Eintracht-Kapitän trifft auch auswärts entscheidend

Das Märchen vom „Heimspiel“-Meier

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Frankfurt - Alexander Meier ist nicht der Mann der großen Gesten. Er ist der Mann der großen Tore. Beim 1:0-Sieg auf Schalke hat er sich dann aber doch einmal eine Geste gegönnt, die man sonst von ihm nicht kennt. Von Peppi Schmitt

Der 34 Jahre Kapitän der Frankfurter Eintracht, der wie selbstverständlich das Tor des Abends erzielt hatte, hielt den rechten Arm vor der Brust, die Hand auf dem Wappen. Kommentieren wollte er das später nicht. Aber vielleicht sollte es heißen: Seht her, ich tue alles für meine Eintracht! Oder: Ich bin noch wichtig für diese Eintracht! Enorm wichtig, wie jeder auf Schalke feststellen konnte. Eine Woche, nachdem er beim Auswärtsspiel in Leipzig neunzig Minuten auf der Bank gesessen hatte, ging Meier diesmal wieder vorneweg. Als Kapitän der Mannschaft und eben nicht nur als Torjäger.

Zwei statistische Werte verdeutlichen dies: Meier hat 28 Sprints absolviert, das waren die meisten seiner Mannschaft. Und er hat fünfzehn Zweikämpfe gewonnen, das sind die zweitmeisten nach Omar Mascarell (16). „Ich gebe immer mein Bestes“, sagte Meier kühl. Keine Statistik gibt es, wie viele Bälle Meier in der Defensive nach Schalker Standards weggeköpft hat. Es liegt jedoch nahe, dass er auch da spitze war. „Bei Standards hat er das eine oder andere weggeholt“, stellte auch Trainer Niko Kovac fest. Meiers Highlight war natürlich das Tor. Den flach und hart hereingespielten Ball von Makoto Hasebe hat er mit der Innenseite veredelt. „Mit der Innenseite ist er einfach Klasse“, stellte sein Trainer fest, was vor ihm schon seit einem Jahrzehnt alle anderen Trainer auch bestaunen konnten.

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Meier spielt mit der Innenseite so hart wie andere nur mit dem Spann. „Mit dem Vollspann hätte er nicht getroffen, weil er das nicht kann“, frozelte Kovac. Da ist was dran. Meiers Leistung auf Schalke hat auch aufgeräumt mit den Argument, er sei nur noch zu Hause wertvoll. Der „Heimspiel-Meier“ ist ein Märchen. Meier in guter körperlicher Verfassung kann überall, in jedem Stadion seiner Mannschaft helfen. Seine beiden letzten Treffer hat er übrigens auswärts erzielt, das 1:1 beim 2:1-Sieg in Bremen und nun auf Schalke den Siegtreffer. Die anderen drei zu Hause, das 1:0 im Heimspiel gegen Schalke, das 1:0 beim 2:1 gegen Leverkusen, das 2:1 beim 3:3 gegen Hertha. Ein Mann für wichtige Treffer also.

Von einer „Götterdämmerung“, wie das eine oder andere Medium schon geunkt hatte, ist er jedenfalls meilenweit entfernt.Das sieht auch Manager Bruno Hübner so. „Wie er sich einordnet und alles für den Erfolg der Mannschaft gibt, spricht für ihn“, sagte er, „und die Qualität hat er ja sowieso, das weiß man und das hat man beim Tor gesehen.“

Bilder: Eintracht siegt auf Schalke mit 1:0

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