Hoffnung bei Mascarell

Saisonaus bei Salcedo: Operation in Mexiko

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Carlos Salcedo

Frankfurt - Die Diagnose war ebenso klar wie niederschmetternd: Carlos Salcedo hat sich in der Nacht zum Mittwoch beim Länderspiel der mexikanischen Nationalmannschaft im US-amerikanischen Arlington gegen Kroatien (0:1) einen Schlüsselbeinbruch zugezogen.

Damit fällt der Verteidiger der Frankfurter Eintracht für den Rest der Saison aus und muss auch um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli) in Russland bangen. „Es sah eigentlich ganz harmlos aus“, berichtete der Frankfurter Trainer Niko Kovac am Mittwoch, „er ist einfach nur über Kovacic drübergesprungen und hat ihn nicht einmal berührt.“ Doch beim Fallen war das Unglück dann doch passiert, obwohl sich Salcedo, der erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, auf Grund seiner Vorgeschichte auch noch geschickt abgerollt hatte. Noch am Boden liegend verzog der 24 Jahre alte Abwehrspieler voller Schmerzen das Gesicht. Es folgten die Auswechslung in der 68. Minute, die ersten Untersuchungen und dann die Diagnose. Inzwischen ist Salcedo mit der mexikanischen Mannschaft in seine Heimat zurückgeflogen. Dort wird er in Absprache mit der Eintracht operiert und die ersten Reha-Maßnahmen durchführen.

Ganz offenbar ist die Schulter die Achillesferse des Mexikaners. Schon im letzten Juni hatte er sich beim Spiel des Confed-Cups gegen Neuseeland eine Schultereckgelenksprengung zugezogen. Auch damals hatte der Sturz vergleichsweise harmlos ausgesehen. „So schlimm ist es diesmal nicht“, sagt Kovac, auch wenn erneut die linke Schulter betroffen ist. Für Salcedo gibt es trotz dieses Rückschlags auch eine gute Nachricht. Denn die Eintracht wird ihn vermutlich über das Saisonende hinaus verpflichten. Dies ist per Option möglich. Bislang ist er von Deportivo Guadalajara nur bis zum 30. Juni dieses Jahres ausgeliehen. „Ich bin zufrieden mit ihm, er hat sich im Laufe der Saison gesteigert“, sagt der Trainer, „es ist noch nicht endgültig entschieden, aber die Tendenz geht dahin, dass wir ihn behalten.“ Salcedo wird also nach der Reha, vermutlich in drei, vier Wochen, nach Frankfurt zurückkehren.

Bis dahin kann Kovac sich für die drei Positionen der Abwehrkette zwischen vier Spielern entscheiden. Kapitän David Abraham ist gesetzt, dazu kommen noch Makoto Hasebe, der gerade mit Japan ein Länderspiel gegen die Ukraine mit 1:2 verloren hat, Simon Falette und Marco Russ. „Damit ist klar, dass in Zukunft keiner mehr auf die Tribüne muss“, sagt der Frankfurter Trainer, „drei spielen, einer sitzt auf der Bank“. Sollte es weitere Ausfälle geben, Falette ist mit neun gelben Karten vorbelastet, Abraham und Russ mit je drei, wäre Timothy Chandler für den Notfall eine weitere Lösung. Noch gibt es also keine Engpässe.

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Salcedo ist aktuell der einzige Frankfurter Profi, der dauerhaft ausfällt. Selbst Omar Mascarell scheint es nun wieder etwas besser zu gehen. Jedenfalls rechnet der Trainer noch in dieser Saison mit der Rückkehr des spanischen Mittelfeldspielers. Nach einem halben Jahr Pause wegen einer Achillessehnenoperation hatte Mascarell zu Jahresbeginn wieder fünf Spiele bestritten, ist seit der Heimbegegnung gegen den 1. FC Köln am 10. Februar wegen einer Fußverletzung aber wieder außer Gefecht. Nach mehreren Röntgen- und MRT-Untersuchungen wurde die neue Verletzung als „Hämatom“ auf dem Spann diagnostiziert. Nun spricht der Trainer von einer Kallusbildung, die auf den letzten Bildern sichtbar geworden sei. Kallus bildet sich nach Brüchen oder einem Haarriss. Die Verletzung war also sicherlich schwerer als zunächst angenommen und wohl so auch nicht auf Anhieb zu diagnostizieren.

Seit vielen Wochen trägt der spanische Profi einen entlastenden Schuh, eine deutliche Besserung war aber lange nicht eingetreten. Auch nicht in einem Kurzurlaub in seiner Heimat Teneriffa, den ihm der Trainer verordnet hatte. Seit dieser Woche aber sitzt der 24 Jahre alte Mascarell immerhin nun wieder auf dem Ergometer und arbeitet an seiner körperlichen Fitness. „Nächste Woche“, so Trainer Kovac, werde man dann schauen, ob wieder mehr möglich ist. Der Eintracht-Coach hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Mascarell im Endspurt vielleicht doch noch helfen kann.

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