Eintracht Frankfurt

Der Nächste muss gehen

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Ist nicht mehr bei der Eintracht: „Moppes“ Petz.

Bei Eintracht Frankfurt ersetzt Jan Zimmermann den langjährigen Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz.

Frankfurt - Die Entscheidung hat überrascht, der Zeitpunkt noch mehr. Seit Samstag ist Manfred „Moppes“ Petz (58) nicht mehr Torwarttrainer der Frankfurter Eintracht. Mit Jan Zimmermann (34) wurde ein aktiver Spieler zum Nachfolger ernannt. Offiziell ist die Trennung von Petz nach einem knappen Jahrzehnt in Diensten der Eintracht in „beiderseitigem Einvernehmen“ erfolgt. Der Wechsel sei ursprünglich für den Sommer geplant gewesen, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, „aber wir sind mit Moppes übereingekommen, es jetzt schon zu vollziehen“. Man sei „in Gutem auseinandergegangen“. Vermutlich aber war es so, dass Petz nicht noch vier Monate arbeiten wollte im Wissen, danach aufs Abstellgleis geschoben zu werden und auch noch seinen eigenen Nachfolger zu trainieren. Der noch über die Saison hinaus laufende Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst, Petz finanziell abgefunden. Überhaupt nicht äußern wollte sich erstaunlicherweise der Cheftrainer. „Was in der Pressemitteilung steht passt“, sagte er, „ich habe mit Moppes gut zusammengearbeitet.“ Zu mehr war Hütter nicht zu bewegen.

Eintracht Frankfurt: Jan Zimmermann hat Lizenzen erworben

Dass mit Jan Zimmermann ab sofort die „Nummer 4“ der Torhüter ab sofort die „Nummer eins, zwei und drei“ trainieren wird, ist erstaunlich. Zimmermann hatte in den letzten Monaten Lehrgänge fürs Torwarttraining besucht und auch Lizenzen erworben. Die rechtlichen Voraussetzungen also erfüllt er. Ob er nun weiter als aktiver Torwart zur Verfügung stehen wird und sich auch selbst trainiert, ist offen. Im ersten halben Jahr war er noch für die Europa-League gemeldet, hat während der Verletzungspause von Kevin Trapp in vier Spielen auf der Bank gesessen. Zudem braucht die Eintracht ihn als sogenannten „local player“, also als Spieler, der im eigenen Verein ausgebildet wurde.

Nur ein paar dünne Worte zum Abschied

Für Moppes Petz gab es nur noch ein paar dünne freundliche Worte. „Wir danken Moppes Petz für seine Arbeit bei der Eintracht in den vergangenen Jahren. Er hat dazu beigetragen, dass wir auf der Torhüterposition eine große Stabilität hatten und haben. Ganz egal, wer zwischen den Pfosten gestanden hat“, sagte Fredi Bobic. Freilich passt die Trennung in die Linie, die Bobic seit seinem Amtsantritt im Sommer 2016 fährt. Im Grunde hat er alle rund um die Mannschaft und darüber hinaus ausgetauscht, ohne Rücksicht auf Verdienste oder Dienstjahre. Beispiele gibt es genug: Der einstige Lizenzspielerleiter Rainer Falkenhain musste gehen, die Jugendtrainer und Eintracht-Legenden Alexander Schur und Uwe Bindewald auch, zuletzt der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Armin Kraaz. Die langjährigen Ärzte Dr. Christoph Seeger und Wulf Schwietzer wurden vor dieser Saison ausgewechselt, auch die Riege der Physiotherapeuten wurden komplett anders aufgestellt. Reha-Trainer Werner Leuthardt wurde vor der Saison weggeschickt. Die Liste ist nicht vollständig. Nun also der Torwarttrainer. Von der „alten“ sportlichen Eintracht in der Vor-Bobic-Zeit ist nur noch einer übrig geblieben: Manager Bruno Hübner.

VON PEPPI SCHMITT

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