SGE

Eintracht Frankfurt: Das Rätsel um Silva und Dost

+
Die beiden Frankfurter Stürmer Andre Silva und Bas Dost sind weiter verletzt.

Die beiden Frankfurter Stürmer Andre Silva und Bas Dost sind weiter verletzt. Nun droht auch noch der Ausfall von Filip Kostic.

Frankfurt -  „Vielleicht geht sich`s noch aus.“ Das sagt der Österreicher Adi Hütter in den letzten Wochen immer wieder, wenn er nach dem Einsatzchancen seiner beiden Stürmer Bas Dost (30) und André Silva (23) fürs jeweils nächste Spiel gefragt wird. Heißt übersetzt: Der Trainer der Frankfurter Eintracht hat Hoffnung, dass beide oder wenigstens einer von beiden spielen können. Eine Hoffnung, die seit Wochen trügt. Dost und Silva können nicht spielen, ihre Verletzungen sind zwar halbwegs benannt, aber dennoch ein großes Rätsel. Den einen, Dost, zwickt die Leiste, den anderen, Silva, die Achillessehne. So wird es offiziell kommuniziert. Die Verletzungen sind quasi über Nacht gekommen, haben keinen Hintergrund aus Spielen wie Schläge oder Tritte von Gegenspielern. Also was ist los mit den beiden Stürmern?

Eintracht Frankfurt: Keine genaue Diagnose veröffentlicht

Genaue Diagnosen veröffentlicht die Eintracht seit geraumer Zeit nicht mehr, bei keinem Spieler. „Wir geben nicht gerne Wasserstandsmeldungen ab“, sagt Manager Bruno Hübner. Beim Training sind beide Angreifer in den wenigen öffentlichen Einheiten schon seit zwei Wochen nicht mehr zu sehen. „Sie trainieren individuell“, heißt es dann aus der Pressestelle. Kraftraum, Pflege, angeblich auch Akupunktur. Ob es wirkliche Fortschritte gibt? Trainer Adi Hütter tut sich manchmal schwer mit den Antworten. Vor dem Spiel in Mönchengladbach hat er gesagt: „Wenn es in Gladbach nicht geht, hoffe ich, dass es in St. Pauli geht. Und wenn das nicht klappt, hoffe ich aufs nächste Spiel.“ Das wäre dann am Samstag gegen die Bayern. Viel Hoffnung, wenige Konkretes also. „Es wäre kontraproduktiv, einen Spieler zu früh zu bringen“, sagt Hübner.

Jeweils drei Tore haben beide schon in ihren wenigen Einsätzen erzielt. Dost fehlt seit seinem Tor zum 3:0 gegen Leverkusen am 18.Oktober. Der Holländer hat seit seinem Wechsel aus Lissabon noch kein einziges Spiel über 90 Minuten absolviert, am Anfang wegen konditioneller Rückstände, jetzt wegen der Verletzung. Silva fehlt seit seinem Tor gegen Bremen am 6.Oktober. Der Portugiese war danach zur Nationalmannschaft gereist, hatte dort aber bei zwei Länderspielen nur auf der Bank gesessen. Seit der Rückkehr nach Frankfurt fällt er aus. Ihm werden freilich schon längere Zeit Achillessehnenprobleme nachgesagt, die im Juli dieses Jahres auch einen Wechsel nach Monaco verhindert hätten. Fürs Spiel in St.Pauli ist nun auch der Einsatz von Filip Kostic gefährdet. Der Serbe hat Knieprobleme. Mit Johnny de Guzman und Almamy Touré fallen zwei weitere Spieler schon wochenlang aus. Da es keine offiziellen ärztliche Bulletins gibt, schießen die medizinischen Mutmaßungen ins Kraut.

DFB-Pokal Eintracht gegen St.Pauli: Das tippt Fußballgott Alex Meier

Eintracht Frankfurt: Paciencia ist alleine überfordert

Klarer ist die sportliche Situation im Sturm. Dost und Silva fehlen der Mannschaft, was gerade beim 2:4 in Mönchengladbach wieder zu sehen war. Goncalo Paciencia, aktuell der einzige erfahrene Angreifer, nachdem er letztes Jahr nur die „Nummer vier“ war, ist alleine überfordert. Daichi Kamada muss vorne aushelfen, ist dafür im Grunde aber nicht geeignet und wird seinen eigentlichen Stärken beraubt. Am Gladbacher Abwehrblock ist er ein ums andere Mal regelrecht abgeprallt. Doch der Frankfurter Trainer hat keine anderen Möglichkeiten. Für Dejan Joveljic, gerade 19, ist die Liga trotz alles Talents noch eine Nummer zu groß.

Eintracht-Fans üben Kritik: "Es wird zu wenig rotiert"

Hütter muss vorne experimentieren und damit, nicht nur, aber vor allem, geht immer mal wieder die Statik im Spiel verloren. Was beim 3:0 gegen Leverkusen noch so gut funktioniert hatte, die Zusammenarbeit zwischen Defensive und Offensive, hat in Mönchengladbach über weite Strecken überhaupt nicht geklappt. Die Tore wurden wieder wie schon gegen Lüttich von zwei Abwehrspielern erzielt (Da Costa und Hinteregger), dafür rannten die Frankfurter im Mittelfeld hinterher oder nebenher und verloren in der Abwehr vor den Gegentoren wichtige Zweikämpfe. Filip Kostic musste sich Kritik gefallen lassen vom Trainer, „weil er nicht nahe genug dran war an Stefan Lainer“. Auch Danny da Costa, „der bei den ersten Gegentoren besser hätte verteidigen können“, kam nicht gut weg. Das waren deutliche Worte des Trainers, die auf einer klaren Fehleranalyse fußten.

Geht`s um seine fehlenden Angreifer wird Hütter freilich schmallippig. „Na klar hätte ich die Stürmer gerne dabei gehabt“, sagt er, „vielleicht geht sich`s ja auf St. Pauli aus.“ Eher nicht, denn auch am Montag haben Dost und Silva nicht auf dem Platz trainiert. 

VON PEPPI SCHMITT

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare