Gegen den Trend gegen die Bayern

Ein einziger Punkt fürs große Glück bei Eintracht Frankfurt

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FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt

Tor dicht muss es bei der Frankfurter Eintracht beim Auswärtsspiel am Samstag in München heißen. Ein 0:0 würde ja reichen, um wieder in die Europa-League einzuziehen.

Frankfurt - Zunächst einmal machen die Frankfurter die Tür zu. Schon das „Auslaufen“ nach dem 0:2 gegen Mainz war unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nach dem freien Dienstag geht es ab Mittwoch bis zum Spiel am Samstag so weiter. Äußern wollen sich die Hessen nur bei der offiziellen Pressekonferenz am Freitag, alle Konzentration soll auf dem Spiel liegen. Bis dahin wird im Geheimen geübt, wie man den Münchnern beikommen könnte. Na klar denken jetzt viele an das letzte Spiel der vergangenen Saison, als die Eintracht nach einem Absturz in der Bundesliga das Pokalfinale gegen die Bayern mit 3:1 gewonnen und sich so die tolle Europa-Reise erst ermöglicht hat. Aber kann sich Geschichte wiederholen? Adi Hütter ist davon überzeugt. „Wer gegen Chelsea zweimal Unentschieden spielt, der kann es auch gegen Bayern schaffen“, sagt der Frankfurter Trainer.

Eintracht Frankfurt: Chancen stehen nicht wirklich gut

Doch die Chancen stehen nicht wirklich gut. Ein Blick auf die Statistik genügt, um zu wissen, wie groß die Außenseiterrolle der Eintracht sein wird. Der letzte Sieg bei den Bayern ist schon 19 Jahre her. Alexander Schur und Jan-Aage Fjörtoft haben ihn bei einem Gegentor von Paulo Sergio am 8. November 2000 herausgeschossen, damals noch im Olympiastadion. Den überhaupt einzigen Punkt in der Allianz-Arena hat die Eintracht 2007 geholt, damals stand es nach 90 Minuten so, wie es jetzt der Traum wäre: 0:0.

Torhüter Oka Nikolov hatte eines der besten Spiele seiner Karriere geliefert. Von insgesamt 54 Spielen Bayern gegen Eintracht haben die Frankfurter nur sieben gewonnen, die Münchner 41. In den letzten Jahren gab es immer mehr oder minder klare Klatschen. 1:4, 0:3, 0:1, 0:3, 0:5 lauteten die letzten fünf Resultate in München. Besonders peinlich war dieses 1:4 in der letzten Saison, als die Bayern mit einer B-Elf gespielt hatten.

FC Bayern München will Deutscher Meister werden

Nun wäre es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass die Frankfurter eine Negativserie brechen würden. Sie haben seit vielen Jahren mal wieder in Freiburg gewonnen, auch in Augsburg. Doch Bayern ist natürlich ein anderes Kaliber, zumal die Münchner selbst nicht verlieren dürfen, um Deutscher Meister zu werden. Eine größere Motivation kann es für den Branchenführer kaum geben. Dazu kommt die emotionale Seite des Spiels: Arjen Robben und Franck Ribery werden zum letzten Mal in der eigenen Arena am Ball sein.

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Dass beiden Mannschaft ein Punkt zum Erreichen der eigenen Ziele reichen würde, könnte ziemlich sicher erst in der Endphase relevant werden. Ein Unentschieden kurz vor Schluss, dann könnte es tatschlich sein, dass keiner von beiden mehr ins Risiko geht. Zuvor aber werden die Bayern auf den Sieg drängen. Trainer Niko Kovac braucht ihn sowieso dringend. Und die Eintracht? Die braucht einen Sahnetag.

Sieg in München wäre eine Sensation

Wie im Endspiel vor einem Jahr, wie in Chelsea am letzten Donnerstag. Und sie darf keinesfalls so spielen wie in den beiden Pflichtspielen in dieser Saison. 0:5 haben die Frankfurter im Supercup verloren, 0:3 in der Liga, beide Male zu Hause. Im dritten Aufeinandertreffen ein Punkt oder gar ein Sieg – das wäre eine echte Sensation. Darauf bereitet der Trainer die Mannschaft vor, ungestört von Europacupspielen und Beobachtern.

Wie schafft es Eintracht Frankfurt noch in die Champions League?

Realistischer scheint da schon, dass andere der Eintracht helfen. Die Mainzer im Heimspiel gegen Hoffenheim und/oder Augsburg in Wolfsburg. Verdient hätten es sich die Frankfurter.

Von Peppi Schmitt

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