Testspiel gegen Sandhausen ohne Zuschauer

Ordonez und Regäsel: Zwei Verteidiger im Abseits

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Sein letztes Spiel für die Eintracht absolvierte Yanni Regäsel (rechts) gegen den FC Ingolstadt.

Frankfurt - Am kommenden Freitag bestreitet die Frankfurter Eintracht ein Freundschaftsspiel gegen den SV Sandhausen. Das Duell mit dem ambitionierten Zweitligisten findet um 15 Uhr im Riederwald-Stadion statt. Von Peppi Schmitt

Mit Ausnahme von Mitgliedern des "Kids-Klubs", der exklusiv Tickets erhält, wird es keine Eintrittskarten und damit auch keine Zuschauer geben. Lediglich Medienvertreter sind zugelassen. Sportlich bietet das Spiel den Profis aus der zweiten und dritten Reihe Gelegenheit, Spielpraxis zu sammeln und auf sich aufmerksam zu machen. "Wir sollten das Spiel ernst nehmen", sagt Danny Blum, Eintracht-Profi mit Sandhausener Vergangenheit. "Ich jedenfalls werde alles geben, um mich zu empfehlen."

Neben acht Nationalspielern, die sich auf Länderspielreisen befinden, werden mit Kevin Prince Boateng, Marco Russ, Sébastien Haller (Weisheitszahn gezogen) und Simon Falette noch weitere Stammkräfte fehlen. Zumindest war dieses Quartett am Mittwoch beim ersten Training der Woche nicht dabei. Dennoch hatte Trainer Niko Kovac noch dreizehn Feldspieler und zwei Torhüter auf dem Platz, die für das Freundschaftsspiel zur Verfügung stehen. Vor jeder Trainingseinheit informiert die Medienabteilung der Eintracht über den aktuellen Fitness- und Gesundheitszustand der Frankfurter Profis. Wer kann trainieren, wer nicht, wer übt nur im Kraftraum, wer wird geschont, wer dreht nur Runden (wie diesmal Rekonvaleszent Omar Mascarell) und Ähnliches wird da verkündet.

Dass sich neben Mascarell und Marco Fabián auch Timothy Chandler und Alex Meier weiter im Krankenstand befinden, ist auch kein Geheimnis. Ziemlich dezent aber wird es, wenn die Rede auf Andersson Ordonez und Yanni Regäsel kommt. Diese beiden Profis trainieren mal mit, eher selten, sind dann wieder vom Trainingsplatz verschwunden, ziemlich oft. "Angeschlagen" heißt es meistens zu Ordonez, "krank" zu Regäsel. Genauere Angaben gibt es nicht. Wie schwer oder welcher Art die Verletzungen oder Krankheiten auch sind, festzuhalten bleibt, dass beide Abwehrspieler total im sportlichen Abseits stehen, keine Rolle mehr spielen. Nicht für Einsätze in der Bundesliga oder im Pokal, nicht für Freundschaftsspiele, nicht einmal mehr in der täglichen Trainingsarbeit. Dabei wurden beide in den letzten winterlichen Transferperioden noch mit großen Hoffnungen verpflichtet.

Der frühere Trainer Armin Veh hatte in Zusammenarbeit mit Manager Bruno Hübner Regäsel im Februar 2016, unmittelbar vor dem Start in die Rückrunde, von Hertha BSC geholt. Die Eintracht bezahlte eine geringe Ablöse, angeblich 200.000 Euro, und dem Neuen einen Vertrag bis 2019 gegeben. Regäsel sollte zu einer echten Alternative als rechter Verteidiger aufgebaut werden. "Wir wollten ihn erst im Sommer holen, aber jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben, schon früher zuzuschlagen", hatte Hübner damals gesagt. Unter Veh war Regäsel gleich ein Kandidat für die Anfangself, absolvierte in der Rückrunde zehn Spiele. Die Einsätze wurden weniger, nachdem Niko Kovac das Amt von Veh übernommen hatte. Unter dem aktuellen Eintracht-Trainer ist der inzwischen 21 Jahre alte Verteidiger nicht wirklich vorangekommen. In der vergangenen Saison hat er unter Kovac im April und Mai nur noch dreimal im Kader gestanden, wurde nicht eingesetzt. Das letzte Spiel für die Eintracht hat Regäsel am 25. Oktober 2016 im Pokal gegen Ingolstadt (4:1 nach Elfmeterschießen) bestritten.

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Über Monate war Regäsel wegen Hüftproblemen ausgefallen, die auch eine Operation nach sich gezogen hatten. Mit ein paar ehrlichen, aber unbedachten Äußerungen in einem Interview im Mai diesen Jahres hatte sich der Berliner Junge beim aus Berlin stammenden Trainer auch keine Sympathiepunkte erworben. "So wie ich trainiere, hätte ich auf jeden Fall eine Chance verdient", hatte er geklagt, "ich trainiere stark, aber der Trainer sagt nichts". Als der Trainer vor nicht allzu langer Zeit auf Regäsel angesprochen wurde, antwortete er eher ausweichend. "Yanni muss erst aufgebaut werden", hatte Niko Kovac gesagt," er ist ein großes Stück weg von der Mannschaft". Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gleiches gilt für Ordonez: Der Ecuadorianer wurde im Januar aus Guayaquil für eine Ablösesumme von über einer Million Euro geholt und mit einem Vertrag bis zum Juni 2020 ausgestattet. Er sollte die damaligen Probleme in der Innenverteidigung helfen zu lösen. Doch Ordonez' Anfangszeit hätte unglücklicher nicht verlaufen können. Gleich beim Trainingslager in Abu Dhabi verletzte er sich am Knie. Die nachfolgende Reha, häufig alleine im Studio oder mit den Reha-Trainern, erschwerten die ohnehin schon schwierige Integration noch weiter.

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Der 23 Jahre alte Innenverteidiger ist immerhin noch auf vier Einsätze gekommen, dreimal von Beginn an, niemals über die komplette Spielzeit. Und so richtig überzeugen konnte er nie. Zum letzten Mal gespielt hat er am 22. April beim 3:1 gegen den FC Augsburg. Da musste er aus taktischen Gründen bei einem 0:1-Rückstand zur Pause dem Stürmer Shani Tarashaj Platz machen. In dieser Saison hat Ordonez noch nicht einmal im Kader gestanden. Auch mit den Trainingszeiten dürfte es im Vergleich zu den Kollegen nicht weit her sein, gefühlt trainiert er zweimal und pausiert dann dreimal. Immer wieder plagen ihn Verletzungen. Schon bei seiner Verpflichtung soll es Zweifel an der Gesundheit gegeben haben. Diese scheinen sich nun zu bestätigen. Ordonez spielt keine Rolle mehr in den Planungen der Eintracht und es wäre keine Überraschung, wenn er Winter auf Leihbasis wieder zurück in seine Heimat wechseln würde.

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