinen Kollegen viele Gedanken gemacht. Im Mittelpunkt stehen die Standardsituationen beider Mannschaften, also die Freistöße und Eckbälle. Zum einen sind die Berliner da für Effektivität bekannt, die Eintracht genau für das Gegenteil. Aus 69 Eckbällen haben die Frankfurter nur ein Tor erzielt. „Wir arbeiten täglich daran, dies zu verbessern“, sagt Kovac. Es liege nicht unbedingt an den Abschlussspielern in der Mitte, sondern an den Freistoßschützen. „Wenn die falsche Zielzone bespielt wird, dann ärgert mich das„, sagt er. Und ganz besonders, weil dies in den vielen Übungseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit immer wieder probiert wird.

Im Gegensatz zur Eintracht, bei der zuletzt Jetro Willems die Bälle meist unpräzise nach innen gebracht hat, haben die Berliner mit Nationalspieler Marvin Plattenhardt einen Spezialisten in ihrem Team. Da gut getretene Freistöße ganz schwierig zu verteidigen sind, sollten die Freistöße gleich ganz verhindert werden. Die Frankfurter Spieler werden vor dem Anpfiff noch einmal explizit darauf hingewiesen, unnötige Foulspiele zu vermeiden. „Da muss man doppeln, um gar nicht erst in die Verlegenheit von Eins-zu-eins-Zweikämpfen zu kommen“, empfiehlt der Frankfurter Trainer. Wie die Defensive bei den Standards wird die Offensive in der Spielweise vor einer besonderen Herausforderung stehen.

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Neben dem SC Freiburg sei die Hertha die “tiefstehendste Mannschaft der Liga„, haben die Frankfurter Scouts herausgefunden. Deshalb werde es noch mehr als sonst darauf ankommen, im Angriffsspiel präziser zu agieren als zuletzt. Leichte Ballverluste würden den Berlinern in die Karten spielen. Wahrscheinlich wird auch die Eintracht wieder versuchen, mit weiten Bällen hinter die Abwehr zum Erfolg zu kommen. Ein attraktives Spiel ist also nicht zu erwarten, wenn beide Mannschaften das hohe und weite Spiel bevorzugen. 

Mögliche Eintracht-Aufstellung

Eintracht: Hradecky - Salcedo, Abraham, Falette - Wolf, Hasebe, Boateng, Stendera, Willems - Haller, Rebic

Bank: Zimmermann, Tawatha, Russ, Fernandes, Kamada, Gacinovic, Jovic

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