Die Kraft aus der Badewanne

Ältester Bundesliga-Spieler: Makoto Hasebe startet mit der Eintracht in seine 14. Saison

Makoto Hasebe Eintracht Frankfurt SGE
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Winkt Makoto Hasebe bald zum Abschied? Der Japaner startet jetzt mit Eintracht Frankfurt in seine 14. Bundesligasaison.

Für den ältesten Bundesliga-Spieler Makoto Hasebe ist Deutschland längst zur zweiten Heimat geworden. Jetzt startet er mit Eintracht Frankfurt in seine womöglich letzte Bundesliga-Saison.

  • Makoto Hasebe ist der älteste Bundesliga-Spieler.
  • Jetzt startet der gebürtige Japaner mit Eintracht Frankfurt in seine wohl letzte Bundesliga-Saison.
  • Vorbei ist die Karriere für Hasebe aber wohl noch nicht.

Frankfurt – Mit dem Pokalspiel beim TSV 1860 München beginnt für Makoto Hasebe am Samstag (15.30 Uhr) seine 14. und wahrscheinlich letzte Saison in Deutschland. Der Abwehrspieler der Frankfurter Eintracht ist mit 36 Jahren der älteste Spieler in der Bundesliga. „Darauf bin ich stolz“, sagt er, „ich habe nie gedacht, dass ich als Ausländer so lange in einer Topliga spielen kann.“

Wird es die letzte Bundesliga-Saison von Makoto Hasebe?

Längst sei Deutschland seine „zweite Heimat“ geworden, der Plan der Familie sei es, auch nach dem Ende der Karriere in Frankfurt zu bleiben. Sein Vertrag ist wie in den letzten Jahren immer um zwölf Monate verlängert worden, läuft im Sommer nächsten Jahres aus. „Ich kann mir vorstellen, dass es meine letzte Bundesliga-Saison wird“, sagt er mit einem Augenzwinkern, „aber ich schließe grundsätzlich nichts aus.“ Nicht die Fortsetzung der Karriere in Frankfurt, nicht die vorübergehende Rückkehr nach Japan und nicht eine letzte Spielzeit in einem anderen Land.

Eintracht Frankfurt: Makoto Hasebe fühlt sich trotz hohem Fußballalter fit

Makoto Hasebe fühlt sich auch im hohen Fußballalter noch topfit. Auch jetzt ist er wieder nach dem Geheimnis seiner Fitness gefragt worden. Zwei Dinge seien wichtig, wenn man viele Jahre auf hohem Niveau Leistungssport betreiben wolle: Mentalität und professionelle Einstellung. „Man darf nie zufrieden sein“, sagt er, „wenn man nicht mehr hungrig ist, sollte man besser aufhören“. Und man müsse seinen Körper pflegen. Darüber hinaus gebe es keine Geheimnisse. „Training, Regeneration, Behandlung bei den Physios und gutes Essen sind wichtig“, sagt der in Asien als „Beckenbauer Japans“ verehrte Hasebe. Dass die Japaner allgemein die höchste Lebenserwartung auf der Welt haben, liege sicher am guten und gesunden Essen, schmunzelt er. Und da gibt es ja auch noch seinen ganz persönlichen Wohlfühlfaktor: Hasebe badet jeden Tag. Seit sein Töchterchen dabei ist, mache das noch mehr Spaß.

Auch Tipps für Eintracht-Kollegen Daichi Kamada hat Hasebe

Ein Erfolgsgeheimnis für das Durchsetzungsvermögen in einer anderen Kultur, weitab von der Heimat, ist sicher auch, dass er mehr als passabel Deutsch spricht. Er kann jungen Spielern mit seiner unendlichen Erfahrung helfen, in diesen Tagen wieder seinem Landsmann Daichi Kamada, der in langwierigen Vertragsverhandlungen mit der Eintracht steht. „Ich glaube, wenn er hierbleiben würde, dann wäre das die beste Entscheidung für ihn“, rät Hasebe, „Stadt, Verein und Mannschaft sind super für ihn“. Kamada müsse drauf achten, eine ganze Saison konstant auf hohem Niveau zu spielen.

