„Büffel“ gegen „Bullen“

Hütter erwartet „Power- und Stressfußball“

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Spricht Adi Hütter, Trainer der Frankfurter Eintracht, vom samstäglichen Gegner RB Leipzig, spricht er auch ein wenig über seine eigene Mannschaft. Hütter erwartet „Powerfußball und Stressfußball“, sagt er.

Frankfurt - Spricht Adi Hütter, Trainer der Frankfurter Eintracht, vom samstäglichen Gegner RB Leipzig, spricht er auch ein wenig über seine eigene Mannschaft. Hütter erwartet „Powerfußball und Stressfußball“, sagt er. Von Peppi Schmitt

Soll heißen: Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich gegenseitig keine Pause gönnen werden, die dem Gegner keinen Platz geben, das eigene Spiel zu entwickeln, die jagen, um nicht selbst gejagt zu werden. Leipzig-Coach Ralf Rangnick und Hütter haben die Salzburger Schule genossen, für beide ist es quasi ein Blick in den Spiegel. „Wir brauchen Antworten“, sagt Hütter und bezeichnet das Spiel seiner „Büffel“ gegen die „Bullen“ aus Leipzig als richtungweisend. „Mit einem Sieg können wir uns weiter nach oben orientieren“, sagt er.

Aktuell beträgt der Rückstand des Fünften aus Frankfurt auf den Vierten aus Leipzig fünf Punkte. Nur mit einem Sieg kann die Eintracht den Anschluss wieder herstellen. Das ist das erklärte Ziel der Eintracht, die seit einiger Zeit zwischen hohen Erwartungen und realistischen Einschätzungen schwankt. So hat unter der Woche der stürmende Verteidiger Filip Kostic davon gesprochen, dass es an der Zeit wäre, „die Champions-League zur erreichen.“ Dem Trainer und einigen anderen Verantwortlichen im Klub gefällt zwar einerseits der Mut und der Anspruch der Mannschaft, Großes erreichen zu wollen. Andererseits geht ihnen die Entwicklung zu schnell, die Fallhöhe macht ihnen ein wenig Angst. Träume seien grundsätzlich erlaubt, sagt der 46 Jahre alte Trainer, doch habe die Eintracht „zwischen all den Spitzenmannschaften“ ihren Platz noch nicht wirklich gefunden. „Wir sollten den Ball flach halten“, mahnt Hütter, „das eine ist, darüber zu reden, das andere ist, es auch auf dem Platz zu zeigen.“

Eintracht muss in Leipzig auf Abraham verzichten

Leipzig ist der ideale Ort, um den Worten nun auch Taten folgen zu lassen. Bislang ist den Frankfurtern noch kein einziger Sieg gegen einen Klub aus den Top-Vier gelungen. Das Hinspiel endete 1:1. Bei aller berechtigten Vorsicht will sich der Eintracht-Trainer auch nicht als „Bremser“ betätigen. Auch er geht mit viel Selbstvertrauen und noch mehr Vertrauen in seine Spieler in die nächsten schweren Begegnungen gegen Leipzig, Mönchengladbach und zweimal Schachtjar Donezk in der Europa-League.

Hütter wirkt locker und aufgeräumt in diesen Tagen und hat in der offiziellen Spieltagspressekonferenz so offen wie selten Auskunft über seine personellen Überlegungen gegeben. Kapitän David Abraham wird danach einmal mehr wegen seiner Wadenprobleme fehlen und Neuzugang Martin Hinteregger wird ihn wie gegen Dortmund vertreten. Dass die anderen Neuzugänge, der Brasilianer „Tuta“ und der Franzose Touré, nach wenigen Trainingseinheiten mit der Mannschaft noch kein Thema sind, ist auch keine Überraschung. Zudem werden noch Marc Stendera wegen einer leichten Blessur und Rekonvaleszent Lucas Torró fehlen. Alle anderen Spieler aber seien fit, sagt der Frankfurter Trainer.

Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig: Bilder

Hütter hat also viel Auswahl, vor allem in der angreifenden Abteilung. Mit seinen drei Stürmern Rebic, Jovic und Haller sei er aktuell „sehr zufrieden“, betont er, „es wäre schade, einen draußen zu lassen.“ Doch das könnte ein kleiner verbaler Bluff sein, denn mit Mijat Gacinovic spielt eine andere Offensivkraft in den Überlegungen eine Rolle. Sorgen sehen anders aus. „Lieber ein solches Luxusproblem als andersherum“, lacht Hütter, der seine Mannschaft nicht als Favorit, aber auch nicht als Außenseiter sieht. „Es wird sicher ein attraktives Spiel“, glaubt er, „es wird darauf ankommen, keine leichten Fehler zu machen.“ Dies gelte für beide Teams.

Mögliche Aufstellung der Eintracht: Trapp – Niederegger, Hasebe, Ndicka – Da Costa, Fernandes, Rode, Kostic – Rebic, Jovic, Haller

Bank: Rönnow, Russ, Falette, Willems, de Guzman, Gacinovic, Paciencia

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