Ante Rebic mit fünf Gelbe Karten in nur 388 Minuten

Die Frankfurter Kartensammler

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Ante Rebic (rechts) kassierte in nur 388 Einsatzminuten schon fünf Gelbe Karten.

Frankfurt - Die Personalprobleme bei der Frankfurter Eintracht vor dem Auswärtsspiel am Freitagabend beim FC Schalke 04 sind signifikant. Mit den für ein Spiel gesperrten Lukas Hradecky und Ante Rebic sowie den verletzten Szabolcs Huszti und Marco Fabián werden vier Stammspieler fehlen. Von Peppi Schmitt

Andere, die für die erste Elf in Frage kommen könnten, kehren einfach nicht zurück. So sind Danny Blum und Guillermo Varela auch für diese Begegnung weiterhin noch keine wirklichen Alternativen. Und der Eintracht droht auf Schalke schon wieder das nächste Unheil. Denn Omar Mascarell wird nach der nächsten Gelben Karte auch wieder für ein Spiel aussetzen müssen. Es ist geradezu eine Kartenflut, die über die Eintracht in dieser Saison bislang hereingebrochen ist. Schon 48 Gelbe Karten haben die Unparteiischen gezückt, damit liegt die Eintracht in dieser Rangliste einsam an der Spitze vor dem HSV (38). Dazu gab es eine Gelb-Rote Karte (Huszti) und drei Rote (Hector, Chandler und Hradecky).

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Auf einer besonderen „Rekordjagd“ befindet sich dabei Omar Mascarell. Der 23 Jahre alte Spanier hat am Samstag in Leipzig schon zum neunten Mal in dieser Saison „Gelb“ gesehen, wäre bei der nächsten Karte wieder gesperrt. Wie schon am zwölften Spieltag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund. „Ich bin der Erste, der sich eine Gelbe Karte abholt, wenn es der Mannschaft hilft“, sagt er. Häufig seien seine Vergehen taktische Fouls. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn einige seiner Verwarnungen kassierte Mascarell wegen seiner technischen Mängel, die ihn immer mal wieder in unnötige Zweikämpfe zwingen.

Nimmt man alleine die Karten durch die Unparteiischen als Maßstab, dann treibt es Ante Rebic noch schlimmer. Der kroatische Nationalspieler ist am Freitag nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Dabei wurde er insgesamt überhaupt erst in neun Spielen eingesetzt. Und selbst das ist geschmeichelt, denn Rebic hat bislang kein einziges Spiel für die Eintracht über die volle Distanz bestritten, hat gerademal 388 Minuten gespielt. Das sind also etwas mehr als vier „komplette“ Spiele. Dabei fünfmal „Gelb“ zu sehen, ist schon ziemlich heftig.

Eintracht-Zeugnis gegen Leipzig

Trainer Niko Kovac sieht in Mascarell und Rebic dennoch keine „bösen Buben“. Zu Recht führt er als Entschuldigung an, „dass bei Mascarell ganz sicher nicht alle Karten berechtigt waren.“ Gerade jene in Leipzig gehöre in die Kategorie „übertrieben“. Dass sich aber gerade Rebic auf einem schmalen Grat bewegt, sieht wohl auch sein Trainer. „Ante ist dynamisch und aggressiv, das macht sein Spiel aus“, räumt Kovac ein, „das will ich ihm aber nicht nehmen.“ Sorgen grundsätzlicher Art macht sich der Frankfurter Trainer wegen seiner „Kartensammler“ nicht. Viel zu häufig, so Kovac, würden in der Liga die Spieler zu leicht zu Boden gehen und die Gegner dafür bestraft. Das sei ein grundsätzliches Problem. In Leipzig hatte sich der Eintracht-Trainer darüber wieder einmal mächtig aufgeregt. Schiedsrichter Denis Aytekin konnte und wollte der Argumentation des Frankfurter Trainers aber nicht folgen, führte am Spielfeldrand ein intensives Vier-Augen-Gespräch mit Kovac. Doch der bleibt dabei: „In der Bundesliga werden zu schnell zu viele Karten gezeigt“.

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