Eintracht-Trainer hat große Auswahl

Kovac: "Meine Jungs sind ausgeschlafen und fit"

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Niko Kovac

Frankfurt - Niko Kovac hatte die Idee, die Journalisten werden mitziehen: Wer in Zukunft inhaltsleere Fragen in der offiziellen Pressekonferenz stellt oder mit ebenso inhaltslosen Phrasen antwortet, zahlt zwei Euro in einem "Phrasenschwein". Von Peppi Schmitt

Als ersten getroffen hat es den Trainer der Frankfurter Eintracht selbst. "Die einfachsten Spiele sind bekanntermaßen die schwierigsten", hatte Kovac als Ausblick auf das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln gesagt. Und brav zwei Euro eingeworfen in die schwarz-weiße Eintracht-Sparbüchse. Am Ende der Saison geht das Geld an eine soziale Einrichtung. Was Kovac sagen wollte: Das Schlusslicht 1. FC Köln ist längst nicht mehr so schlecht wie der Tabellenplatz. Seit dem Trainerwechsel von Peter Stöger zu Stefan Ruthenbeck sind die Kölner konkurrenzfähig. Und mit der Verpflichtung von Torjäger Simon Terodde aus Stuttgart ist dem neuen Sport-Geschäftsführer Armin Veh ein Volltreffer gelungen.

Kovac und die Eintracht haben also Respekt vor den Kölnern. Aber übertreiben will der Eintracht-Coach es auch nicht. "Wir müssen ihre Schwächen herausfiltern", sagt er. Was impliziert, dass auch die "neuen" Kölner natürlich Schwächen haben. Das größte Problem für die Gäste könnte der Eintracht in die Karten spielen. Dem 1. FC Köln reichen keine Unentschieden mehr, er braucht Siege. Zu viel taktieren bringt die Kölner nicht weiter, im Grunde müssen sie jedes Spiel wie ein Pokalspiel angehen. Kovac glaubt trotzdem nicht an einen offenen Schlagabtausch, ahnt, "dass sie keinen Hurrafußball spielen werden". Er rechnet zu Beginn mit einer abwartenden gegnerischen Mannschaft, die diese Haltung erst im Laufe der 90 Minuten aufgeben wird. "Wir müssen ihnen so wenig wie möglich Möglichkeiten geben, am Wunder von Köln zu arbeiten", sagt Kovac, "wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir gewinnen."

Der Kölner Trainer Ruthenbeck hat am letzten Mittwoch beim Pokalspiel der Eintracht gegen Mainz auf der Tribüne gesessen und sich auf einem großem Block fleißig Notizen gemacht. Ob sie ihm etwas nutzen werden, ist dann doch eher fraglich. Denn Kovac plant wieder eine Rotation. Und die könnte ähnlich wie schon zwischen den letzten Spielen gegen Augsburg und Mainz ziemlich groß ausfallen. Bei den Wechseln werde es nicht in erster Linie um körperliche Belange gehen, sagte Kovac, "denn meine Jungs sind ausgeschlafen und fit." Müdigkeit würde nur im Kopf entstehen, gerade deshalb würde über dieses Thema kein Wort verloren. Zumal die Eintracht nach dem Köln-Spiel bis zur nächsten Begegnung gegen Leipzig (Montag, 19. Februar) neun Tage Zeit zur Erholung haben wird.

Nach 23 Jahren: Eintracht siegt in Köln

Kovac wird aus taktischen Erwägungen wechseln. Und hat dazu genügend Möglichkeiten. Mit Ausnahme von Alexander Meier und David Abraham steht ihm der gesamte Kader zur Verfügung. Die Schulterverletzung von Marius Wolf hat sich als Prellung herausgestellt, der zuletzt so starke Wolf kann also spielen. Timothy Chandler hat gegen Mainz pausiert und wird ins Team zurückkehren, Mijat Gacinovic, Simon Falette, Marco Fabián und Luka Jovic sind ebenfalls Kandidaten. Fast die halbe Mannschaft könnte also wieder ersetzt werden. Im Moment ist es bei der Eintracht ziemlich schwer, überhaupt einen Kaderplatz zu ergattern. Marc Stendera ist dies seit Wochen nicht mehr gelungen, Taleb Tawatha auch nicht. Für Branimir Hrgota und Daichi Kamada wird es immer schwerer, von Johnny de Guzman und Danny Blum gar nicht zu reden.

Angst, die Gegner könnten wie zuletzt Augsburg ganz grundsätzlich ein Mittel gegen die Eintracht gefunden haben, hat der Frankfurter Trainer nicht. "Na klar, haben sie unser Spiel gelesen, dafür haben alle Vereine ja ihre Scouts", sagt er gelassen, "aber wir beobachten ja auch unsere Mannschaft und versuchen es weiter, dem Gegner schwer zu machen, gegen uns zu spielen." So habe der Pokalgegner aus Mainz sicher auch eine Idee gehabt am letzten Mittwoch, "aber sie konnten sie nicht umsetzen." Zum einen versucht Kovac den "Code" der Eintracht immer wieder mal zu verändern, auch das System. Zum anderen habe er auch "immer einen Plan B". Und manchmal entscheiden dann doch die individuelle Qualitäten. Und da sieht es bei der Eintracht aktuell gut aus. Spieler wie Lukas Hradecky, Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell oder Ante Rebic können den Unterschied ausmachen.

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

Die mögiche Aufstellung der Eintracht: Hradecky - Salcedo, Hasebe, Falette - Da Costa, Boatang, Mascarell, Chandler - Wolf, Haller, Rebic

Bank: Zimmermann, Russ, Fernandes, Willems, Fabián, Gacinovic, Jovic

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