Ausstiegsklausel sorgt für Irritationen

Wolf vor dem Absprung - Bilic neuer Trainer?

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Wird Marius Wolf wegen einer Ausstiegsklausel die Eintracht verlassen?

Frankfurt - Volle Konzentration aufs Endspiel, keine Nebengeräusche - das war das verständliche Bestreben Eintracht Frankfurt. Doch auch in der letzten Woche der Saison werden die Hessen wieder von Meldungen und Gerüchten eingeholt und überholt.

So vermeldet die Online-Plattform „sge4ever“, dass der 49 Jahre alte Slaven Bilic neuer Trainer der Frankfurter und damit Nachfolger von Niko Kovac werden wird. Und die Frankfurter Rundschau hat für helle Aufregung mit der Meldung gesorgt, dass Stürmer Marius Wolf eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat und für läppische fünf Millionen Euro gehen kann. Borussia Dortmund soll erster Interessent sein.

Bilic wird schon seit Wochen zu den Kandidaten für die Kovac-Nachfolge gezählt. Er war Kovacs Vorgänger bei der kroatischen Nationalmannschaft, hat einst für den Karlsruher SC in der Bundesliga gespielt und bis November letzten Jahres West Ham United in der englischen Premier League trainiert. Angeblich soll er am kommenden Dienstag offiziell vorgestellt werden. Die Eintracht hat dies bislang nicht bestätigt. Auch zur Klausel im Wolf-Vertrag gibt es keine offizielle Reaktion.

Letzte Woche hatte der noch amtierende Trainer Niko Kovac gesagt: „Gut, dass die Eintracht Wolf verhaftet hat. Wenn einer ihn kaufen will, muss er tief in die Schatulle greifen“. Muss er offenbar nicht. Denn fünf Millionen Euro sind in diesen Zeiten „peanuts“. So richtig nachzuvollziehen ist es nicht, warum sich der Klub bei einem von der zweiten Mannschaft aus Hannover für 500.000 Euro geholten Spieler bei der Vertragsverlängerung bis 2020 im Januar nach gerade einem halben Jahr guter Leistungen auf eine solche Klausel eingelassen hat. Auf den ersten Blick ist die Verzehnfachung der Ablöse zwar ein gutes Geschäft, in Wahrheit aber entspricht sie längst nicht mehr dem Marktwert des Spielers, den sein Kollege Kevin-Prince Boateng als zukünftigen Nationalspieler sieht. Vergleicht man die angeblichen 12 Millionen Euro, die der FSV Mainz 05 für den Mittelfeldspieler Suat Serdar von Schalke 04 erhalten wird, erscheint das „Geschäft“ schon weniger lukrativ.

Für die Eintracht ist das Bekanntwerden des drohenden Wolf-Abgangs zur Unzeit gekommen. In den Foren des Klubs hat sie für helle Aufregung gesorgt. Die Eintracht hat sich am heutigen Dienstag nicht zu den Meldungen geäußert. Vieles deutet darauf hin, dass erneut, also im dritten Jahr in Folge, ein ziemlicher Umbruch stattfinden wird. Der war diesmal nicht geplant, wird den Frankfurtern aber den Absprung des Trainers und mögliche Absprünge von wichtigen Spielern von außen diktiert.

Dortmund besiegt die Eintracht im DFB-Pokalfinale: Bilder

Währenddessen bereitet sich die Mannschaft auf das große Spiel vor. „Wir freuen uns mega“, sagt Marco Russ, für den es das dritte Finale seiner Karriere wird. 2006 gegen den FC Bayern (0:1) hat er auf dem Rasen gestanden, 2017 gegen Borussia Dortmund (1:2) auf der Bank gesessen. Jetzt hält er für sich persönlich alles für möglich. „Ich will das alles nur genießen“, sagt er, „ob ich spiele, auf der Bank sitze oder auf der Tribüne, es wäre einfach nur schön, wenn wir den Pokal holen.“ Das sei zwar sehr schwer, aber nicht unmöglich. „Wir trauen es uns zu, zu überraschen“, sagt der 32 Jahre alte Abwehrspieler, „wir haben ganz sicher eine Chance.“ 2006 sei die personelle Überlegenheit der Bayern noch viel größer gewesen, dennoch habe die Eintracht nur sehr unglücklich verloren. Die Spielweise sei durch die Favoritenrolle der Münchner vorgegeben. „Wir müssen als einzelne Spieler fies in den Zweikämpfen sein und als Mannschaft eklig“, sagt er, „wir müssen ihnen die Freude am Spiel nehmen und es schaffen, „dass sie sich ärgern.“

Für Russ ist ein weiterer großer Höhepunkt seiner Karriere. „Ich weiß ja nicht, wie oft ich das noch erleben darf“, schmunzelt er. Vor einem Jahr sei sein Zustand vor dem Endspiel aber noch ein wenig emotionaler gewesen: „Da war es ein Jahr her, dass ich die Krebsdiagnose bekommen hatte“, erinnert er. Seitdem hat er viele Kämpfe gewonnen, vor allem gegen die Krankheit, aber auch auf dem Spielfeld. „Ich bin gesund, ich bin fit und gut drauf“, beschreibt er das persönliche Befinden. Fehlt nur noch der Pokal. Russ: „Aller guten Dinge sind drei“.

Bilder: So ergeht es den Eintracht-Abgängen

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