Veh: „Die Jungs müssen es richten“

Mit neuer Abwehr zum „Angstgegner“ Hannover

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Frankfurt - Die Statistik könnte kaum schlechter sein. Seit dem 14. November 1987 hat die Frankfurter Eintracht kein Bundesligaspiel mehr in Hannover gewonnen. Von Peppi Schmitt

Es waren Tore von Wlodzimierz Smolarek und Lajos Detari, nur die Älteren werden sich noch erinnern, die zum 2:1-Sieg führten. Seitdem haben die Frankfurter in elf Spielen in Hannover nicht mehr gewonnen, eine verheerende Bilanz. Vor einem Jahr gab es eine 0:1-Niederlage durch ein Eigentor von Alexander Madlung. Die Eintracht fährt also an diesem Samstag zu ihrem absoluten „Angstgegner“, gegen kein anderes Team gibt es eine schlechtere Auswärtsbilanz. „Ich glaube nicht an schlechte Omen“, sagt Trainer Armin Veh, „am besten wir gewinnen und verlieren dann dort zwanzig Jahre nicht mehr.“

Die Eintracht hat nach den jüngsten Rückschlägen in Ingolstadt und gegen Mönchengladbach wahrlich andere Sorgen als schlechte Statistiken. Der Trainer hat sich unter der Woche mit viel Leidenschaft daran gemacht, Veränderungen vorzunehmen, taktische vor allem, aber auch personelle. „Die Spieler haben wirklich gut gearbeitet in dieser Woche“, sagt Veh, „sie sind gut vorbereitet, um eine bessere Leistung als zuletzt zu bringen.“ Defensiver wird die Eintracht spielen, kompakter in der eigenen Hälfte. „Aber wir werden uns nicht nur hinten reinstellen“, fordert er, „mir hat es gar nicht gefallen, dass wir gegen Mönchengladbach keine Chancen herausgespielt haben.“ Auch das soll in Hannover also besser werden.

Viel werde von der mentalen Stärke abhängen. Hannover gehe da unter besseren Voraussetzungen in die 90 Minuten. Nach schwachem Start haben die Niedersachsen zuletzt in drei Begegnungen, wenn auch mit viel Glück, immerhin sieben Punkte geholt, die Eintracht dagegen ist seit fünf Spielen ohne Sieg. „Die kommen von unten nach oben, wir von oben nach unten“, weiß Veh, der hofft, dass es ihm gelungen ist, die Köpfe seiner Spieler wieder freizubekommen. „Gut spielen und gewinnen“ sei der große Wunsch aller Beteiligten, „es liegt nun an den Jungs, es zu richten.“ Von den geplanten personellen Änderungen sind vier übrig geblieben. Aleksandar Ignjovski darf nicht spielen, er wurde vom Sportgericht des deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen seiner Tätlichkeit gegen den Mönchengladbacher Raffael nachträglich für ein Spiel gesperrt und muss zudem 10.000 Euro Strafe bezahlen. David Abraham kann nicht spielen, weil es eine Knieverletzung, die er sich am Mittwoch beim Training zugezogen hat, nicht erlaubt. Johannes Flum und Luc Castaignos müssen aus taktischen Gründen weichen.

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Vier Wechsel also, davon drei in der Abwehrkette. Für Ignjovski wird Makoto Hasebe rechter Verteidiger spielen. Am Anfang der Saison, vor allem in der Vorbereitung, hat der Japaner das gut gemacht, später dann nicht mehr, Zuletzt hatte der Trainer ihm eine Pause verordnet, „damit er wieder frisch wird.“ Ob das geklappt kann, kann Hasebe nun in Hannover beweisen. Für Abraham kehrt Carlos Zambrano ins Team zurück. Marco Russ bleibt zweiter Innenverteidiger. Links wird zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an Constant Djakpa aufgeboten. „Wie Slobodan Medojevic ist auch Constant ein Profi, wie ihn sich jeder Trainer wünscht“, lobt Veh, „beide haben im Training nie nachgelassen.“ Während Djakpa ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein die Chance erhält, seine Klasse auf dem Platz nachzuweisen, wird Medojevic weiter auf der Bank warten müssen. Für Castaignos spielt im neuen alten 4-2-3-1-System Stefan Aigner. Einen internen Positionswechsel wird Bastian Oczipka vornehmen, von der defensiven Rolle hinten links zu einer offensiveren im Mittelfeld. Zudem sollen Stefan Reinartz und vor allem Marc Stendera deutlich defensiver auftreten. Veh hofft, „dass wir so mehr Sicherheit bekommen.“

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Russ, Djakpa – Reinartz, Stendera – Aigner, Meier, Oczipka – Seferovic.- Bank: Lindner – Chandler, Medojevic, Flum, Kadlec, Waldschmidt, Castaignos

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