Vor Supercup

Rebic nicht zu Manchester - Willems nicht zu Everton

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Ante Rebic ist zurück bei der Eintracht - ob er bleibt, ist aber weiterhin unklar. Nach England geht's für ihn aber schonmal nicht.

Frankfurt - Ante Rebic nicht nach Manchester. Jetro Willems nicht nach Everton. Um 18 Uhr am Donnerstagabend schließt die Transferliste für die Premiere League. Kein Frankfurter wird also nach unseren Informationen in diesem Sommer auf die Insel wechseln. Von Peppi Schmitt

Die angeblichen Angebote, die die Eintracht selbst auch immer bestritten hatte, waren wohl nicht mehr als lockere Anfragen oder Gerüchte. Im „Fall Rebic“ ist den Frankfurtern damit auch nicht das ganz große Geschäft durch die Lappen gegangen. Der „Kicker“ hat in seiner Donnerstagausgabe berichtet, dass nicht etwa 20 oder 30 Prozent einer möglichen Ablösesumme in die Kassen des letzten Vereins AC Florenz fließen würden, sondern satte 50 Prozent. Trifft dies zu, wäre selbst bei einer realistischen Ablösesumme von 30 bis 35 Millionen Euro der Gewinn für die Eintracht zwar enorm in Bezug auf die eingesetzten rund 2,5 Millionen Euro im letzten Jahr, aber eben doch nicht hoch genug, um den sportlichen Verlust adäquat auffangen zu können.

Niemand konnte im letzten Sommer erwarten, wie steil Rebics Formkurve nach oben führen würde. Zur Erinnerung: Der damalige Trainer Niko Kovac hatte zunächst Ende Mai 2017 eine feste Verpflichtung von Rebic wegen der zu hohen Kosten abgelehnt. Erst am letzten Tag der Transferperiode, am 31. August 2017, wurde doch noch eine Lösung mit dem AC Florenz gefunden. Die Ablöse war mit 2,5 Millionen Euro relativ gering, aber die Eintracht musste Zugeständnisse bei einem eventuellen Weiterverkauf machen. Die Eintracht selbst hat sich zu den Vertragskonditionen, wie es allgemein üblich ist, nicht geäußert.

Rebic also ist (noch) da, könnte jetzt nur noch nach Italien (bis 17. August) oder Spanien (bis 31. August) wechseln. Zunächst einmal aber wird er in Frankfurt bleiben und einiges deutet daraufhin, dass dies für die gesamte Saison gelten könnte. Ob er nach drei Tagen Training schon am Sonntag im Aufgebot für das Supercupspiel am Sonntag (20.30 Uhr) gegen die Bayern stehen wird, muss der Trainer in den nächsten beiden Tagen entscheiden. Am Mittwoch hatte sich der kroatische Vizeweltmeister jedenfalls in guter körperlicher Verfassung präsentiert. Auch am Donnerstag hat Rebic normal mit der Mannschaft trainiert, wie alle anderen auch. Ausnahme Nicolai Müller, der nach seiner Oberschenkelverletzung noch nicht im Trainingsbetrieb steht.

Der Trainingsplatz ist voll in diesen Tagen vor dem ersten Pflichtspiel. Und der Kader ist noch voller. Nachdem die Eintracht kurzfristig den beiden A-Jugendlichen Tobias Stirl und Patrice Kabuya Profiverträge gegeben hat, um die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geforderte Quote von zwölf deutschen Spielern zu erfüllen, stehen aktuell 36 Spieler unter Vertrag. Keine Frage also: Das Aufgebot muss ausgedünnt werden. Das Quartett der „Aussortierten“ mit Marc Stendera, Branimir Hrgota, Daichi Kamada und Nelson Mandela, ist auf Vereinssuche. Der eine oder andere Kandidat könnte noch hinzukommen.

Über den aktuellen Stellenwert einzelner Spieler wird schon das Aufgebot für das Supercup-Spiel weitere Aufschlüsse geben. In den jüngsten Testspielen hatte Trainer Adi Hütter meist zwei komplette Mannschaften eingesetzt, nun ist Rebic hinzugekommen. Mindestens fünf Spieler aus dem zuletzt engeren Kreis werden also keinen Platz im Aufgebot finden. Schwer wird es für Taleb Tawatha, Simon Falette, Evan Ndicka, Marijan Cavar, Allan Souza, Chico Geraldes, Goncalo Paciencia und Danny Blum. Durchaus wahrscheinlich, dass es nur einer aus dieser Gruppe auf die Bank schaffen wird.

Der aufgeblähte Kader macht es trotz der Einführung der „Trainingsgruppe 2“ schwierig allen gerecht zu werden. Und für den Trainer lässt es sich mit so vielen Spielern nicht wirklich gut arbeiten. Eine rein sportliche Frage also.

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Obwohl die Eintracht inzwischen schon neun Spieler abgegeben und acht geholt hat, halten sich die finanziellen Aufwendungen dagegen in Grenzen. Einnahmen von gut elf Millionen Euro für Omar Mascarell (4 Millionen Euro/Schalke 04), Marius Wolf (6,5 Millionen Euro/Borussia Dortmund) und Aymen Barkok (800.000 Euro Leihgebühr/Fortuna Düsseldorf) stehen Ausgaben in Höhe von knapp 20 Millionen Euro für Frederik Rönnow (2,8 Millionen Euro an Bröndby), Evan Ndicka (5 Millionen Euro an AJ Auxerre), Goncalo Paciencia (3 Millionen Euro an den FC Porto), Lucas Torró (3,5 Millionen an Real Madrid), Chico Geraldes (200.000 Leihgebühr an Sporting Lissabon) und Carlos Salcedo (5 Millionen Euro an Guadalajara) gegenüber.

Um eine Million mehr oder weniger geht es auch im Supercup. Der Sieger erhält drei Millionen Euro, der Verlierer zwei Millionen. Die Einnahmen, die die gut 50.000 Zuschauer in die Kassen bringen, gehen an die DFL. Die Eintracht erhält lediglich eine sogenannte „Abwicklungsgebühr“. In jedem Fall ist das Spiel gegen die Bayern nicht nur ein sportlicher Bonus nach dem Pokalsieg, sondern einer von vielen im wirtschaftlichen Bereich.

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