Reinartz und Flum fallen aus

„Intensivierte Einlasskontrollen“ gegen Leverkusen

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Frankfurt - Über Fußball und das Spiel der Frankfurter Eintracht an diesem Samstag gegen Bayer Leverkusen wurde in der Öffentlichkeit in den letzten Tagen aus aktuellen Anlass wenig gesprochen. Intern aber sei die Vorbereitung so intensiv abgelaufen „wie immer“, versichert Trainer Armin Veh. Von Peppi Schmitt

„Ich habe alles rund um Paris und Hannover nicht zum Thema gemacht“, sagte er, „ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich den Psychologen hätte spielen müssen.“ Der 54 Jahre alte Fußball-Lehrer steht auf dem Standpunkt, „dass wir die Freiheit, die wir haben, uns nicht kaputtmachen lassen sollen.“ Das Spiel gegen Leverkusen soll im Sinne des Wortes ein Spiel bleiben. Veh: „Ich gehe damit um, als wäre nichts passiert.“ Derweil kündigte Vorstandschef Heribert Bruchhagen eine „Intensivierung der Einlasskontrollen“ an und bat die Zuschauer, „keine Taschen und Rucksäcke mitzubringen.“ Auch für die Besucher der VIP-Räume werde es diesmal Kontrollen geben. „Darüber haben wir unsere VIP-Gäste schon informiert“, sagte Bruchhagen. Die Eintracht habe ganz grundsätzlich „hohe Sicherheitsstandards“, deshalb sei es diesmal ein „ganz normales Bundesligaspiel.“

Die Frankfurter Mannschaft werde „gut vorbereitet“ ins Spiel gehen, ergänzt der Trainer, freilich mit der einen oder anderen Einschränkung. So konnte Abwehrchef Carlos Zambrano nur ein einziges Mal mit den Kollegen trainieren, am Freitagnachmittag beim Abschlusstraining. Wie der Japaner Makoto Hasebe hat auch der Peruaner Zambrano zehntausende von Flugkilometern und zwei Länderspiele in den Beinen. Zweifellos nicht ideal. Zumal neben Abwehrspieler Marco Russ (Muskelbündelriss im Oberschenkel) mit Stefan Reinartz und Johannes Flum noch zwei weitere Spieler ausfallen, die ihre Qualitäten eher in der Defensive haben. Reinartz‘ Verletzung hat sich als Entzündung der Patellasehne herausgestellt, Einsatz unmöglich. Und Flum klagt seit zwei Tagen über starke Kopfschmerzen, nachdem er sich, so der Trainer, „am Mittwoch den Kopf gestoßen hat“, Intensive Untersuchungen hätten freilich keine gravierenden Probleme ergeben, ein Einsatz aber sei ausgeschlossen.

Und so kann der Frankfurter Trainer im Sinne nur auf sein „letztes Aufgebot“ zurückgreifen. Der einzige gesunde Spieler neben dem dritten Torwart Yannick Zummack, der nicht dabei sein wird, ist Vaclav Kadlec. Der Tscheche wird ja zum 1.Januar zum FC Midtjylland nach Dänemark wechseln. „Wir bezahlen ihn noch bis Ende des Jahres, also wird er hier weiter trainieren“, sagt Veh. Selbst ein Einsatz sei im „Notfall“ nicht ausgeschlossen. Aber natürlich wird Veh zunächst andere Spieler vorziehen. Auf Kadlecs Bemerkung bei seiner Vorstellung bei neuem Arbeitgeber, er habe sich in Frankfurt „einsam“ gefühlt, reagierte der Trainer kühl. „Unser großes Plus ist gerade, dass sich viele Spieler hier sehr wohl fühlen“, sagte er, „manchmal wird uns ja sogar vorgeworfen, wir hätten hier eine Wohlfühloase.“ Es sei wohl eher so, dass es zwischen Kadlec und der Eintracht einfach „nicht gepasst“ habe. „Aber er ist sicher nicht gescheitert“, sagte Veh, „woanders kann es durchaus klappen, weil er Potential hat“.

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Eintracht siegt, Meier wird Torschützenkönig

Der Frankfurter Trainer muss in der Anfangsaufstellung zwei Veränderungen vornehmen. Für den verletzten Reinartz wird Slobodan Medojevic ins Team zurückkehren, für den gesperrten Haris Seferovic wird Luc Castaignos spielen. „Bayer gehört eigentlich unter die Top Five der Liga“, sagt Veh, „das ist eine richtig gute Mannschaft“, die die Eintracht mit einem Sieg in der Tabelle freilich überholen könnte. Vor allem die Stärke im „Eins-gegen-eins-Spiel“ ist Veh beim Studium der Video-Aufzeichnungen aufgefallen. „Wir müssen gut und kompakt stehen, dann haben wir eine Chance“, glaubt er.

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka – Medojevic, Stendera – Aigner, Meier, Ignjovski – Castaignos.- Bank: Lindner – Chandler, Kinsombi, Djakpa, Waldschmidt, Gerezgiher, Gacinovic.

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