Fan-Protest

Eintracht Frankfurt gegen Union: Ultras boykottieren Montagsspiel

Eintracht Frankfurt (SGE) gegen Union Berlin: Die Ultras boykottieren das Spiel am Montag. (Archiv)
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Eintracht Frankfurt (SGE) gegen Union Berlin: Die Ultras boykottieren das Spiel am Montag. (Archiv)

Der harte Kern der Fans der Frankfurter Eintracht wird das Heimspiel am Montagabend (20.30 Uhr) gegen Union Berlin boykottieren. Grund: Protest gegen „fanunfreundliche Anstoßzeiten“, also vor allem gegen Montagspiele.

  • Eintracht Frankfurt (SGE) gegen Union Berlin ohne Fans
  • Protest gegen Anstoßzeiten in der Bundesliga
  • Ohne Ultras gegen die „Eisernen“

Frankfurt – Die Eintracht-Stimmungsmacher, nicht nur, aber vor allem die „Ultras“, wollen die Fanblöcke in der Westkurve nicht betreten, sich stattdessen hinter der Tribüne aufhalten. Die Unterstützung für die Mannschaft aus diesem Bereich wird für das Spiel gegen die „Eisernen“ aus Berlin also ausfallen. Kevin Trapp hat vor ein paar Tagen die Stimmung in der Mannschaft so formuliert. „Wir sind auf die Unterstützung unserer Fans in diesem wichtigen Spiel angewiesen“, hatte der Nationalspieler gesagt. Das interessiert die selbst ernannten Wächter des ursprünglichen Fußballs allerdings wenig.

Eintracht Frankfurt (SGE) gegen Union Berlin: „Wir haben Verständnis für die Fans“

Sie bleiben dem Spiel trotzdem fern, feuern nicht an, sondern werden sich wohl selbst hinter der Tribüne feiern. Und dies, obwohl die ungeliebten Montagspiele ab der nächsten Saison der Vergangenheit angehören werden. Übrigens, auch das gehört zu Wahrheit, wegen der deutlich kreativeren Proteste in den letzten Jahren. Die offizielle Sprachregelung bei der Eintracht hat Trainer Adi Hütter in der Pressekonferenz vor dem Spiel so weitergegeben: „Wir respektieren und akzeptieren die Entscheidung. Wir haben Verständnis für die Fans, aber es tut uns natürlich gut, wenn sie uns unterstützen.“

Es wird also eine besondere Atmosphäre herrschen in der Arena, womöglich zum Nachteil der Eintracht. Von einem „grauen Alltag“ nach dem bunten Festtag zuletzt im Europacup gegen Salzburg will der Trainer naturgemäß nichts wissen. „Die Bundesliga ist nie grau und bei Heimspielen schon mal gar nicht“, sagt Adi Hütter, „wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen, denn mit 28 Punkte sind wir hinten noch längst nicht raus.“ Bei einem Sieg hätte die Eintracht, auch durch die Resultate der Konkurrenz an diesem Spieltag schon fast wieder den Anschluss an die Plätze gefunden, die für internationalen Fußball in Frage kommen. Helfen soll dabei die im neuen Jahr wiedergefundene Heimstärke.

Eintracht Frankfurt (SGE) ohne Ultras: Gegen Union Berlin soll der nächste „Dreier“ her

2020 hat die Eintracht zu Hause viermal gespielt, viermal gewonnen, zweimal gegen Leipzig, gegen Augsburg und gegen Salzburg. Nun soll gegen Union der nächste „Dreier“ folgen. „Wir sind abgesehen vom Spiel in Dortmund ganz gut unterwegs“, sagt Hütter, warnt aber auch vorm Aufsteiger aus der Hauptstadt. „Sie sind nicht leicht zu bespielen“, sagt er.

Der Frankfurter Trainer tüftelt, in welcher personellen Zusammensetzung er sein Team aufs Feld schicken wird. „Wir haben drei Spiele in sieben Tagen, da wird natürlich rotiert“, kündigt er an. Wie umfangreich die Wechsel ausfallen werden, habe er noch nicht entschieden. Grundsätzlich hat Hütter sich vorgenommen „in dieser Saison früher mit der Rotation zu beginnen als letztes Jahr“. Es sollen Kräfte für den Endspurt gesammelt werden. Die Spieler, auch jene, die aktuell oft auf der Bank sitzen, würden diesen Weg mitgehen. „Ich habe großes Vertrauen in meine Spieler“, sagt er, „die, die ins Gras beißen müssen, sind jederzeit bereit zu helfen“, sagt der Frankfurter Trainer. Zu den Reservisten gehörten zuletzt immer öfter Danny da Costa und Dominik Kohr, auch Goncalo Paciencia. Sie und andere werden in den nächsten Spielen sicher ihre Chance bekommen.

Eintracht Frankfurt (SGE) gegen Union Berlin ohne Stürmer Bas Dost  

Gegen Union werden gegenüber dem Salzburg-Spiel Martin Hinteregger und Timothy Chandler ins Team zurückkehren, auch Mijat Gacinovic ist wieder eine Alternative. Dagegen fällt Stürmer Bas Dost weiter aus. Der Holländer plagt sich wieder einmal mit Leistenschmerzen, allerdings soll es sich um eine andere Verletzung halten als jene, die schon im alten Jahr zu einer längeren Pause geführt hat.

Jenen Frankfurter Anhänger, die sich von dem von den „Ultras“ ausgedachten Protest nicht „vereinnahmen“ lassen wollen, macht der Klub ein Angebot. „Da Eintracht Frankfurt sowohl dem Protestwunsch seiner Fanszene, als auch dem legitimen Wunsch eines jeden Karteninhabers, das Spiel zu verfolgen, Rechnung tragen will, haben Karteninhaber der Blöcke 36, 38, 40 und 42 die Möglichkeit das Spiel von anderen Plätzen im Stadion zu verfolgen“, heißt es auf der Homepage. Die Eintracht stellt für das Spiel kostenneutral höherpreisige Austauschkarten in der Ostkurve bereit. Das heißt: Die Stehblöcke bleiben auf Druck der „Ultras“ zwar leer, aber wer nicht protestieren, sondern lieber Fußball schauen will, kann dies auf Sitzplätzen tun.

VON PEPPI SCHMITT

Wir berichten im Live-Ticker von der Partie Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin.

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