Eintracht Frankfurt

Kann die SGE auch auswärts mit den Großen mithalten?

Kann Eintracht Frankfurt auch auswärts mit den Großen mithalten? Am Freitag treten die Hessen in Dortmund an.

  • Eintracht Frankfurt trifft auf Borussia Dortmund
  • Die Eintracht setzt auf Konter
  • 8.000 Eintracht-Fans reisen nach Dortmund

Frankfurt - Dass Eintracht Frankfurt gegen die Großen der Liga besser und erfolgreicher spielt als gegen die Kleinen, kann in dieser Saison als gesicherte Erkenntnis gelten. Die Belege dafür haben die Frankfurter bislang freilich nur im eigenen Stadion geliefert. 2:2 gegen Borussia Dortmund, 3:0 gegen Bayer Leverkusen, 5:1 gegen Bayern München, zuletzt 2:0 und 3:1 (Pokal) gegen Leipzig. Das ist eindrucksvoll und lässt die Gegner mit einem flauen Gefühl im Magen nach Frankfurt fahren. Doch geht das auch auswärts? Die Probe aufs Exempel können die Frankfurter am Freitagabend (20.30 Uhr) in Dortmund abliefern. Vor 80 000 Zuschauern im größten deutschen Stadion. Gegen eine Mannschaft, die zuletzt zu Hause achtmal hintereinander gegen die Eintracht gewonnen hat. „Wir können auch dort bestehen, wenn wir so spielen wie gegen Leipzig“, sagt der Anführer der Frankfurter, Nationaltorwart Kevin Trapp.

Eintracht Frankfurt will wie in Leipzig auftreten

Leipzig ist das Stichwort. Auch in Leipzig (1:2) hat Eintracht Frankfurt mehr als gut mitgehalten und ganz zu Beginn der Saison, es war noch warm im letzten Sommer, knapp und unglücklich verloren. So ähnlich, so selbstbewusst, so kompakt, so ballsicher müssen die „Adler“ nun auch in Dortmund fliegen, um die unterentwickelte Auswärtsbilanz (erst sieben Punkte aus zehn Spielen) zu verbessern. Trainer Adi Hütter steht der Frage, warum die Eintracht besser spielt je besser und hochkarätiger der Gegner ist, einigermaßen ratlos gegenüber. „Ich weiß es wirklich nicht“, räumt er ehrlich ein. Seine Vermutung: „Vielleicht holen die Spieler gegen die Großen doch noch ein paar Prozent mehr raus.“ Das wäre also eine Leistungssteigerung durch erhöhte Motivation. Das Wachsen an großen Namen. Das könnte ja dann auch in Dortmund klappen.

Eintracht Frankfurt kann reagieren

Ein weiterer naheliegender Grund: Die taktischen Voraussetzungen in den Spielen gegen Spitzenteams sind andere als im grauen Ligaalltag. „Bayern, Leipzig, Leverkusen, die wollen auch Fußball spielen, das liegt uns“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic (Eintracht Frankfurt), „da bekommen wir Räume.“ In diese Kategorie gehört zweifelsohne auch der BVB. Die Eintracht kann in diesen Begegnungen mehr reagieren, was ihr eindeutig besser liegt, als selbst zu agieren. Für das eine, die die Verteidigung, die schnellen Gegenangriffe und viele Zweikämpfe zu führen, hat sie viele gute Spieler. Für das andere, für Ideen und Kreativität, hat sie wenige. Als Beispiel können die Spiele gegen Leipzig gelten, als die Eintracht jeweils deutlich weniger Ballbesitz hatte als der Gegner, aber dennoch zweimal gewann.

Eintracht Frankfurt: Zuhause eine Macht

Das also ist der klare taktische Aspekt. Greift der Gegner mit Verve an, was in Dortmund zu erwarten ist, kann die Eintracht kontern. Das gehört zu ihren Kernkompetenzen. Die Außenspieler, allen voran Filip Kostic, aber zuletzt auch Timothy Chandler und im Grundsatz auch Danny da Costa, haben besondere Qualitäten, wenn es schnell und steil nach vorne geht. Da sind sie schwer zu stoppen und können auch den Topteams echte Schwierigkeiten bereiten. Das hatte Eintracht Frankfurt ja schon vor einem Jahr in ihrem internationalen Triumphzug gegen Champions-League-Teams wie Donezk, Inter Mailand, Benfica Lissabon oder den FC Chelsea unter Beweis gestellt. Selbst ohne die verkauften Topstars Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic hat sich das nicht grundlegend verändert. Dieses Spiel nach vorne liegt seit einiger Zeit in der DNA der Eintracht. Begonnen hatte das alles im Pokalfinale gegen die Bayern 2018 (3:1), als Ante Rebic den Münchener Bayern davongelaufen war und der Außenseiter den Favoriten besiegte.

Zu Hause hat es seither fast immer geklappt. Da liegt ein weiterer Grund auf der Hand: Das Publikum spielt im Waldstadion mit. Die Zuschauer in Frankfurt sind besonders. Sie treiben die Spieler an, vor allem verunsichern sie mit ihrer Lautstärke manch Gegner, selbst die eigentlich ausgebufften. „Zu Hause entfalten wir eine besondere Wucht“, sagt Vorstand Axel Hellmann. Diese Wucht setzt zusätzliche Kräfte frei. „Wenn du da rausgehst, kriegst du Gänsehaut,“ sagen die Spieler. In Dortmund wird es umgekehrt sein. Da profitiert die Borussia von der besonderen Atmosphäre, auch wenn fast 8000 Frankfurter Fans ihr Team begleiten, so viele wie zu keinem anderen Auswärtsspiel.

Von Peppi Schmitt

So sehen Sie Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund im TV und Live-Stream.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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