„Ich war nie ein Stinkstiefel“

Lindner gegen Schalke im Frankfurter Tor

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Frankfurt - Sein Bundesliga-Debüt hat Heinz Lindner am letzten Samstag in Leipzig gefeiert. Es war sein erstes Ligaspiel für die Frankfurter Eintracht. Nun darf er sich auf seinen ersten Einsatz vom Beginn an freuen. Von Peppi Schmitt

Nach der Ein-Spiel-Sperre für die Frankfurter „Nr.1“ Lukas Hradecky, der in Leipzig nach einem absichtlichen Handspiel außerhalb des Strafraums die rote Karte gesehen hatte, wird der 26 Jahre alte Österreicher am Freitag auf Schalke im Frankfurter Tor stehen. Und freut sich darauf riesig. „Jetzt ist der Moment gekommen, auf den ich so lange hingearbeitet habe“, sagte er am heutigen Montag. Lindner, gekommen im Sommer 2015 von Austria Wien als österreichischer Nationaltorhüter, hat schwere Zeiten hinter sich. Eineinhalb Jahre hat er auf der Bank gesessen, chancenlos gegen den famosen Finnen Hradecky.

„Natürlich war ich nicht der zufriedenste Spieler im Kader“, gibt er freimütig zu, „aber ich habe immer versucht, der Mannschaft auch mit guter Laune weiterzuhelfen, ich war nie ein Stinkstiefel.“ Heinz Lindner ist ganz einfach ein freundlicher Mensch, genießt auch deshalb großes Ansehen im Kreis der Mannschaft. Mit seinem Konkurrenten Hradecky verbindet ihn inzwischen sogar eine dicke Freundschaft. „Wir unternehmen viel gemeinsam“, sagt er, etwas Ungewöhnliches kann er dabei nicht erkennen. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr so, dass man einen Konkurrenzkampf mit Scheuklappen führt“, sagt er. Die sportliche Führungsrolle von Hradecky erkennt er an („Er ist die Nummer eins“). Eine Belastung für die Freundschaft sei dies nicht.

Nach langem Warten ist nun also Lindners Stunde gekommen. Nach dem guten Einstand von Leipzig hat er sich nun vorgenommen, nicht nur gute Kritiken zu bekommen, sondern auch Punkte mitzunehmen. „Ich will meine Sache gut machen und hoffe, dass wir gewinnen“, sagt er. Er werde sich gut auf das Spiel vorbereiten. Ein großer Unterschied zu den letzten Monaten sei dies aber nicht. „Ich habe immer so gearbeitet, als würde ich spielen“, erklärt er. Sein Vertrag bei der Eintracht läuft im Sommer aus, das Spiel auf Schalke ist für Lindner also auch die Chance, Werbung in eigener Sache zu machen und sich endlich einmal auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Bei dem Spiel werden mit den gesperrten Lukas Hradecky und Ante Rebic sowie den verletzten Szabolcs Huszti und Marco Fabián insgesamt vier Stammspieler auf dem Platz fehlen.18

An die Zukunft freilich denke er in dieser Woche überhaupt nicht „Mein Fokus liegt ganz alleine auf dem Spiel gegen Schalke“, versichert er, „ich versuche zu zeigen, dass ich ein guter Torhüter bin.“ Alles andere komme dann von selbst. Entweder andere Angebote oder doch eine Verlängerung in Frankfurt. „Ausgeschlossen ist nichts“, sagt er.

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