„Ich wäre gerne geblieben“

Kein Platz für den Fußballgott

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat keinen Fußballgott mehr. Der Bundesligist gab gestern abend um Punkt 20 Uhr bekannt, dass der am Saisonende auslaufende Vertrag mit Alexander Meier (35) nicht mehr verlängert wird.

„Eintracht Frankfurt sagt DANKE. DANKE für 14 Jahre im SGE-Trikot“, heißt es in der Pressemitteilung des Pokalsiegers. Alexander Meier wird künftig nicht mehr für die Eintracht spielen. Das teilte Fredi Bobic dem 35-Jährigen in dieser Woche mit. „Wir wissen um die Verdienste von Alex Meier“, sagte der Sportvorstand: „Er hat tatkräftig daran mitgewirkt, dass sich der Verein nach einer schwierigen Phase zu einem etablierten und ernstzunehmenden Bundesligaklub entwickelt hat.“ Aber frühere Verdienste zählen im Profisport nicht mehr viel. Bobic und der neue Trainer Adi Hütter haben sich gegen eine weitere Saison mit Meier ausgesprochen.

Der von den Fans als Fußballgott verehrte Stürmer feierte im letzten Heimspiel der abgelaufenen Saison nach einer fast einjährigen Verletzungspause gegen den Hamburger SV sein Comeback mit seinem 119. Bundesligatreffer in altbekannter Meier-Manier zum 3:0-Endstand.

„Für einen Stürmer kann es keinen besseren Abschied geben, als vor dem eigenen Publikum, in ausverkauftem Haus einen derartigen Treffer zu erzielen. Ich habe Alex gesagt, dass dieses Tor der perfekte Abschied ist, garniert mit dem i-Tüpfelchen in Berlin. Er hat das auch genauso verdient“, so Fredi Bobic.

Die coolsten Eintracht-Sprüche nach dem Pokalfinale

Beim Pokalfinale war für den Eintracht-Kapitän dann kein Platz mehr im Kader. Immerhin durfte Meier gemeinsam mit seinem Stellvertreter David Abraham den Pokal präsentieren.

Bei Bobic´ Dienstantritt im Sommer 2016 hatte die Eintracht den Vertrag von Alex Meier verlängert. Bobic: „Natürlich wissen wir, dass viele Alex auch in den kommenden Jahren im Eintracht-Trikot sehen möchten. Aber wir streben hier aus sportlichen Gründen eine Veränderung an und möchten auf jüngere Spieler setzen.“

In den vergangenen zwei Jahren kam Meier verletzungsbedingt auf 26 Pflichtspieleinsätze. „Eintracht Frankfurt war über 14 Jahre meine sportliche Heimat und es hat mir immer sehr viel bedeutet, für diesen Klub zu spielen. Ich bin dankbar für die Zeit mit dem Adler auf der Brust und für die vielen schönen Momente. Jeder weiß, dass ich gerne weiter für die SGE gespielt hätte. Aber ich respektiere natürlich die Entscheidung des Vereins“, zitiert die Eintracht in ihrer Pressemitteilung Alex Meier. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Meier zeigte sich am Montagabend gegenüber dieser Zeitung bitter enttäuscht. „Ich werde erst am Dienstag dazu Stellung beziehen“, sagte Meier, es sei „wichtig eine Nacht drüber zu schlafen.“

Bilder: So feiern Fans und Team den Pokalsieg der Eintracht

„Ich fühle mich fit, habe in den vergangenen Monaten sehr hart für mein Comeback gearbeitet und möchte weiter Fußball spielen. Das ist für mich das Wichtigste“, ließ Meier über die Eintracht-Meitteilung verlauten.

Nach seiner aktiven Laufbahn hat Meier in Frankfurt einen Anschlussvertrag. Ob als Trainer im Jugendbereich oder als Markenbotschafter oder in einer ganz anderen Rolle - wird er selbst entscheiden. Offiziell verabschiedet wird Meier im Rahmen des Supercupspiels gegen Bayern München (11./12. August). Zudem ist ihm ein Abschiedsspiel garantiert. (joko/sp)

Co-Trainer bleibt

Armin Reutershahn bleibt der Frankfurter Eintracht als Co-Trainer erhalten. Der 58 Jahre alte Reutershahn wird mit dem neuen Cheftrainer Adi Hütter, der am Mittwoch offiziell vorgestellt wird, und dessen Vertrautem, Christian Peintinger, arbeiten. Auch Torwarttrainer Moppes Petz sowie die Reha- und Konditionstrainer Klaus Luisser, Markus Murrer und Martin Spohrer bleiben. Zum Interesse des FC Turin an Aymen Barkok (20) sagt Manager Bruno Hübner: „Das ist nichts Konkretes.“

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