Rönnow weiter verletzt

Denkt die Eintracht jetzt über Trapp nach?

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Trapp war letzte Saison nur noch die Nummer zwei in Paris hinter dem französischen Nationalspieler Alphonse Areola. Und gerade haben die Franzosen mit Gigi Buffon eine Torwartlegende verpflichtet. Trapp (28) würde also sogar ein Platz auf der Tribüne drohen.

Frankfurt/Gais - Vor zwei Wochen hat Frederik Rönnow das Training bei der Frankfurter Eintracht begonnen. Aber auf dem Platz hat der neue Torwart bislang nur ein paar Minuten gestanden.

Gleich bei der ersten Übungseinheit hat er sich verletzt. Einen „falschen Schritt“ habe er gemacht, sagte der 25 Jahre alte dänische Nationalspieler, seitdem hat er Schmerzen, das rechte Kniegelenk ist gereizt. Die Verletzung lässt kein torwartspezifisches Training zu, vom Mannschaftstraining gar nicht zu reden. Rönnow sitzt auf dem Fahrrad, macht Dehnübungen und wird physiotherapeutisch behandelt. Aktuell ist er der Teilnahme an der Tour de France näher als einem Bundesligaspiel. „Das ist natürlich nicht der beste Start“, räumt er ein, „aber es ist ja nichts Ernstes.“ Am liebsten würde er noch in dieser Woche in den regulären Trainingsbetrieb einsteigen, doch sowohl der Spieler als auch die medizinische Abteilung wollen nichts überstürzen. Von Tag zu Tag würden die Beschwerden geringer, sagt er, „ich hoffe, dass ich bald ein paar Bälle halten kann“. Dafür ist er geholt worden.

Trainer Adi Hütter will sich „noch keine Sorgen machen“, hat aber im Hinterkopf das Schreckensszenario eines doch länger andauernden Ausfalles schon mal durchgespielt. „Ich hoffe, wir haben Frederik bald wieder fit“, sagte er, „wenn nicht, müssen wir uns Gedanken machen.“ Nach Informationen dieser Zeitung gibt es in der sportlichen Führung bereits Gedankenspiele, und die beschäftigen sich mit einem alten Bekannten: Kevin Trapp, vor drei Jahren zu Paris St. Germain gewechselt, dort sportlich aber nicht glücklich geworden und auf der Bank gelandet, soll für ein Leihgeschäft eine Option sein. Trapp war letzte Saison nur noch die Nummer zwei in Paris hinter dem französischen Nationalspieler Alphonse Areola. Und gerade haben die Franzosen mit Gigi Buffon eine Torwartlegende verpflichtet. Trapp (28) würde also sogar ein Platz auf der Tribüne drohen.

Noch gibt es keine konkreten Bemühungen, denn noch hoffen sie alle, dass Rönnow rechtzeitig fit wird. Am besten schon für das Supercup-Spiel am 12. August gegen den FC Bayern München. Rönnow selbst will sich keinen Stress machen. Sein letztes Spiel hat er Ende Mai absolviert, bei der WM hat er nur auf der Bank der Dänen gesessen. „Ich muss deshalb erst einmal in den Rhythmus kommen“, sagt er. Dafür sei eine gute Trainingswoche Voraussetzung. Dafür wiederum müsste er erst einmal auf den Trainingsplatz zurückkehren. Die Testspiele im Rahmen des Trainingslagers am Mittwoch gegen Empoli und am Samstag gegen Ferrara wird somit Felix Wiedwald bestreiten, da Jan Zimmermann wegen Rückenproblemen gar nicht mit nach Gais gereist ist. Als Torhüter fürs Training sind die Jugendlichen Tobias Stirl und Giulio Girelli dabei.

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Rönnow will sich zwar nicht unter Druck setzen, spürt aber durchaus, dass es beruhigend für alle wäre, wenn er denn bald zurückkehrt zwischen die Pfosten. „Es gibt ja keine Garantie für die Nummer eins“, weiß er, „ich kann aber nichts tun außer hart zu trainieren und den Kopf oben zu behalten.“ Die ständigen Vergleiche mit seinem Vorgänger Lukas Hradecky lächelt er derweil weg. Immerhin ist er nach Esbjerg und Bröndby nun in Frankfurt schon zum dritten Mal auf den Finnen gefolgt. „Wir sind beide sicher nicht die muskulärsten Jungs in der Welt“, sagt er lächelnd. Im Torwartspiel seien sie sich durchaus ähnlich, würden sich durch „Beweglichkeit und Schnelligkeit auszeichnen.“

Noch kann Rönnow nicht so gut Deutsch wie sein Vorgänger, aber in ein paar Monaten soll auch das besser sein. Auch ist der Däne kein ausgewiesener Biertrinker wie der Finne. Dafür nennt Rönnow als Hobby neben Musik hören das Kochen.

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