Peter Fischer mit mehr Einfluss als jemals zuvor

„Verein und AG so nah wie nie“

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Frankfurt - Zwölf Jahre war Peter Fischer schon der starke Mann vom Riederwald, der Präsident des Vereins Eintracht Frankfurt.

Nach seiner geradezu triumphalen Wiederwahl für weitere drei Jahre, ist der 58-Jährige nun auch in einer nie dagewesenen Position der Stärke im gesamten Klub. Fischer wird im Aufsichtsrat (AR) ein noch gewichtigeres Wort mitreden bei den vielen Zukunftsfragen des Profifußballs. Ohne Fischer und die anderen beiden Vereinsvertreter wird da nichts mehr gehen. Es ist kein Geheimnis, dass Dr. Wilhelm Bender nicht weiter den Vorsitz im obersten Kontrollgremium führen wird. Längst wird ein Nachfolger gesucht. Und ziemlich sicher wird es auch dabei blieben, dass es keine weitere Amtszeit für den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen geben wird, dessen Vertrag im Sommer 2016 ausläuft und der selbst angekündigt hat, „dass dann Schluss ist. “.

Zwei Männer, die ihre Heimat beim Verein am Riederwald haben, sind nun bald auch die mächtigsten Männer in der AG. Der für drei Jahre neu gewählte Präsident und der Finanzvorstand Axel Hellmann, dessen Vertrag gerade für drei Jahre verlängert worden ist, werden in Zukunft die Geschicke der Eintracht bestimmen und dabei eine große Verantwortung tragen. Sportdirektor Bruno Hübner war noch in der Halle einer der ersten, der gratulierte. Gemeinsam mit Cheftrainer Thomas Schaaf hatte er mehr als acht Stunden ausgehalten und damit die Bedeutung der Wahl unterstrichen. Fischers Fazit: „Verein und AG waren sich noch nie so nahe, wie sie heute sind“.

Mitgliederversammlung der Eintracht

Mitgliederversammlung der Eintracht

Der Präsident hatte sich, um in der Sportlersprache zu bleiben, in Topform präsentiert. Seine beiden Reden waren mitreißend, emotional, witzig und immer überzeugend. Nachher zeigte er sich als fairer Gewinner. Reiner Schäfer könne „erhobenen Hauptes“ aus der Versammlung gehen, „ich habe großen Respekt für seine Kandidatur, dazu hat es Mut gebraucht.“ Schäfer habe mit seinem Rückzug auch im richtigen Moment erkannt, dass sein Kampf aussichtslos sei.

„Es hätte keinen Sinn gemacht, das Leid der Mitglieder zu verlängern“, sagte der 70 Jahre alte Schäfer, „es war wie im Fußball, ich lag 0:1 zurück und habe dann noch fünf Tore bekommen.“ Für ihn sei die wichtigste Erkenntnis des Abends, „dass es völlig aussichtslos ist, als Einzelkämpfer gegen die geballte Macht und den Apparat des amtierenden Präsidenten anzutreten.“

Irgendwann am Abend war dann auch Fischer fast sprachlos, mit den Kräften am Ende. „Dieses Ergebnis war außerhalb meiner Vorstellungskraft“, sagte er, „es war alles sehr anstrengend, ich weiß nicht einmal, wie viel Uhr es ist, ich bin fahrig und fertig.“ Er hielt sein Versprechen, gab der gesamten Geschäftsstelle am Riederwald frei, „weil sie in den vergangenen Wochen so tolle Arbeit geleistet haben.“

sp

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