Torwart erfüllt sich in der Bundesliga seinen Traum

„Fliegender Finne“ ist angekommen

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Die Mannschaft feiert ihren Torwart nach dem Elfmeterschießen gegen Ingolstadt.

Frankfurt - Lukas Hradecky ist einer der Erfolgsgaranten von Eintracht Frankfurt. Der finnische Nationaltorhüter besticht auch durch seinen Humor außerhalb des Spielfeldes. Lukas Hradecky lacht gerne - und oft. Auch in dem Moment, als er wie seine beiden finnischen Freunde Antti Ore und Mikko Rämö die Schlittschuhe schnürt.

Hradeckys Problem: Die Kumpels sind Eishockey-Profis. Egal. Auch der Torhüter des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt macht bei dem internen „Contest“ auf dem Eis eine gute Figur. „Ich habe beide Sportarten als Kind ausprobiert, aber dann war ich im Fußball etwas besser“, sagte Multi-Talent Hradecky. Dem rasanten Kufensport ist der 26-Jährige, der mit der Eintracht heute Abend bei Borussia Mönchengladbach antritt, trotzdem treu geblieben. „Man bekommt ja keinen finnischen Pass, wenn man nicht Eishockey spielen kann“, scherzte Hradecky, der im Kindesalter mit seinen Eltern aus Bratislava/Slowakei nach Nordeuropa auswanderte. Seit Sommer 2015 ist der finnische Nationaltorhüter in Frankfurt zu Hause. Und er ist längst eines der Gesichter des Eintracht-Aufschwungs geworden. Hradecky überzeugt auf dem Feld durch sein gutes Stellungsspiel und die Strafraumbeherrschung. Außerhalb des Spielfeldes tritt er als sympathischer und humorvoller Zeitgenosse auf.

Beispiel gefällig? Nach dem mühsamen Pokalerfolg der Hessen gegen den FC Ingolstadt (4:1 im Elfmeterschießen) am vergangenen Dienstag sagte der „fliegende Finne“ augenzwinkernd: „Das war heute sooo langweilig.“ Aus dem Schatten seines Vorgängers und Publikumslieblings Kevin Trapp, der vor anderthalb Jahren nach Frankreich zu Paris St. Germain wechselte, ist Hradecky längst herausgetreten. „Lukas macht seine Sache sehr gut“, lobte Eintracht-Coach Niko Kovac den 1,87-m-Schlaks, der neben slowakisch und finnisch auch noch dänisch, englisch und deutsch spricht. Vor seinem Engagement in der Bankenmetropole spielte er bei Bröndby IF und Esbjerg FB. „Das war okay, aber es war schon immer mein Traum, irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen. Die Stimmung hier in den Stadien ist an jedem Wochenende großartig“, schwärmte die Nummer eins.

Bilder: Eintracht siegt nach Elfmeterschießen

Ach ja, und warum ist er eigentlich im Tor gelandet? „Na ja, weil ich schon früher nicht gerne gelaufen bin“, merkte Hradecky mit spitzbübischem Lächeln an. Es verwundert nicht, dass er deshalb seine Schlittschuhe so mag. Und wann immer es der Spielplan erlaubt, sitzt Hradecky als Edel-Fan beim EC Bad Nauheim in der DEL 2 auf der Tribüne und feuert die „Roten Teufel“ an. Seinen Geburtsort Bratislava besucht er mindestens einmal im Jahr, „ich mag die Stadt“, wie er berichtet. Unterschiede zwischen seinen beiden Heimatländern erkennt er vor allem in der Feier-Kultur: „In der Slowakei trinkt man gerne Bier, in Finnland ist es eher ruhig“, berichtet Hradecky - und lächelt. sid

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