Verteidiger überzeugt bei Copa America

Neuer Vertrag für Carlos Zambrano

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Carlos Zambrano fliegt über Kevin Trapp.

Frankfurt - Bei der Frankfurter Eintracht war es für Carlos Zambrano in der abgelaufenen Saison alles andere als gut gelaufen. Von Peppi Schmitt

Eine schwere Knieverletzung (Außenbandriss), zugezogen bei einem Länderspiel gegen Chile Mitte Oktober, hatte ihn in der Vorrunde für zehn Spiele außer Gefecht gesetzt, ein Platzverweis nach Gelb-Roter Karte beim Spiel in Mainz in der Rückrunde erneut aus dem Rhythmus gebracht. Nur 17 Spiele hat der Innenverteidiger für die Eintracht bestritten, die meisten davon nicht wirklich gut. Es gab nicht wenige, die die vom Club mit Macht angestrebte Verlängerung des auslaufenden Vertrages zu deutlich verbesserten Konditionen eher kritisch begleitet haben. Vor allem die Undiszipliniertheiten des 25 Jahre alte Heißsporns missfiel vielen Beobachtern.

Dass er auch anders kann, zeigt Zambrano bei der Copa America eindrucksvoll, da läuft er zur Hochform auf. Mit Peru steht er im Halbfinale, hat in den bislang vier Spielen gegen Brasilien (1:2), Venezuela (1:0), Kolumbien (0:0) und Bolivien (3:1) durchweg gute Kritiken erhalten und, das ist erstaunlich, noch keine einzige Gelbe Karte gesehen. Nun gibt es wohl auch für die Eintracht eine gute Nachricht: Zambrano wird trotz anderer Angebote aus dem In- und Ausland in Frankfurt bleiben und für vier Jahre unterschreiben.

Die Eintracht hat die Meldung aber noch nicht offiziell bestätigt. Das hat Gründe. Zum einen, weil der Vertrag eben noch nicht unterschrieben ist. Dies wiederum liegt auch daran, dass Teile der Transferrechte an Zambrano bei einem Schweizer Konsortium liegen. Der Weltfußball-Verband FIFA schließt diese Möglichkeit in Zukunft für neue Verträge aus, dann sind Beteiligungen Dritter an Vertragsverhältnissen verboten. Doch bis Dienstag läuft ja noch der alte Vertrag. Ab Mittwoch ist Zambrano dann vertragslos, auch das Konsortium hat keine Rechte mehr. In der Folge kann und wird er dann wohl einen neuen Kontrakt bei der Eintracht unterzeichnen. Darauf sollen sich die Vertragspartner wohl geeinigt haben.

Die Frankfurter hätten damit eine weitere Baustelle geschlossen. Für die Abwehrzentrale würden in Zambrano, Marco Russ und dem derzeit noch verletzten Bamba Anderson drei Spieler zur Verfügung stehen. Auch Neuzugang Stefan Reinartz könnte zur Not dort einspringen. Gesucht wird nun noch ein weitere junger Innenverteidiger. Womöglich darf Alexander Madlung wieder auf eine neuen Vertrag hoffen.

Priorität bei der Suche nach Zugängen haben freilich nun die Positionen in der Offensive, auf der linken Außenbahn und im Zentrum. Dort wünscht sich Trainer Armin Veh zwei neue Spieler. Und natürlich wird auch weiter über einen neuen Rechtsverteidiger nachgedacht. In den ersten Wochen der Vorbereitung wird genau diese Position ziemlich vakant sein, denn die letztjährige Stammkraft Timothy Chandler wird bis Anfang August mit der amerikanischen Nationalmannschaft am Gold-Cup teilnehmen. Dies könnte die Chance für Aleksandar Ignjovski sein, sich beim neuen Trainer zu empfehlen. Womöglich aber hat Veh auch im Hinterkopf, den Japaner Makoto Hasebe vorübergehend rechts hinten einzusetzen.

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