Europa League

Eintracht Frankfurt kassiert bittere Niederlage in der Nachspielzeit

+
Filip Kostic hadert mit seiner vergebenen Chance.

Die Eintracht muss nach der unglücklichen Niederlage nun um dem Einzug in das Sechzehntelfinale zittern.

Dem Festtag in der Bundesliga gegen die Bayern folgte der harte Aufschlag in der Europa-League in Lüttich: Die Frankfurter Eintracht hat den Einzug in das Sechzehntelfinale auf dem Silbertablett und muss nun zittern. Durch einen Treffer in der 94.Minuten von Maxime Lestienne unterlagen die Frankfurter bei Standard Lüttich mit 1:2 (0:0) und gehen nun punktgleich und auch im direkten Vergleich gleichauf mit den Belgiern in die letzten beiden Spieltagen. Beide Mannschaften spielen noch gegen London und Guimaraes, durch bislang ein einziges mehr geschossene Tor hat Lüttich die etwas besseren Chancen. "Möglicherweise hat Standard jetzt die Nase vorn", schimpfte Trainer Adi Hütter, "ich habe mich selten so geärgert wie heute." Die Eintracht hatte sich die Pleite aber selbst zuzuschreiben, war sie doch über eine lange Zeit zu passiv und als sie am Ende alles im Griff zu haben schien, patzte die Abwehr entscheidend. "Das darf uns einfach nicht passieren", sagte Gelson Fernandes, "da haben wir alle schlecht verteidigt."

Das Weiterkommen und das nun drohende Ausscheiden lagen nur Sekunden auseinander. Filip Kostic lief in der 93.Minute alleine aufs Lütticher Tor, verzog aber weit. Im Gegenzug, in letzter Sekunde, erzielte dann Maxime Lestienne den Siegtreffer für Standard. "Wenn man schon nicht gewinnt, muss man wenigstens einen Punkt mitnehmen", sagte der erfahrenen Fernandes. Der Trainer haderte vor allem mit dem Abschluss von Kostic, bevor die Eintracht tief getroffen den Heimweg antrat . Die ersten beiden Tore hatte Zinho Vanheusden in der 56.Minute und Filip Kostic in der 65.Minute erzielt.

"Der Frankfurter Trainer hatte mit einer Ausnahme die erwartete Elf aufs Feld geschickt. Im Angriff spielte anstelle von Bas Dost André Silva. Das war nach einer zweiwöchigen Verletzungspause und einem Kurzeinsatz gegen die Bayern einigermaßen erstaunlich. Genauso wie die Kulisse im Stadion „Maurice-Dufrasne“. Die kleine Arena war nicht annähernd voll besetzt, bestimmt 1000 Plätze waren leer geblieben.

Eintracht: kein Vergleich zum Bayern-Spiel

Natürlich war die Partie nicht mit dem Spiel gegen die Bayern zu vergleichen. Und selbstverständlich konnte niemand erwarten, dass die Eintracht ein ähnliches Feuerwerk würde abbrennen können. Aber ein bisschen mehr hätte es dann doch sein können. Die Frankfurter spielten von Beginn an eher langsam, vor allem auf Ballsicherung bedacht, zu wenig nach vorne. Die Gastgeber verfolgten zunächst ein ähnliches Konzept und so war es über eine halbe Stunde ein langweiliges Ballgeschiebe. Es dauerte bis zur 33.Minute, ehe sich der Frankfurter Torwart Rönnow auszeichnen konnte. Nach einem Schuss von Gojko Cimirot lenkte er den Ball zur Ecke. Direkt im Gegenzug dann die erste und einzige Gelegenheit für die Gäste in der ersten Halbzeit. Über Kostic und Sow kam der Ball zur Silva. Dessen Kopfball prallte vom Pfosten zurück ins Feld. Das war Pech.

Glück hatten die Frankfurter in der letzten Minuten vor der Pause Hasebe, bis dahin fehlerlos, verlor ein Kopfballduell am eigenen Strafraum. Duje Cop kam im Fallen an den Ball, spitzelte ihn aber um Zentimeter am Tor vorbei. Da die Frankfurter genauso schläfrig aus der Kabine zum zweiten Durchgang kamen, war es kein Wunder mehr, dass Standard in Führung ging. In der 56.Minute war es so weit. Nach einem Eckball wurde der Ball verlängert und am langen Eck köpfte Zinho Vanhausden den Ball ins Eck. Diese Führung war für Standard sicher verdient. Und die Eintracht fand danach einfach nicht mehr ins Spiel zurück.

Eintracht: krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters

Die erste Chance zum Ausgleich hatte Filip Kostic in der 60.Minute, doch er zögerte völlig unverständlich mit dem Schuss, so wie er das gesamte Spiel auch in den Zweikämpfen gezögert hatte. Vier Minuten darauf machte er es besser - Der gerade für Silva eingewechselte Kamada war an der Strafraumgrenze gefoult worden, es gab Freistoß. Und Kostic schoss knallhart flach ins lange Eck zum Ausgleich ein. Das war für die zuvor euphorisierten Lütticher ein echter Stimmungskiller.

Belastende Zeugenaussagen: Wussten einige Lilien-Fans von der bevorstehender Prügelattacke?

Doch dann hielt der Schiedsrichter die Gastgeber mit einer krassen Fehlentscheidung im Spiel. In der 70. Minute war Sebastian Rode allein auf dem Weg zum Tor, wurde an der 16-Meter-Linie von Jostas Leifis gefoult. Die Frage war Elfmeter oder Freistoß, gelbe Karte oder rote Karte für Laifis. Nach minutenlangen Beratungen gab Matej Jug Freistoß und „Gelb“. Das war schlicht falsch, denn es war die Verhinderung einer klaren Torchance. Den Freistoß schoss Kostic diesmal drüber. "Wo hat der Referee da hingeschaut", schimpfte Frankfurts Trainer Hütter.

Die Eintracht war nun aber besser im Spiel, ließ eigentlich nicht mehr viel zu, schien auch konditionell leichte Vorteile zu haben. Doch dann kamen die letzten 120 Sekunden. Erst vergab Kotsic, dann traf Lestienne. Eine unglaubliche Niederlage für die Eintracht . "Nicht verdient“, sagte der Frankfurter Trainer. 

PEPPI SCHMITT

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare