Seferovic kann gegen Gladbach spielen

Veh greift durch: Zambrano auf die Bank, Hasebe in Urlaub

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Armin Veh

Frankfurt - Es ist zwei Wochen her, da hatte Armin Veh seine Mannschaft bewusst unter Druck gesetzt. Der Trainer der Eintracht hatte vor dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt auf die besondere Bedeutung der Partie hingewiesen und wollte damit eine besondere Reaktion herauskitzeln. Von Peppi Schmitt

Das ist ziemlich schief gegangen, die Eintracht unterlag beim Aufsteiger 0:2. Nun spielen die Frankfurter an diesem Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach. Sicher wieder ein wichtiges Spiel. Aber Veh will es nicht mehr so benennen. Die Erwartungshaltung in Frankfurt sei sowieso schon zu hoch, glaubt er, die Reaktionen nach dem Ingolstadt-Spiel seien extrem gewesen. „Hier schweben einige in anderen Sphären“, sagt er, „wir sind Zwölfter, aber man könnte glauben, wir seien Neunzehnter.“ All jene, die von der Eintracht zwingend einen Platz in der Nähe von Europa erwarten, sollten sich daran erinnern, „dass wir den Etat sicher nicht um 30 Millionen Euro erhöht haben“.

Gladbach habe da ganz andere Voraussetzungen und deshalb gehe die Eintracht gegen den Champions-League-Teilnehmer „nicht als Favorit“ auf den Rasen. „Normal müssten wir vor Ingolstadt stehen und Gladbach müsste vor uns stehen“, sagt Veh mit Blick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Nun ist es nach acht Spieltagen anders gekommen, die Underdogs aus Ingolstadt sind sensationell Sechster, die Eintracht ist Zwölfter, Gladbach trotz zuletzt dreier Siege in Folge nur Dreizehnter. Und die Borussia hat als einzige Mannschaft in dieser Spielzeit schon den Trainer gewechselt. Für den zurückgetretenen Lucien Favre hat Andre Schubert übernommen. Die Gäste vom Niederrhein werden aktuell von einigen Verletzungsproblemen geplagt. Mit Martin Stranzl (Bruch der Augenhöhle), Patrick Herrmann und Nico Schulz (beide Kreuzbandrisse) fehlen zumindest drei Stammspieler. Weitere sind fraglich.

Der Eintracht-Tag im Ticker

„Wir wissen also nicht, wie sie personell kommen“, sagt der Frankfurter Trainer und behält auch in Bezug auf seine Mannschaft das eine oder andere Geheimnis für sich. Nach Ingolstadt hatte Veh angekündigt, Änderungen vornehmen zu wollen. Zwei immerhin hat er schon bekannt gegeben. Für Carlos Zambrano, der nach seinem Länderspielreise erst am Freitag zum ersten Mal wieder auf dem Trainingsplatz gestanden hat, spielt David Abraham. „Carlos kann spielen, aber wie er kann, weiß ich nicht“, sagte Veh dazu. Und die angedachte Pause für Mittelfeldspieler Makoto Hasebe wurde nun in die Tat umgesetzt.

„Er hat ein paar Tage frei, muss erst am Dienstag wieder trainieren“, sagt der Eintracht-Coach. Hasebe möge auch bitte nicht ins Stadion kommen, „sondern einmal wirklich abschalten“, rät Veh dem überbelasteten und überspielten Kapitän der japanischen Nationalmannschaft. Hasebe trage diese Maßnahme mit, berichtete der Trainer vom Gespräch mit dem Spieler, „er ist hochprofessionell.“ Wer für Hasebe spielen wird, behielt Veh noch für sich. Einiges spricht dafür, dass Haris Seferovic nach überstandener Muskelverletzung ins Team zurückkehren wird. Der Schweizer Nationalspieler sei „sehr fokussiert auf sein Comeback“, sagt der Trainer, „ich rechne schon damit, dass er uns helfen kann.“ Seferovic wird also stürmen, Luc Castaignos wahrscheinlich mit ihm. Wohin dann mit Stefan Aigner, wenn es bei der Raute im Mittelfeld bleibt? Johannes Flum könnte dann nämlich den Platz von Hasebe einnehmen.

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Das wäre die „eins-zu-eins“-Variante. Stellt Veh aber um auf 4-2-3-1 wäre Aigner drin statt Flum und die Eintracht noch offensiver aufgestellt als sonst schon üblich. Es sei denn, der Trainer würde auf Marc Stendera verzichten, der zuletzt zehn Tage mit der U 21 Nationalmannschaft unterwegs war. Unangefochten ist natürlich Alexander Meir. De Kapitän und Torjäger bekam zuletzt ein Sonderlob des Trainers. „Er geht voran, das gefällt mir“, sagte Veh. Zu dessen Stärken auch die persönlichen Sonderschichten nach den offiziellen Trainingseinheiten beitragen. „Es fällt nicht vom Himmel, dass Alex einen so präzisen Schuss hat“, sagt Veh, „um immer besser zu werden, muss man in der Bundesliga in gewissen Bereichen mehr tun als nur die normale Arbeit.“ Eine ähnliche Einstellung wie Meier legt er auch seinen jungen Spielern ans Herz. „Es ist notwendig, dass die Jungen diesen Ehrgeiz entwickeln“, fordert er.

Mögliche Aufstellung der Eintracht

Hradecky – Ignjovski, Russ, Abraham, Oczipka – Flum (Aigner), Reinartz, Stendera, Meier – Seferovic, Castaignos - Bank: Lindner – Zambrano, Djakpa, Medojevic, Aigner (Flum), Waldschmidt, Kadlec

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