Grindel sorgt für Frankfurter Ärger

Eintracht kontra DFB-Präsident

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Wegen seiner Aussagen zum Fanprotest sorgt der DFB-Präsident bei der Eintracht für Ärger.

Frankfurt - Beste Freunde werden Reinhard Grindel und die Frankfurter Eintracht nicht mehr. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Verantwortlichen des Clubs mit wenig fundierten Aussagen zu den Protestaktionen der Fans im Heimspiel gegen Leipzig ziemlich verärgert. Von Peppi Schmitt

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte Grindel der Eintracht vorgeworfen, sie würde nicht ehrlich mit dem Thema der Montagspiele umgehen. Grindel wörtlich: "Ich hätte es begrüßt, wenn der Vorstand von Eintracht Frankfurt eingeräumt hätte, dass auch er dem lukrativen TV-Vertrag, der die Montagspiele enthält, zugestimmt hat." Nun hat Grindel entweder die Zeitungen nicht gelesen oder er ist von seiner eigenen Pressestelle im Stich gelassen und falsch informiert worden. Denn im Vorfeld der Partie war kein Gespräch, kein Interview vergangen, in dem der Frankfurter Vorstand Axel Hellmann nicht genau darauf hingewiesen hatte. Auch in der Mitgliederversammlung der Eintracht hatte er dieses Thema explizit angesprochen.

Zwar habe die Eintracht durchaus Sympathie mit jenen, die sich gegen Montagspiele aussprechen, hatte Hellmann betont, "aber der Adressat der Proteste müssen die Vereine sein und nicht der DFB oder die DFL". Es seien nämlich die Vereine der Liga gewesen, auch die Eintracht, die diesen Spieltag gefordert hätten. Deutlicher konnte Hellmann dies nicht mehr aussprechen. "Wir als Verein müssen überlegen, ob das Rad nicht überdreht wird", hatte er angeführt und eine "breite Diskussion" in der Liga gefordert. Grindel hat diese Aussagen bei seinen Vorwürfen gegen die Eintracht schlicht ignoriert. Auch die allseits gelobte Deeskalations-Strategie mit der Zulassung von Zuschauern im Innenraum für wenige Minuten, hatte der DFB-Präsident kritisiert. "Es gibt Regeln, die sinnvoll sind, ich bin froh, dass nichts passiert ist", hatte er gesagt.

Die Eintracht hat auf die Aussagen irritiert reagiert. Die Antwort über Twitter: "Einige Aussagen von DFB-Präsident Reinhard Grindel sind sachlich nicht nachvollziehbar". Die Verantwortlichen der Eintracht Frankfurt Fußball AG hätten ihre Haltung zu dem "sehr komplexen Thema" dargelegt und ihr Handeln "erklärt". Frankfurts Vorstand Axel Hellmann bleibt dabei, "dass friedlicher Protest in einer demokratischen Gesellschaft ausgehalten werden muss". Der Ansatz, die Proteste zu tolerieren, sei "aufgegangen".

Fanproteste gegen Montagsspiel der SGE gegen Leipzig

Schon im Rahmen des letztjährigen Pokalendspiels waren die Vertreter der Eintracht sauer auf den DFB-Präsidenten, der ja sein Büro nur einen Steinwurf von der Eintracht-Geschäftsstelle entfernt hat. Damals hatte Grindel beim offiziellen Bankett vor dem Spiel mehr oder weniger deutlich seine Sympathie für den Pokalgegner Borussia Dortmund ausgedrückt. Die Frankfurter Delegation hatte ziemlich sauer die Veranstaltung verlassen.

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