Komplizierte Auswahl für die UEFA

Marco Fabián nicht für die Europa-League nominiert

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Darf zwar wieder mit der Mannschaft trainieren, im Europapokal wird er allerdings nicht zum Einsatz kommen: Marco Fabian.

Frankfurt - Seit Dienstag steht fest, mit welchem Aufgebot die Frankfurter Eintracht die sechs Gruppenspiele der Europa-League gegen Olympique Marseille, Lazio Rom und Apollon Limassol bestreiten wird. Beim europäischen Verband UEFA mussten die Hessen 25 Spieler melden. Von Peppi Schmitt

Die Überraschungen dabei sind auf den ersten Blick groß: Nicht dabei ist unter anderen Marco Fabián, der gerade erst wieder eingegliedert worden ist, mit dabei ist dafür Marc Stendera. Dass mit Deji Beyreuther, Noel Knothe zwei weitere Spieler nominiert sind, deren Einsatzchancen aus heutiger Sicht eher gering sind, ist wie vieles an diesem Aufgebot den strengen Vorgaben der UEFA geschuldet. Vereinfacht gesagt: Ausgerechnet im internationalen Wettbewerb hat die Eintracht unter der Internationalität ihrer Mannschaft zu leiden.

Um die maximale Anzahl von 25 Spielern nominieren zu können, müssen, so die UEFA, acht Plätze für lokal ausgebildete Spieler reserviert sein. Und davon müssen mindestens vier im eigenen Klub ausgebildet worden sein, in diesem Fall also in der Jugend der Eintracht gespielt haben. Und zwar zwischen dem 15 und 23. Lebensjahr. Je weniger „Local Player“ ein Klub meldet, desto weniger darf er überhaupt nominieren. So könnte das Aufgebot auf lediglich 17 reduziert werden. Eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Bei der Eintracht sind Marco Russ, Jan Zimmermann, Marc Stendera und Noel Knothe die vier „local Player“, Kevin Trapp, Deji Beyreuther, Nicolai Müller und Danny da Costa jene vier, die innerhalb des DFB ausgebildet wurden. Die Entscheidungen sind also nicht alle unter sportlichen Gesichtspunkten getroffen worden.  Stendera statt Fabián ist die gravierendste Auswirkung, denn der Mexikaner ist einem Platz in der Mannschaft deutlich näher als das Eigengewächs.

Nachdem Fabiáns Wechsel zu Fenerbahce Istanbul unter dubiosen Umständen geplatzt ist, sind beide Seiten, Eintracht und der Spieler, bemüht, wieder zueinander zu finden. Fabián ist mit seinem spielerischen Vermögen sogar wieder ein Kandidat für die Anfangself, gerade wenn Kreativität im Angriffsspiel gefordert ist. Die Nichtnominierung für Europa ist für Fabián ein schwerer Schlag. Dagegen hat Stendera seit Wochen überhaupt keine Rolle mehr gespielt. Erstaunlich auch, dass Mittelfeldspieler Chico Geraldes dem Europa-Aufgebot angehört. In der Bundesliga hat es der Neuzugang aus Lissabon bislang noch nicht in den Kader geschafft.

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Mit den Statuten der UEFA hat auch die Torhüter-Auswahl zu tun. Trapp und Frederik Rönnow waren gesetzt, Jan Zimmermann aber wurde als Eintracht-„Eigengewächs“, siehe oben, als dritter Mann gebraucht. Felix Wiedwald, aus Leeds zurückgeholt, ist in der internen Rangliste also auf die Nummer vier abgestürzt. Das war ihm aus anderen Gründen in der Liga auch schon so ergangenen.

Verzichtet hat die Eintracht auch auf die verletzten Spieler Timothy Chandler (Knorpelschaden) und Carlos Salcedo (Riss des Syndesmosebandes), die nach Operationen lange ausfallen. Beide könnten beim Erreichen der nächsten Runde im neuen Jahr nachnominiert werden. Das ist für drei Spieler möglich. Bei Chandler ohne jede Einschränkung, denn er ist ein im Verein ausgebildeter deutscher Spieler. Für Salcedo müsste dagegen einer gestrichen werden, der weder in Frankfurt noch in Deutschland gespielt hat. Simon Falette wäre so ein Streichkandidat. Allerdings ist der Franzose gerade aus der aufgelösten Trainingsgruppe zwei  zurückgekehrt ins normale Teamtraining. Und wer weiß, was in der winterlichen Transferperiode sonst noch so alles passiert.

Das Eintracht-Aufgebot für Europa

Tor: Frederik Rönnow, Kevin Trapp, Jan Zimmermann

Abwehr: Evan Ndicka, Simon Falette, Jetro Willems, David Abraham, Marco Russ, Danny da Costa, Deji Beyreuther, Taleb Tawatha, Noel Knothe

Mittelfeld: Ante Rebic, Gelson Fernandes, Jonathan de Guzman, Filip Kostic, Mijat Gacinovic, Lucas Torro, Francisco Geraldes, Makoto Hasebe, Marc Stendera, Nicolai Müller

Angriff: Luka Jovic, Sebastien Haller, Goncalo Paciencia

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