Eintracht Frankfurt

Goncalo Paciencia: „Ich will ein Killer sein“

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Paciencia will vor dem Tor ein Killer sein.

Nach Büffeln sind jetzt Krokodile im Eintracht-Sturm. Martin Hinteregger ist angeschlagen und droht gegen Augsburg auszufallen.

Frankfurt - Die „Büffel“ sind Vergangenheit, nach den Verkäufen von Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic vertrauen sie bei der Frankfurter Eintracht in dieser Saison im Sturm Reptilien. So sieht es zumindest Goncalo Paciencia, der zuletzt in Leipzig getroffen und das Siegtor gegen Düsseldorf geschossen hat. „Ich liebe Krokodile“, sagt der portugiesische Angreifer, der gemeinsam mit seinem Landsmann André Silva und dem Holländer Bas Dost für die Tore sorgen soll. Lauter Krokodile also im Eintracht-Sturm? „Nein, nein, André und ich, wir sind nicht ganz so groß, also eher Alligatoren, Bas aber ist riesig, halt ein Krokodil“, lacht Paciencia. Sein persönliches Ziel: „Ich will ein Killer sein.“ Vor dem Tor versteht sich.

Eintracht Frankfurt hat drei echte Mittelstürmer im Kader

Drei echte Mittelstürmer hat die Eintracht in dieser Saison unter Vertrag, dazu mit Dejan Joveljic noch einen weiteren Angreifer, der an der Seite der anderen reifen soll. Paciencia fürchtet die Konkurrenz nicht, gerade bei Silva ist er froh, dass er am letzten Transfertag noch verpflichtet werden konnte. „Wir sind seit unserer Kindheit Freunde, wir sind zusammen zur Schule gegangen, wir haben zusammen Ferien gemacht, wir waren gemeinsam in der Akademie vom FC Porto“, erzählt er, „zuletzt waren wir vier Jahre getrennt, jetzt sind wir wieder zusammen.“ Natürlich macht Paciencia für den alten Freund, der vom AC Mailand gekommen ist, dem Fremdenführer in Frankfurt. „Ich zeige ihm die Hotspots und die besten Restaurants und ich helfe bei der Wohnungssuche“, sagt er. Und auf dem Trainingsplatz ist er immer an der Seite Silvas, um ihm die sportlichen Anforderungen auch verbal näher zu bringen, in der Bundesliga müsse man schon beim Training Höchstleistungen bringen. Das sei hier ganz anders als in Portugal, wo es manchmal ein bisschen lockerer zugehe. Das habe er lernen müssen, das müsse nun auch sein Landsmann lernen.

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Zwischenmenschlich ist also alles in bester Ordnung. Aber kann das sportlich funktionieren mit drei Mittelstürmern? „Kein Problem“ versichert Paciencia, auch erst seit einem Jahr in Frankfurt, aber damit schon dienstältester Stürmer. „Ich brauche kein Komfortzone, ich brauche Konkurrenz, wer hier schläft, kann leicht seine Position verlieren“, weiß er nach einem Jahr harter Schule im Schatten der „Büffel“. Trainer Adi Hütter wird wohl in den allermeisten Fällen mit zwei Angreifern beginnen, einer der drei wird also auf der Bank sitzen. Paciencia sieht für sich gute Chancen. „Ich kann verschiedene Positionen spielen, ich kann mit allen spielen“, versichert er.

Eintracht Frankfurt: Paciencia geht von höherem Niveau aus

Der 25 Jahre alte Portugiese, zuletzt wie Silva auf „Abruf“ für die Nationalmannschaft, geht davon aus, dass das Niveau der Eintracht noch höher sein wird als in der vergangenen Saison. „Viele Neue aus dem letzten Jahr, auch ich, haben sich jetzt erst richtig an den deutschen Fußball gewöhnt und wir haben jetzt mehr Spieler als letzte Saison“, sagt er. Freilich sei es trotz des guten Starts noch zu früh, ein Urteil zu fällen. Paciencia: „Wir müssen auf dem Platz zeigen, dass wird ein höheres Level erreichen.“

Am besten schon am Samstag beim Auswärtsspiel in Augsburg, dem Auftakt einer wahren Spiele-Hatz bis zum Winter. Trainiert wird in den „englischen Wochen“ immer weniger, dafür umso mehr gespielt. „Es ist doch das Schönste, viel zu spielen“, strahlt Paciencia, „alle sind motiviert, alle wollen spielen, alle wollen ein gutes Jahr haben.“ Er selbst befinde sich in guter Form, gewöhne sich immer besser an Deutschland und den deutschen Fußball. „Diese Liga ist unglaublich, alle Stadien sind voll, das ist fantastisch“, schwärmt er von seiner beruflichen Heimat.

Beim Training am Dienstag war die Eintracht noch nicht komplett. Nationalspieler wie Martin Hinteregger, Evan Ndicka, Simon Falette oder die Serben Dejan Joveljic, Filip Kostic haben und Mijat Gacinovic haben noch gefehlt. Hinteregger hat beim EM-Qualifikationsspiel Österreichs in Polen (0:0) wegen Wadenproblemen nur auf der Bank gesessen. „Alles nur eine Vorsichtsmaßnahme“, hieß es am Dienstag aus der Eintracht-Pressestelle, der Einsatz des Verteidigers in Augsburg am Samstag sei nicht gefährdet. An diesem Mittwoch soll Hinteregger wieder in Frankfurt trainieren. Ob mit voller Kraft wird man dann sehen.

Von PEPPI SCHMITT

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