SGE

Eintracht Frankfurt spielt groß auf und schlägt Augsburg deutlich

+
Der Frankfurter Timothy Chandler jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.

Eintracht Frankfurt hat aufgrund einer starken zweiten Halbzeit den FC Augsburg auch in der Höhe verdient mit 5:0 geschlagen.

  • Eintracht Frankfurt schlägt FC Augsburg 5:0 in Frankfurt
  • Trainer Hütters Taktik geht auf
  • SGE weiter unbesiegt 2020

Frankfurt - Als Eintracht Frankfurt das bisher letzte Mal mit zehn Punkten in eine Rückrunde gestartet war, spielten noch Grabowski und Hölzenbein, Dr. Kunter und Peter Reichel: 1969/70 war es, als die Hessen ebenso erfolgreich in die zweite Hälfte der Bundesliga starteten. Mit 5:0 (1:0) bezwangen 50 Jahre später die Frankfurter an diesem kalten Februarfreitag den FC Augsburg, hochverdient, und sie bleiben in diesem Jahr damit weiterhin unbesiegt. 

Eintracht Frankfurt: SGE schlägt Augsburg überragend

Gerade die Spiele am Freitag unter Flutlicht liegen den Hessen, in 18 Spielen an diesem Tag verloren sie lediglich eines. Und mit diesem dritten Sieg im vierten Bundesligaspiel dieses Kalenderjahres hat Eintracht Frankfurt auch die kleine Krise ausgangs der Hinrunde wohl endgültig ad acta gelegt. Die Hessen schafften es diesmal sogar, ihren Angstgegner zu schlagen – in imponierender Manier.

Dabei wäre Trainer Adi Hütter schon mit einem „dreckigen Sieg“ zufrieden gewesen, es wurde ein glanzvoller. Es war ein sehr guter Auftritt. Entsprechend zufrieden äußerte sich danach auch Sportvorstand Fredi Bobic: „Das 5:0 ist ein klares Statement, das tut in dieser Phase unheimlich gut. Es war auch wichtiger Sieg mit Blick auf die Tabelle.“ Mittlerweile sei auch das Spielglück zurückgekommen. „Wir haben der Mannschaft immer vertraut, die ganze Panik im Umfeld vorher war lächerlich.“

Eintracht Frankfurt: Hütter rotiert

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter hatte erwartungsgemäß ein wenig rotiert, drei Tage nach der Gala im Pokal gegen RB Leipzig, und er hat dabei Stefan Ilsanker zu seinem Heimdebüt verholfen. Der Österreicher begann erst im defensiven Mittelfeld, da agierte er eher unauffällig, nach der verletzungsbedingten Auswechselung von David Abraham nach einer knappen halben Stunde rückte der Neuzugang dann in die Innenverteidigung. Makoto Hasebe kam früh ins Spiel. Dazu durfte wieder Timothy Chandler ran, der am Dienstag noch 90 Minuten zugesehen hatte.

Eintracht Frankfurt: Grandioser Sieg gegen Augsburg

Und die Nominierung von Chandler sollte sich bald schon als kluger Schachzug erweisen. Der Frankfurter Bub erzielte zwei blitzsaubere Tore, das war ihm in seiner Bundesligakarriere noch nie gelungen. Er war es, der die Hessen nach 37 Minuten in Führung brachte. Dominik Kohr, auch ein neuer Mann in der Startelf, hatte Chandler mit einem feinen Pass in Position gebracht und der umgeschulte Rechtsaußen donnerte die Kugel im Stile eines Mittelstürmers unters Tordach. Die Frankfurter Führung hatte nun nicht unbedingt in der Luft gelegen. Bis dato war es das erwartet zerfahrene, umkämpfte Spiel. Die bayerischen Schwaben, das ist bekannt, liegen der Eintracht nicht besonders, sie sind unangenehm zu bespielen.

Trainer Hütter: Taktik der SGE gegen Augsburg zahlt sich aus

Trainer Hütter hatte erneut auf seine bewährte 4-2-3-1-Taktik zurückgegriffen und das Mittelfeld mit den beiden Arbeitern Kohr und Ilsanker bestückt. Die räumten zwar rustikal ab, für den Spielaufbau fühlen sich beide aber von Natur aus nicht so zuständig, obwohl das Kohr mit zunehmender Spieldauer besser gelingen sollte. