„Das ist alles kein Problem“

Montagsspiel in Düsseldorf: Fans sauer, Eintracht gelassen

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Schon vor einem Jahr protestierten die Fans von Eintracht Frankfurt beim Heimspiel gegen RB Leipzig gegen den Montagstermin.

Das Heimspiel gegen Inter Mailand war für die Eintracht ein Festtag. Am nächsten Donnerstag dann das Rückspiel gegen Inter in Mailand. Dazwischen liegt das Auswärtsspiel in der Bundesliga am Montagabend gegen Fortuna Düsseldorf.

Frankfurt - Die Fortuna sinnt auf Revanche für das desaströse 1:7 aus der Vorrunde. Für die Eintracht ist die richtige Einstellung auf den Alltag der Liga durchaus eine große Herausforderung. Die Verantwortlichen lassen nichts unversucht, um auf die Bedeutung der Partie hinzuweisen. „Die Bundesliga ist genauso wichtig wie die Europa-League“, sagt Trainer Adi Hütter voller Überzeugung. Und Sportchef Fredi Bobic betont, „dass die Liga unser Kerngeschäft ist.“

Dahinter steckt die realistische Einschätzung, dass die abermalige Qualifikation fürs internationale Geschäft in der nächsten Saison über die Liga wahrscheinlicher erscheint als über den Europapokal. Selbst wenn viele in Frankfurt von Baku und dem Europa-League (EL)-Finale träumen. Der EL-Sieg ist ja automatisch für die Champions-League qualifiziert. Doch davor stehen zunächst mit Inter Mailand und, im Erfolgsfall, andere europäische Größen wie der FC Sevilla, der SSC Neapel oder der FC Chelsea.

Eintracht-Fans planen Protest

In der Liga ist die Konkurrenz auch groß, aber doch nicht ganz so hochkarätig. Egal wie das Spiel in Düsseldorf auch ausgeht, die Eintracht bleibt auf jeden Fall unter den ersten Sechs. Mit einem Sieg freilich könnten sie sieben und acht Punkte zwischen sich und Verfolger wie Werder Bremen und Hertha BSC bringen und bis auf drei Punkte auf die Champions-League-Teams Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig aufschließen. „Wir wollen jagen“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Die Eintracht wird relativ ausgeruht in das Spiel in Düsseldorf gehen. Dafür sorgt zum einen die unverständliche Terminierung auf Montagabend und zum anderen ein freier Tag, den Trainer Adi Hütter seinen Spielern am Samstag genehmigt hat.

Die Fans der Frankfurter sind ob der montäglichen Reise nach Düsseldorf sauer, sie wollen eine Halbzeit lang den Block leer lassen und so ihren Protest ausdrücken. Dabei gehe es um die grundsätzliche Ablehnung der Montagspiele, aber auch um das Wohl der Mannschaft. Aus Sicht der Fan-Organisation Nordwestkurve ist die kurze Pause fehlende Zeit vorm Spiel in Mailand „ein schlechter Scherz" sowie „ein klarer Wettbewerbsnachteil". Die Frankfurter Mannschaft wird erst spät in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt wieder ankommen und am Mittwoch bereits nach Mailand fliegen. Training ist also quasi unmöglich.

Fragezeichen bei Hasebe, Rebic und Abraham

Für Sportvorstand Bobic kein Problem. „Nach Mailand fliegen ist ja keine Weltreise“, sagt er, „das ist alles ganz normal.“ Das gehört zur Strategie, den Terminärger nicht an sich heran zu lassen und den Spielern kein Alibi für eventuelles Nachlassen zu geben. Dabei ist klar: Das Montagspiel ist ein Nachteil für den Europapokalauftritt, ganz einfach weil er dem Trainerteam einen Tag nimmt, die Mannschaft auf Inter vorzubereiten. Die Mailänder übrigens spielen am heutigen Sonntag.

Auf das Spiel in Düsseldorf aber hat der Montagtermin keinen Einfluss, das ist ebenso klar. Da hat die Eintracht andere Probleme. Makoto Hasebe hat sich gegen Inter einen Nasenbeinbruch zugezogen. Einsatz fraglich. „Wenn es irgendwie gefährlich ist, weiß ich was ich zu tun habe“, sagt Trainer Hütter. Soll heißen: Dann wird Hasebe in Düsseldorf pausieren, um in Mailand spielen zu können. Ante Rebic wird weiter fehlen, soll erst in Mailand wieder eine Alternative sein, genau wie Kapitän David Abraham. Hütter wird also abwägen, um in beiden Spielen eine „schlagkräftige Mannschaft“ aufs Feld schicken zu können.

Fanproteste gegen Montagsspiel der SGE gegen Leipzig

„Ich muss rotieren“, räumt der österreichische Fußball-Lehrer ein. Bislang hat er in der gesamten Saison, die der Eintracht ja schon neun Europa-League-Spiele gebracht hat, eher auf eine „Rotation light“ vertraut. Ob er diesmal mehr Wechsel vornehmen wird, also unter anderen auch mal die beiden dauerspielenden Außenverteidiger Danny da Costa und Filip Kostic schonen wird, ist eher unwahrscheinlich. Aber nicht ausgeschlossen. Von PEPPI SCHMITT 

Mögliche Aufstellung der Eintracht: Trapp – Touré (Hasebe), Hinteregger, Ndicka – Da Costa, Rode, Fernandes, Kostic - Gacinovic – Haller, Jovic

Bank: Rönnow, Russ, Falette, Willems, De Guzman, Stendera, Paciencia

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