Keine „Kopfwäsche“ vom Trainer

Eintracht auf Fehlersuche: „Platt waren wir nicht“

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Frankfurt - Die Spielersitzung am Montagmorgen hat ein bisschen länger gedauert als üblich. Nach dem rätselhaften Einbruch der Frankfurter Eintracht in der zweiten Halbzeit beim 1:1-Unentschieden gegen Hertha BSC Berlin herrschte Redebedarf. Von Peppi Schmitt

Trainer Armin Veh hatte freilich nicht mit einer „Kopfwäsche“ reagiert, auch nicht mit Vorwürfen an einzelne Spieler, „weil dies überhaupt keinen Sinn gemacht hätte.“ Vielmehr ging es um Ursachenforschung. „Ich hatte keine Erklärung für den Einbruch“, gab der Trainer zu, „ich wollte von den Spielern erfahren, was los war.“ Ziemlich schnell stellte sich dabei heraus, dass es keine körperlichen Probleme waren, die zum eklatanten Nachlassen nach dem Wechsel geführt hatten. „Ich habe mich frisch gefühlt“, sagte stellvertretend Stefan Aigner. Viele andere bekräftigten dies gegenüber dem Trainer. Auch die statistischen Werte ergaben keinen Anhaltspunkt für konditionelle Schwächen. „Wir sind in der zweiten Halbzeit sogar mehr gelaufen als in der ersten, aber eben meistens hinterher“, sagte Veh, „die Spieler waren aber nicht platt, daran lag es nicht.“

Der Grund für den verpassten Sieg, der eine gefühlte Niederlage war, lag ganz offensichtlich in den Köpfen der Spieler. „Wir sind nicht mehr drauf gegangen wie in der ersten Halbzeit“, sagte Aigner, „dann sind wir nicht mehr in die Zweikämpfe und die Berliner ins Spiel gekommen.“ Dies sei eine „Kettenreaktion“ gewesen. Der Trainer schloss sich dieser Einschätzung an. „Wir wollten das 1:0 verteidigen, haben deshalb viel zu tief gestanden“, sagte Veh, „vorgegeben hatte das niemand.“ Und ändern konnte es im laufenden Spiel auch niemand mehr. Alle taktischen und personellen Maßnahmen fruchteten nicht mehr. „Wir haben gemacht, was wir nicht machen sollten“, räumte Stürmer Aigner ein, „dann konnten wir den Hebel nicht mehr umlegen.“

Das Eintracht-Zeugnis gegen Hertha BSC

Trotzdem hätten die Frankfurter gewinnen können. Denn die Berliner machten aus ihrer Überlegenheit ziemlich wenig, kamen kaum zu Torgelegenheiten. Die Eintracht wiederum hatte die ultimative Chance zum 2:0. Doch Luc Castaignos vergab sie auf peinliche Art und Weise. Völlig frei vor dem Berliner Tor schoss er den Ball bestimmt zehn Meter drüber. „Was er da machen wollte, weiß ich auch nicht“, schüttelte Veh den Kopf. Durch das verpasste zweite Tor war den Frankfurtern auch der Sieg und der Sprung weit nach vorne in der Tabelle nicht gelungen. Natürlich habe man den möglichen sechsten Platz im Hinterkopf gehabt, gab Aigner zu, „aber es bringt nichts, darüber zu reden, wir müssen es umsetzen.“ Am Samstag beim so starken Aufsteiger aus Ingolstadt bietet sich die nächste Chance. „Wir sind auch in der Lage, mal zwei, drei Spiele in Folge zu gewinnen“, glaubt der Trainer, „dafür müssen wir aber nicht nur 45 Minuten gut spielen, sondern auch mal 90 Minuten.“

Eintracht mit Punkteteilung gegen Hertha BSC Berlin: Fotos

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