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*** Liebe Eintrachtfans, ich habe den Vertrag mit der Eintracht um ein Jahr verlängert. Seit ich 2014 zur Eintracht gekommen bin, haben wir viele intensive Momente erlebt: Die Relegationsspiele 2016, der Pokalsieg 2018, das Halbfinale in der Europa League 2019..... Ihr habt uns in schwierigen wie glücklichen Zeiten stets fantastisch unterstützt. Ich freue mich riesig, nächste Season wieder mit euch zusammen für die Eintracht zu kämpfen. Vielen Dank und Liebe Grüße euer Makoto この度Eintracht Frankfurtと2021年6月30日までの契約延長にサインをしました。 今現在、世界は非常に困難な状況にありますがサッカー界も例外ではありません。 そんな中でもクラブが契約延長のオファーを出してくれた事に強いメッセージを感じます。 いつの間にかBundesligaで14シーズン目のシーズンになります。 毎日が勝負でヒリヒリするようなこの日常の中で、一瞬一瞬を噛み締めながらチームの為に全てを捧げていきたいと思います。 #eintrachtfrankfurt #sge

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Diesen Beweis müsse er erst noch antreten und dafür sein eine vertraute Umgebung das Beste. Hasebe geht deshalb fest davon aus, „dass Daichi bald unterschreibt.“ Aus diesen Worten spricht schon ein wenig der zukünftige Markenbotschafter der Eintracht, der sich nach seiner aktiven Karriere weiter für den Klub engagieren wird. In Frankfurt ist er längst fest verwurzelt. Die Familie fühle sich ausgesprochen wohl, die Stadt am Main könne durchaus auch nach der Karriere seine Lebensmittelpunkt bleiben. In Deutschland herrsche mehr Offenheit und Ehrlichkeit, sagt er, „die Japaner sind manchmal zurückhaltender.“ Sein drei Jahre altes Töchterchen besucht nun einen deutschen Kindergarten. „In ein paar Monaten spricht sie besser Deutsch als ich“, lacht er.

Nächste Station für Makoto Hasebe: Der Trainerschein

Hasebe will noch in diesem Jahr damit beginnen, die Trainerscheine zu erwerben. Zunächst einmal in einem Online-Kurs, denn die Konzentration auf das Wesentliche soll nicht beeinträchtigt werden. Dazu gehört bei der Eintracht traditionell der Pokal. Mit den Kollegen bereitet er sich auf ein schweres Auswärtsspiel bei 1860 vor. „Mit Zuschauern wäre es noch schwieriger“, glaubt er, „aber wir sind auch so gewarnt.“ In den letzten beiden Jahren hatte sich die Eintracht in Ulm (1:2) und Waldhof (5:3) jeweils sehr schwergetan. Diesmal geht er davon aus, „dass wir gut in die Saison starten werden.“

Die Eintracht wird mit Hasebe als Libero beginnen, denn Trainer Adi Hütter bevorzugt seit Trainingsbeginn wieder die Dreier-Abwehrkette. Und da ist Hasebe im Grunde unersetzlich. Körperliche Probleme habe er keine, „auch wenn ich jetzt etwas länger zur Regeneration brauche.“ Wenn er doch mal müde ist, wird er durch Martin Hinteregger vertreten. „Er ist zweikampfstärker und kopfballstärker als ich“, sagt er, „meine Stärke ist die Erfahrung, das Spiel mit Auge, ich muss mich halt immer eine halbe Sekunde früher bewegen als die Gegner.“ Vor zwei Jahren hat Hasebe 44 Pflichtspiele bestritten, letztes Jahr 39. Da kommen ihm die 34 bis 38 Spiele in dieser Saison wie ein Klacks vor. „Ich werde beißen, um meinen Platz zu behalten“, kündigt er an, „ich will immer spielen.“ (Von Peppi Schmitt)

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