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Eintracht: Ben Manga sucht trotz Corona weiter nach Talenten

Ben Manga, Scout von Eintracht Frankfurt.
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Ben Manga, Scout von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt scoutet trotz Corona weiter Spieler. Ben Manga reist aber nicht durch die Welt, sondern arbeitet von seinem Schreibtisch aus.

  • Eintracht Frankfurt scoutet weiter Spieler
  • Ben Manga arbeitet von seinem Büro aus
  • Eintracht Frankfurt will vorbereitet sein

Frankfurt - In normalen Zeiten wäre Ben Manga (46) jetzt irgendwo in der großen weiten Fußball-Welt unterwegs. In Nordamerika, in Südamerika oder im benachbarten europäischen Ausland. Immer auf der Suche nach dem Talent, das die anderen Klubs vielleicht gerade nicht auf dem Schirm haben. Ben Manga ist Chefscout und Kaderplaner der Frankfurter Eintracht, auf seiner internationalen Visitenkarte steht „Head of Scouting“. Er ist rechte Hand von Sportvorstand Fredi Bobic, die beiden senden auf einer Wellenlänge, wenn es um fußballerische Belange geht. Aber was macht ein Scout eigentlich, wenn es nichts zu scouten gibt?

Eintracht Frankfurt: Ben Manga scoutet am Schreibtisch

Falsche Frage, denkt sich Manga. Denn zu schauen gibt es auch in Coronazeiten genug, selbst wenn weltweit, Ausnahme Weißrussland, keine Fußballspiele stattfinden. „Arbeit gibt es immer“, sagt Manga. Den elektronischen Medien sei Dank. Statt auf den Tribünen der Fußballplätze und in den Stadien der Welt, sitzt er nun in seinem Büro, draußen auf der Geschäftsstelle der Eintracht in der Arena. Und macht sich am Schreibtisch Gedanken, wie es personell mit der Eintracht in der kommenden Saison weitergehen kann, wo Steigerungspotential liegt. „Der Kader muss ja trotz allem zusammengestellt werden“, sagt er. Dementsprechend müssen die Mitarbeiter seiner Abteilung, über die genaue Anzahl schweigt die Eintracht, weiter Expertisen, Ideen und Überzeugungen liefern, die Manga filtert und auswertet.

Dabei geht es weniger um die bekannten Spieler, um Stars und Sternchen, die alle Vereine, auch die Eintracht, mehr oder weniger genau im Blick haben. Sondern um die anderen, die noch Unbekannten und Unerkannten. „Talente gibt es überall“, sagt Ben Manga, dem man nachsagt, er sehe manchmal mehr als andere. Bezogen auf den Fußball. Als Fredi Bobic 2016 sein Amt antrat, gehörte die Verpflichtung von Manga zu den ersten Amtshandlungen. Inzwischen wurde sein Vertrag bis 2023 verlängert. Manga, in Äquartorialguinea geboren, seit vielen Jahren deutscher Staatsbürger, hat einst für Fortuna Düsseldorf und Alemannia Aachen gespielt, sich nach Ende seiner aktiven Karriere auf das „Scouting“ spezialisiert. Zwischen Bobic und ihm gibt es ein enges Zusammenspiel und permanenten Austausch.

Eintracht Frankfurt: „Müssen immer vorbereitet sein“

Wenn Bobic sagt, „wir müssen immer vorbereitet sein, wenn etwas passiert“, dann denkt er in erster Linie an seinen Vertrauten Ben Manga. Soll heißen: Geht ein Spieler überraschend oder verletzt sich einer langfristig, sollte es kurzfristige Lösungen geben. Der schnelle Transfer ist also ebenso nötig wie der lange vorbereitete. Und jetzt, in Zeiten von Corona, wo nicht wenige befürchten, dass der Transfermarkt komplett zusammenbrechen wird? Manga glaubt die Eintracht gut vorbereitet. „Wir haben einen Plan, was wir mit Geld machen und einen, was wir ohne Geld machen“, sagt er, „es gibt da verschiedene Listen von Spielern.“ Für seine Abteilung habe sich an der Arbeitsweise in der Krise „nicht viel geändert.“ Den Beratern jener Spieler, die das Interesse der Eintracht geweckt haben, wurden entsprechende Hinweis gegeben. Freilich: Die finanziellen Verhandlungen, die ja nicht Manga führt, sondern Bobic oder Manager Bruno Hübner, sind in aller Regel zurückgestellt.

Die spielfreie Zeit biete sogar die Gelegenheit, den Horizont ein wenig zu erweitern. „Wir gucken uns ein bisschen in Ländern um, die wir sonst nicht jeden Tag auf dem Schirm haben, wie Rumänien oder Ungarn zum Beispiel“, sagt Ben Manga, „es gibt genügend DVD`s um sich da zu informieren.“ 

von PEPPI SCHMITT

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