„Kevin ist eine absolute Identifikationsfigur"

Trapp soll schon am Samstag auf dem Platz stehen

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Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht hat Kevin Trapp für ein Jahr von Paris St. Germain ausgeliehen. Der Nationaltorhüter wird wahrscheinlich schon am Samstag im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen zwischen den Pfosten stehen. Von Peppi Schmitt

Eine latente Knieverletzung vom neuen Torwart Frederik Rönnow hatte bei der Eintracht schon seit einiger Zeit den Gedanken reifen lassen, die Rückholaktion zu starten. „Kevin ist eine absolute Identifikationsfigur mit großem Führungspotential“, sagt Manager Bruno Hübner, „es zeigt die Wertigkeit der Eintracht, dass sich ein aktueller Nationalspieler gegen andere Topklubs entscheidet und zu uns kommt“. Auch Trainer Adi Hütter war die Freude über den Transfercoup anzumerken. „Es ist uns gelungen, eine Ikone zurückzuholen“, sagt er, „Kevin wird unserer Mannschaft Sicherheit geben“ Die Eintracht hat gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Trapp wird die Mannschaft deutlich verstärken. „Über seine Qualitäten gibt es keine Diskussionen“, sagte der Trainer, der auf der Bühne des Presseraums den Neuen herzlich umarmte. Das hat wohl auch der große Verlierer des Transfers, Frederik Rönnow, eingesehen. Der Däne habe die Entscheidung mit „großer Professionalität“ hingenommen, sagte Hütter.

Der ehemalige Kapitän Trapp soll nicht nur gut halten, sondern die Mannschaft auch anführen. „Er ist Nationaltorwart, Publikumsliebling, Persönlichkeit, er wird sich als Führungsspieler einordnen“, kommt Hütter geradezu ins Schwärmen. Auch als Integrationsfigur taugt der neue Alte. Trapp spricht mehrere Sprachen, was bei der Frankfurter Multi-Kulti-Truppe ein besonderer Vorteil ist. „Er wird nicht nur Leistung bringen, sondern als Führungsspieler die anderen mitziehen“, hofft der Trainer. Trapp, der schon von 2012 bis 2015 für die Eintracht gespielt hat, wirkte bei seinem ersten Auftritt glücklich. „Jetzt bin ich wieder zu Hause“. Mit diesen Worten hat er sich vorgestellt. „Ich bin froh, dass es geklappt hat“, sagte er, „ich freue mich, wieder vor diesen in Europa einzigartigen Fans zu spielen.“ Am liebsten schon gegen Bremen. „Ich habe die gesamte Vorbereitung mitgemacht, ich bin fit und ich kann spielen“, sagt er. Sein persönliches Ziel mit der Eintracht ist klar gesteckt: „Ich will der Mannschaft mit meiner Erfahrung und Qualität weiterhelfen.“ Und er will seine Länderspielkarriere fortsetzen. Bundestrainer Joachim Löw und Bundestorwarttrainer Andy Köpke waren früh informiert. „Sie sind glücklich mit meiner Entscheidung“, sagte Trapp.

Kevin Trapp zurück bei Eintracht Frankfurt: Bilder

Der Kontakt mit der Eintracht war nie abgerissen, wurde in den letzten Wochen und Tagen immer heißer, nachdem Trapp in Paris hinter Gianluigi Buffon und Alphonse Areola nur noch die Nummer „3“ war. „Ich habe auch über andere Anfragen nachgedacht, aber als die Eintracht gekommen ist, war schnell klar, dass ich es machen will“, sagte er, „sportlich und emotional ist es mir leicht gefallen.“ Von Paris schwärmt er trotzdem. Die Zeit bei PSG habe ihn vorangebracht. „Ich habe mit Spielern wie Ibrahimovic, Neymar und Mbappe zusammengespielt, da bin ich sehr gereift“, sagt er. Schließlich sei Paris auch eine tolle Stadt. „Aber Frankfurt ist auch schön“, lacht er. Für die Eintracht hätten ganz viele Faktoren gesprochen. Der Verein habe sich super entwickelt, den Pokal gewonnen und sich für Europa qualifiziert. „Hier bin ich zu Hause, hier muss mich an nichts gewöhnen, sagt er, „ich freue mich darauf, vor den einzigartigen Fans zu spielen.“ In der Kabine wurde Trapp begrüßt, als sei er nie weg gewesen. Mit Torwarttrainer Moppes Petz, den Mitspielern Marco Russ und Timmy Chandler und Betreuer Franco Lionti hat er alte Freunde wieder getroffen. Gemeinsam wollen sie nun „viel erreichen“. Die Eintracht habe „großes Potential“, glaubt Trapp, „es ist eine gute Mischung aus jungen, talentierten und erfahrenen Spielern.“ (ps)

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