Eintracht Frankfurt

Angst vor Wunderkerzen: UEFA verbietet Eintracht-Choreografie

Eintracht-Fans: Für ihre phantasievollen Choreographien bekannt.
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Eintracht-Fans: Für ihre phantasievollen Choreographien bekannt.

Die UEFA verbietet eine ursprünglich für das Spiel gegen Salzburg geplante Choreografie der Eintracht-Fans.

FRANKFURT - Bei der Pressekonferenz am Mittwochmittag hatte Eintracht Frankfurts Torwart Kevin Trapp noch von der Vorfreude auf eine „spektakuläre Choreo“ beim Europa-League-Heimspiel am Donnerstagabend gegen den FC Salzburg gesprochen. Am Nachmittag war dann klar: Die von den Ultras über Wochen vorbereitete Choreografie wird ausfallen. Der europäische Fußball-Verband UEFA hatte sie am Mittwochnachmittag kurzerhand verboten und der Eintracht wohl intern auch mit Konsequenzen bis hin zu einem „Geisterspiel“ gedroht, sollten sich die Fans nicht an das Verbot halten. Stein des Anstoßes waren 20 000 Wunderkerzen, die vor dem Spiel in der Kurve brennen sollten. Dafür hatten die Fans in den letzten Wochen den Gang durch die Institutionen angetreten und sich extra die Genehmigung der zuständigen Frankfurter Behörden, unter anderem des Ordnungsamtes und der Feuerwehr eingeholt. Die UEFA aber blieb trotz dieser Genehmigungen hart, setzte sich damit wohl auch über geltendes deutsches Recht hinweg und lehnte eine Choreo mit Wunderkerzen kategorisch ab. „Deshalb fällt die Choreografie ganz aus“, teilten die Ultras in einer Erklärung am Mittwoch-Nachmittag mit. Die Eintracht in Person von Vorstand Axel Hellmann will am Donnerstag vor dem Spiel Stellung nehmen.

Die Frankfurter Fans gelten wegen vieler pyrotechnischer Ausfälle beim europäischen Verband „als vorbestraft“. Zuletzt mussten sie beim Europacupspiel bei Arsenal London wegen vielfacher Verfehlungen nach einem UEFA-Urteil außen vor bleiben, genau wie ein paar Wochen zuvor in Lüttich. Dass dieses Verbot von einem kleinen Teil umgangen wurde, der sich trotz Verbots Zugang zum „Emirates“-Stadion verschafft hatte, war beim Verband auch nicht gut angekommen. Geldstrafen und Zuschauer-Teilausschlüsse gegen die Eintracht-Fans, die vom Klub immer wieder quasi klaglos bezahlt werden, waren im letzten Jahr ständiger Begleiter der sportlichen Erfolge. Auch national schlagen Teile der Frankfurter Anhänger immer wieder über die Stränge. So wurden am letzten Freitag beim Auswärtsspiel in Dortmund viele Pyro-Fackeln abgebrannt. Auch da droht wieder eine hohe Geldstrafe, diesmal von DFB.

Die Choreografie ohne die Wunderkerzen durchzuführen, war für die Fans keine Option. „Darauf haben wir keine Lust mehr“, schreiben die Ultras, der UEFA sollten „keine vermarktungsfähigen Bilder mehr geliefert“ werden. An Unterstützung für die Mannschaft aber soll es trotz der Absage der Choreo nicht fehlen. Alle Zuschauer wurden aufgefordert, dem Gegner „akustisch wie gewohnt die Hölle heiß zu machen.“ Zudem sollen alle Besucher schwarz-weiße Schals mitbringen, um ein optisch eindrucksvolles Bild herzustellen. (ps)

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