Arena ausverkauft

Das „Spiel des Jahres“: Eintracht setzt auf Defensive und ihre Fans

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Mit Hinteregger rede ich Deutsch. Mit Ndicka rede ich Englisch. Französisch und spanisch kann ich nicht. Aber alles funktioniert“, sagte Abwehrchef Makoto Hasebe heute bei der PK zur Umgangssprache auf dem Platz.

Frankfurt - Am Freitag wird in Nyon in einem Rutsch das Achtelfinale der Europa-League ausgelost. „Da wollen wir dabei sein“, sagt Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter, „wir müssen kein wunderschönes Spiel machen, wir wollen einfach nur weiterkommen.“ Von Peppi Schmitt

Die Ausgangsposition vor dem „Spiel des Jahres“ berechtigt nach dem 2:2 in Charkiw gegen Schachtjar Donezk (18.55 Uhr) zu vielen Hoffnungen, sie ist aber alles andere als eine Garantie. Dementsprechend defensiv geht der Trainer die Aufgabe an. Und dies im wörtlichen Sinne. „Wir haben auswärts ein gutes Ergebnis erreicht, das wollen wir erstmal verteidigen“, hat Hütter in der offiziellen Pressekonferenz gesagt. Und: „Wenn wir ein Gegentor vermeiden, sind wir eine Runde weiter.“ Und noch so ein Satz: „Es kommt darauf an, unser Tor gemeinschaftlich zu verteidigen.“ Hörte sich ganz nach einer Defensivstrategie an, könnte aber auch einfach nur ein großer Bluff gewesen sein. Denn der erfahrene Frankfurter Trainer weiß natürlich, dass weder seine noch die gegnerische Mannschaft ihre größten Stärken in der Abwehr haben. Und dass es mehr als schwer werden könnte, gegen die angriffsstarken Brasilianer im Team der Ukrainer die „Null“ zu verteidigen. Abwehrchef Makoto Hasebe hat da einen ganz anderen Vorschlag. „Ich hoffe, dass wir vorne ein paar Tore machen“, sagte der Japaner.

Sich nur auf die Abwehrarbeit verlassen, ist sicher nicht Hütters Plan und würde auch nicht seiner Philosophie von Fußball entsprechen. All die Sätze dienen wohl eher dazu, die Sinne in seinem Team zu schärfen und vielleicht den Gegner ein wenig in die Irre zu führen. „Wir brauchen ein taktisches Topspiel“, mahnt er seine Spieler. Die Eintracht muss also die nötige Ausgewogenheit zwischen Sicherheit und Risikobereitschaft finden. Der erfahrenste Spieler des Teams hat die Ansagen des Trainers jedenfalls gut verstanden. „Ich muss einfach gut verteidigen“, sagt der 35 Jahre alte Makoto Hasebe angesprochen auf seine ganz persönliche Aufgabe. Die gute Verteidigung, die der Eintracht in Hinspiel nicht immer gelungen ist, muss diesmal ein Gemeinschaftswerk ergeben.

Das gilt auch für das Zusammenspiel zwischen Publikum und Mannschaft. Die Arena wird mit 48.000 Zuschauern ausverkauft sein. Schon am Tag vorm Spiel wurde quasi gemeinsam für den großen Abend gearbeitet. Draußen, im Schatten der Arena, hat die Mannschaft am Mittwochnachmittag ihr Abschlusstraining absolviert. Drinnen, in der Arena, haben die Fans die nächste Choreografie vorbereitet. „Als ich das gesehen habe, hatte ich schon den ersten Adrenalinschub“, sagte Hasebe. Genau das erhofft sich der Trainer für alle seine Profis. Er setzt auf ein paar Prozentpunkte, die die Atmosphäre bei jedem Spieler noch rauskitzeln könnte. Das Spiel habe einen „Riesenstellenwert“ und eine „hohe Bedeutung“, betont Hütter, „das Publikum hat uns bisher in allen Europa-League-Spielen beflügelt.“ Der österreichische Trainer der Eintracht hat darum die Fans geadelt. „In der Europa-League sind unsere Fans das non plus ultra“, sagt Hütter.

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Seine Spieler sollten die Stimmung „aufsaugen“ und daraus „Energie schöpfen“. Mindestens genauso wichtig aber sei es, kühl und mit klarem Kopf die taktischen Anweisungen zu befolgen. „Geschlossenheit“ heißt das Zauberwort, sagt Hütter. Das Vertrauen in seine Spieler ist dabei grenzenlos. Auch deshalb hat er am Dienstag einen kompletten freien Tag spendiert, ohne das Vorgaben für das Verbringen der Freizeit angesagt wurden. „Ich bin überzeugt, dass da keiner irgendwelche Blödheiten im Kopf hatte“, sagte der Eintracht -Coach, „und ich denke, es hat allen gut getan.“

Mögliche Eintracht-Aufstellung: Trapp – Hinteregger, Hasebe, Ndicka – Da Costa, De Guzman, Rode, Kostic – Rebic – Jovic, Haller

Bank: Rönnow, Russ, Abraham, Willems, Gacinovic, Stendera, Paciencia

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