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Eintracht Frankfurt: Harte Zeiten für die „Abgehängten“

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Konstantin Vassiljev (Tallinn, l), und Lucas Torro (Frankfurt) im Zweikampf.

Bei Eintracht Frankfurt sind Müller, Cetin, Stendera ohne Chance auf Einsatzzeiten. Torró und de Guzman befinden sich auf dem Abstellgleis.

Frankfurt - Am Tag nach dem Spiel gegen Werder Bremen haben bei der Frankfurter Eintracht zehn Feldspieler am sogenannten „Spielersatztraining“ (SET) teilgenommen. Das sind weniger als sonst, weil viele Profis mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Die Quantität war also ein wenig eingeschränkt, die Qualität der Reservisten war allerdings sehr hoch. Und die Wertschätzung auch, denn neben den Assistenz-Trainer Armin Reutershahn und Christian Peintinger hatte sich auch Cheftrainer Adi Hütter trotz Regenwetters auf den Platz begeben. Mit Erik Durm, David Abraham, Gelson Fernandes, Timothy Chandler und Lucas Torró waren unter anderem auch fünf Spieler dabei, die im Grunde Stammplatz-Ansprüche haben. Zudem haben Johnny de Guzman, Stammspieler aus der letzten Saison, und Bas Dost, wegen Blessuren nur Lauf- oder Krafttraining absolviert. Alleine diese Aufzählung macht deutlich, wie breit der Kader der Eintracht in dieser Saison ist.

Eintracht Frankfurt: Einige Spieler sind "abgehängt"

Doch es gibt auch die „Abgehängten“, jene Profis, die nur trainieren dürfen, unter dem öffentlichen Rader spielen, aber keinerlei realistische Chance auf Einsätze in pflichtspielen haben. Da ist Nicolai Müller, vor mehr als einem Jahr vom HSV geholt und nach einer Ausleihe nach Hannover vor dieser Saison wieder zurückgekehrt. Da ist Marijan Cavar, im Winter 2018 aus Mostar geholt, im letzten Jahr nach Osijek ausgeliehen und auch dort gewogen und für zu leicht befunden worden, Da sind die Jungen wie Sahverdin Cetin, der sich zudem beim SET noch eine Leistenverletzung zugezogen hat, und Nils Stendera, denen ein ganzes Jahr verloren gehen könnte, weil sie keine Spielpraxis erhalten. Ein Freundschaftsspiel wie an diesem Donnerstag beim FC Gießen (16.30 Uhr) kann da wirklich nicht viel helfen. Cetin und Stendera sind Mittelfeldspieler, da ist das Gedränge bei der Eintracht ganz besonders groß. Selbst de Guzman und Torró stehen ja seit einiger Zeit auf dem sportlichen „Abstellgleis“.

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All diese Spieler können frühestens wieder in der winterlichen Transferperiode, also Anfang des nächsten Jahres, auf neue Arbeitgeber und damit neue Chancen zum Fußballspielen hoffen. Ein paar andere, die es auch selten in den Kader schaffen, helfen in diesen Tagen Berufungen zu ihren Nationalmannschaften über den heimatlichen Frust hinweg. Simon Falette ist mit Guinea unterwegs und trifft am Samstag in Paris auf die Komoren-Inseln, Dejan Joveljic spielt mit der serbischen U 21 in der Europameisterschaftsqualifikation.

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Eintracht Frankfurt: Rönnow kam zu unverhoffter Chance

Die anderen aber brauchen Geduld, womöglich auch einfach nur ein wenig Glück. Dass sich im Fußball vieles schnell auch zum Besseren wenden kann, zeigen Torhüter Frederik Rönnow und Mittelfeldspieler Daichi Kamada. Rönnow schien hinter Trapp chancenlos und hat nun durch dessen Verletzung eine langfristige Bewährungschance bekommen. Am Montag ist Rönnow auch mal wieder zur dänischen Nationalmannschaft gereist, trifft am Mittwoch den Schweizer Kollegen Djibril Sow zum Länderspiel und hofft am Dienstag auf einen Einsatz gegen Luxemburg. Kamada war vor einem Jahr ähnlich weit weg wie der eine oder andere Kollege heute, wurde nach Belgien ausgeliehen, ist von dort aber gestärkt zurückgekehrt und hat sich einen Stammplatz erkämpft. Nun wurde er zur japanischen Nationalmannschaft berufen, was der Eintracht nicht so wirklich ins Konzept passt. Die Japaner spielen zwar schon am Donnerstag gegen die Mongolei, aber erst am nächsten Dienstag in Tadschikistan. Kamada wird erst am späten Mittwoch nach größeren Reisestrapazen in Frankfurt zurückerwartet. Und schon am Freitag findet das Spiel gegen Bayer Leverkusen statt. Der Termin stört nicht nur die Fans, die sich über die Planungen der DFL mit ständigen Anstoßzeiten um 18 Uhr oder 20.30 Uhr ärgern, sondern bringt der Eintracht auf den ersten Blick auch einen sportlichen Nachteil. von PEPPI SCHMITT

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