Oczipka kann spielen, Aufstellung unverändert

Eintracht hat seit 1999 nicht mehr auf Schalke gewonnen

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Frankfurt - Nein, über die, die nicht spielen, wollte Armin Veh partout nicht reden. „Ich bin für alle Spieler verantwortlich, nicht nur für einen“, antwortete der Trainer der Frankfurter Eintracht auf die Frage nach den Einsatzchancen von Stefan Aigner. Von Peppi Schmitt

Der ist in den letzten Spielen zum „Systemopfer“ geworden, hat seinen Stammplatz verloren. Und wird ihn auch beim Auswärtsspiel an diesem Mittwoch (20 Uhr) beim FC Schalke 04 nicht zurück bekommen. Denn die Frankfurter können zum dritten Mal in Folge unverändert antreten. Nach dem 6:2 gegen den 1.FC Köln und dem 0:0 beim Hamburger SV gibt es keinen Grund für den Trainer, das Personal zu verändern. Und so wird neben Aigner auch Carlos Zambrano weiter auf der Bank sitzen.

Die Qualität der Reserve sagt viel aus über die momentane Situation der Eintracht. Sportdirektort Bruno Hübner und der Trainer haben im Sommer einen Kader zusammengestellt, der das Zeug dazu hat, in der vorderen Tabellenhälfte mitzuspielen. Mit Torwart Lukas Hradecky, Abwehrspieler David Abraham, Mittelfeldspieler Stefan Reinartz und Stürmer Luc Castaignos gehören vier Neuzugänge zum Stamm. Aktuell sind die Frankfurter seit vier Spielen ungeschlagen und fahren als Achter mit breiter Brust nach Schalke. „Wir haben Fähigkeiten, die uns in die Lage versetzen, dass wir dort gewinnen können“, sagt Veh. Dazu freilich müssten die Spieler ihre Bestleistung abrufen, die Mannschaft insgesamt funktionieren. Denn die Favoriten bei dieser Begegnung seien nach wie vor die Schalker. Auf Augenhöhe könne die Eintracht sich nur auf Grund der Form der letzten Wochen bewegen, nicht aber von den Grundvoraussetzungen her. „Schalke hat einen Personaletat von 95 Millionen Euro“, sagt der Eintracht-Coach, „wenn wir uns da sportlich auf Augenhöhe bewegen würden, hätten die Schalker was falsch gemacht.“ Bei der Eintracht werden gut 36 Millionen Euro für die Mannschaft ausgegeben.

Und trotzdem wollen die Frankfurter ihre Chance in der Offensive suchen. „Davon gehen wir nicht ab“, kündigt Veh an, „auch wenn es vielleicht mal eine Klatsche gibt.“ Nicht auf Schalke, nein, dort wollen die Frankfurter im Gegenteil ihren Aufwärtstrend weiter bestätigen und vor allem ihren ureigenen Stil beibehalten. Veh: „Es bleibt dabei: Wer ins Stadion geht, soll wissen, was die Eintracht vorhat.“ Auswärts auf Defensive zu setzen, komme ihm nicht in den Sinn. „Das wollen wir nicht“, sagt er.

Eintracht-Zeugnis gegen den HSV

Auch die Negativ-Statistik stört ihn nicht. Zuletzt haben die Frankfurter im Jahr 1999 (!) auf Schalke gewonnen, damals 3:2. Jörg Berger war Trainer und es war dieser legendäre Abstiegskampf mit dem Happy-End am letzten Spieltag gegen Kaiserslautern. Seitdem gab es in zwölf Bundesligaspielen sieben Niederlagen und fünf Unentschieden. „Statistiken interessieren mich nicht“, versichert Veh, „aber wenn es tatsächlich so ist, dann wird es Zeit, dass wir dort mal wieder gewinnen.“ Die ganzen großen Unterschiede zwischen Heim- und Auswärtsspielen sieht der erfahrene Coach sowieso nicht mehr. „Ein paar Prozent“ würden die Zuschauer noch ausmachen, aber auch nicht mehr so viel wie einst als beispielsweise die Furcht vorm Lauterer Betzenberg groß war. Heute sei die Stimmung auf Schalke nicht anders als in Dortmund oder Frankfurt. Zudem würde ein wichtiger Faktor aus früheren Jahren keine Rolle mehr spielen. „Heutzutage sind die Schiedsrichter viel besser ausgebildet und fallen nicht mehr so leicht um zugunsten der Heimmannschaft wie früher“, sagt Veh. Auf Schalke pfeift diesmal Felix Zwayer.

Eintracht: Hradecky – Ignjovski, Russ, Abraham, Oczipka – Hasebe, Reinartz, Stendera, Meier – Seferovic, Castaignos.

Bank: Lindner – Zambrano, Djakpa, Flum, Aigner, Kadlec, Waldschmidt.

sp

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