Fans randalieren

Nur in der zweiten Hälfte ordentlich

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Eintracht Frankfurts neuer Stürmer Haris Seferovic (rechts) beim Testspiel gegen Vasco Regini von Sampdoria Genua. Die Frankfurter unterlagen 2:4, der Schweizer Nationalspieler ging bei seinem Debüt leer aus.

Genua - Am liebsten hätte Thomas Schaaf nur über die zweite Halbzeit gesprochen. Die hat die Frankfurter Eintracht nämlich 1:0 gegen Sampdoria Genua gewonnen. „Da haben wir so gespielt, wie wir uns das vorstellen“, sagte der Trainer. Von Peppi Schmitt

Dumm nur, dass es zur Pause schon 4:1 für den italienischen Erstligisten stand. Einige vermeintliche Fans hatten zudem wieder für unschöne Szenen gesorgten. Trotzdem sieht der neue Coach die Eintracht in der „richtigen Spur“. Schaaf weiß aber ganz genau, dass es für „Siege“ in der zweiten Halbzeit keine Punkte gibt und noch ganz viel Arbeit bis zum Pokalstart in zwei Wochen vor ihm liegt. Mit der Formation der ersten Halbzeit wird es Schaaf wohl kaum noch einmal probieren. Marco Russ überzeugte im defensiven Mittelfeld so wenig wie Alex Meier im offensiven. Und Vaclav Kadlec hat abermals seine Chance als Spitze nicht genutzt. Lucas Piazon war auf der rechten Angriffsseite eine Fehlbesetzung. Russ, Meier und Kadlec mussten zur Pause raus, Martin Lanig, Stefan Aigner und Haris Seferovic ersetzten sie. Piazon wurde von rechts nach links und von dort manchmal weiter nach innen geschoben. Nicht nur, aber auch deshalb wurde es besser in zweiten Abschnitt.

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Aber klar ist: Noch klappt nicht viel im Zusammenspiel, im neuen System. Die Abwehr mit der unsicheren Zentrale Carlos Zambrano und Bamba Anderson wurde immer wieder überspielt, auch wenn der zweite Treffer der Italiener ein Elfmetergeschenk des Schiedsrichters war. Aleksandar Ignjovski war als rechter Verteidiger ein Ausfall, Constant Djakpa links ab und an ein Sicherheitsrisiko. Spielmacher Makoto Hasebe macht zwar den Ball mit klugen Pässen manchmal durchaus schnell, er selbst aber bewegt sich in einem Einheitstempo.

Umfrage unter Eintracht-Fans

Es gab aber auch positive Ausnahmen. Takashi Inui, Schütze des 1:0, spielte fast 90 Minuten stark. Lanig empfahl sich nach der Pause als Dampfmacher. Piazon gelang es, nicht nur mit dem zweiten Tor, den schwachen Eindruck aus dem ersten Teil in anderer Rolle selbst zu korrigieren. Zugang Seferovic hatte einen guten Einstand.

Die Partie wurde überschattet von Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen. Am Ende waren zwei Leichtverletzte zu beklagen, ein Polizist und ein Frankfurter Anhänger. 600 Frankfurter Fans waren aus der Stadt mit Polizeibegleitung zum Stadion gegangen, wurden dort empfangen von den Genua-Fans. Leuchtraketen wurden abgeschossen auf die jeweils andere Seite.

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