Eintracht ohne "Anführer" in Stuttgart

Boateng über Wolf: "Wenn der nicht Nationalspieler wird, höre ich auf"

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Gegen RB Leipzig bekam er seine fünfte gelbe Karte und wird der Eintracht in Stuttgart fehlen.

Frankfurt - Kevin-Prince Boateng wird der Frankfurter Eintracht beim Auswärtsspiel am Samstag in Stuttgart fehlen. Nach der fünften gelben Karte ist der Mittelfeldspieler für ein Spiel gesperrt. Von Peppi Schmitt

Dabei hätte er gerne gespielt, die gegen Leipzig aufgetreten Zerrung ist schon wieder abgeklungen. In einem Gespräch mit den Medien hat Boateng unter anderem über die Gründe für den Höhenflug der Eintracht gesprochen, über die Qualität von Sportvorstand Fredi Bobic und erklärt, warum sein Kollege Marius Wolf bald Nationalspieler sein wird. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat die Aussagen von Boateng aufgezeichnet.

Über die aktuellen Erfolge der Eintracht: "Die Tabelle spiegelt die harte Arbeit wieder, die wir im Training leisten. Jetzt wollen wir auch da oben bleiben."

Über den Heimsieg gegen Leipzig: "Wir spielen immer mit Herz. Gegen Leipzig war das ganz speziell. Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir hatten uns vorher schon vorgenommen, die besondere Stimmung, die da herrscht, einfach auszublenden. Wir mussten uns selbst pushen. Das fängt schon bei einem Einwurf an, wenn man die Spieler von der Bank hört, auf Männer, weiter so. Das hat zusammengeschweißt."

Über die Champions-League und ob sie zu früh kommen könnte für die Eintracht: "Wenn es die Champions-League wird, hat man es verdient. Ob es zu früh wäre, werden wir dann sehen, wenn wir Champions-League oder Europa-League spielen. Heutzutage ist es doch so: Wenn man oben steht, dann gehört man dahin."

Über seine Erwartungen im letzten Sommer, als er aus Las Palmas nach Frankfurt gekommen ist: "Natürlich habe ich auch nicht gedacht, dass es so super läuft. Das hätte keiner gedacht. Deshalb ist es ja auch so schön. Man sieht, wir haben es uns erarbeitet. Wir waren am Anfang sicher keine Topmannschaft, aber jetzt sind wir es geworden."

Über sein Fehlen in Stuttgart wegen der Gelbsperre: "Die Jungs schaffen das auch ohne mich. Ich hätte aber lieber gespielt, die Pause passt gerade nicht so gut rein. Ich hätte auch spielen können, meine Zerrung ist ja auch schon abgeklungen. Jetzt schaue ich mir es halt im Fernsehen an."

Über die jüngste 0:3-Auswärtsniederlage in Augsburg: "Das wird nicht nochmal passieren. Diese Breitseite in Augsburg haben wir gebraucht. Da weiß man danach, was man besser machen muss."

Über das Spiel beim VfB Stuttgart: "Das wird ganz schwierig, der VfB hat sich zuletzt ja gefangen. Aber wir sind auch auswärts stark. Ich vertraue meinen Jungs."

Über die Gründe für die Stärke der Mannschaft: "Da gibt es mehrere Puzzleteile. Einmal, dass wir als Team sehr gut funktionieren. Überall gibt es mal beim Training eine Rauferei, bei uns gibt es das nicht. Der Trainer hält die Mannschaft super zusammen. Und ganz wichtig ist der gegenseitige Respekt."

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Über ein mögliches Fußball-Märchen in Frankfurt: "Manchmal denke ich drüber nach. Ich schaue in die Runde und denke, es ist unglaublich, was wir in ein paar Monaten geschaffen haben. Das ist ja eigentlich nicht normal. Wir stehen jetzt hier und alles ist super, aber es hätte ja auch nach hinten losgehen können. Es ist wunderschön, jeden Tag hierher zu kommen und da oben zu stehen. Und das auch noch zu Recht. Da ist genau, was Frankfurt gebraucht hat, um wieder geil zu werden darauf."

Über den Sportvorstand Fredi Bobic: "Fredi hat gezeigt, dass er Ahnung hat von seinem Job. Er hat die richtigen Leute für die Positionen geholt. Es funktioniert. Riesenlob für Fredi, wie perfekt er es hinbekommen hat."

Über den ersten Kontakt zur Eintracht: "Niko hat angerufen und gefragt, kannst du es dir vorstellen zu uns zu kommen."

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Über die spielerische Steigerung in der Rückrunde: "Wir haben uns im Trainingslager Mut geholt. Das haben wir erarbeitet, das hat der Trainer gefordert. Wir wollen uns trauen, auch wenn mal was schiefgehen kann. Deswegen sieht jetzt alles viel, viel besser aus."

Über seinen Kollegen Marius Wolf, dem er schon vor vielen Monaten eine Nationalmannschaftskarriere prophezeit hat: "Ich habe Recht, ich verstehe doch was vom Fußball. Ich habe ihm immer nur gesagt, er muss Vollgas geben. Da gibt es doch gar keinen Halt für ihn. Wenn der nicht Nationalspieler wird, dann höre ich auf mit Fußball. Der wird langfristig Nationalspieler, das ist ganz klar. Ob schon 2018 weiß ich nicht. Ich muss das zum Glück ja auch nicht entscheiden. Wenn die Bundesliga sieht: Ist da einer in seinem Alter viel besser? Marius ist abgeklärt, ruhig. Das ist sein erstes Jahr. Wie ruhig er damit umgeht, das habe ich in seinem Alter nicht geschafft. Der arbeitet jeden Tag an seinem Körper, genau das wird ihn zum Nationalspieler machen. Er hat einen Kopf, den andere mit 30 erst haben. Am Anfang war ich vielleicht wichtig für ihn, jetzt nicht mehr. Der braucht niemanden mehr, der weiß ganz genau, was er machen muss."

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