Personalsorgen vor dem Derby in Mainz

Hasebe verletzt: Veh muss schon wieder umbauen

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In den letzten zehn Bundesligaspielen gelang der Eintracht nur ein Sieg.

Frankfurt - Seit Saisonbeginn hat die Frankfurter Eintracht keine Lösung für die vakante Stelle auf Linksaußen oder im linken Mittelfeld gefunden. Trainer Armin Veh hat alles Mögliche versucht und alle möglichen Spieler probiert. Von Peppi Schmitt

Takashi Inui hat da zu Beginn gespielt, der ist längst weg, Joel Gerezgiher durfte sich versuchen, auch Luca Waldschmidt. Bastian Oczipka wurde eins weiter nach vorne geschoben, Aleksandar Ignjovski hatte zuletzt den Platz eingenommen. Und nun, vier Spieltage vor Ende der Vorrunde und fünf Tage vor dem Derby beim FSV Mainz 05, beginnt die Suche von vorn. Veh wird einmal mehr improvisieren und/oder experimentieren müssen. Denn selbst die „Notlösung“ mit der „Allzweckwaffe“ Ignjovski wird womöglich nicht möglich sein. Grund: Nachdem sich nun auch noch Makoto Hasebe mit einer Verletzung abgemeldet hat, wird Ignjovski wieder hinten rechts gebraucht.

Hasebe hatte am Samstag gegen Leverkusen noch neunzig Minuten ohne sichtbare Beschwerden durchgehalten und auch am Sonntag nicht über Schmerzen geklagt. „Aber am Montag hat er uns dann erzählt, dass er am Schambein Probleme hat“, berichtete der Trainer am Dienstag. Hasebe konnte nicht trainieren, war nur in Behandlung. Ob es sich tatsächlich um eine Schambeinentzündung handelt, die durchaus langwierig sein kann und schwierig zu behandeln ist, soll in den nächsten Tagen von Spezialisten herausgefunden werden. „Ich habe ihn noch nicht abgeschrieben“, sagt Veh und hofft, dass der japanische Nationalspieler sich rechtzeitig fürs Derby doch noch erholt.

Wenn nicht, dann werden wieder größere Umbauarbeiten in der Mannschaft nötig sein. Natürlich könnte Veh Timothy Chandler als rechten Verteidiger aufstellen. Doch mit dessen Leistung war er gegen Leverkusen überhaupt nicht einverstanden. Die fehlende Konstanz des amerikanischen Nationalspielers führt der Frankfurter Trainer auf die fehlende Vorbereitung im letzten Sommer zurück. „Erst war er beim Gold-Cup und konnte nicht trainieren“, ärgert sich Veh, „dann ist er zurückgekommen, war nicht fit und hat sich verletzt“. Bei dieser Vorgeschichte könne ein Spieler im Laufe einer Halbserie gar keine konstante Form finden. Hasebe ist also verletzt, Chandler nicht in Form, da bleibt dann nur noch Ignjovski als Alternative.

Eintracht-Zeugnis gegen Leverkusen

Und wer spielt dann vorne links? „Ich weiß es noch nicht“, gibt Veh zu, „ich habe ja noch ein paar Tage Zeit, mir etwas einfallen zu lassen.“ Am Dienstag beim Training durfte Luca Waldschmidt auf links stürmen. Vielleicht stellt der Trainer aber in Folge der Vakanzen noch mehr um. Johannes Flum ist nach einer Magen-Darm-Grippe aus der letzten Woche, die ihren Auswirkungen auch zu starken Kopfschmerzen geführt hatte, wieder im Training. Und Stefan Reinartz konnte am Dienstag zumindest wieder Laufarbeit verrichten. „Ich gebe keine Wasserstandmeldungen ab“, sagt der Mittelfeldspieler später auf Nachfrage zu seinem Gesundheitszustand. Der Trainer immerhin war ganz zufrieden, „dass es bei ihm besser aussieht.“ Ob es aber für einen Einsatz reicht, bleibt offen.

Ein paar kleine Hoffnungen zumindest auf einen Bankplatz macht sich auch Sonny Kittel, der nun seit gut zwei Wochen wieder im Training steht. Kittel wäre ein Mann, der tatsächlich das Problem auf links lösen könnte, Gesundheit und Fitness vorausgesetzt. Aber ihm fehlt aktuell auch jegliche Spielpraxis, ist er doch gerade erst nach einer schweren Knieoperation zurückgekehrt. „Er ist noch nicht so weit“, sagt Veh bestimmt, der mit seinen jungen Spielern weiter behutsam umgehen möchte. „Sie brauchen einfach noch Zeit“, sagt er und bezieht sich auf Kittel wie auf Gerezgiher, Mijat Gacinovic und selbst Waldschmidt, „im Training geht es ganz gut, aber Bundesliga ist halt ein Unterschied.“ Das Problem auf links wird die Eintracht also weiter begleiten. Im Winter wolle man es „lösen“, kündigte der Trainer an. Dann soll ein neuer Spieler kommen. Favorit ist der ehemalige Nationalspieler Sidney Sam vom FC Schalke 04. Bis dahin müssen sich die Frankfurter intern mehr schlecht als recht über die Zeit retten.

Bilder: Eintracht verliert verdient gegen Leverkusen

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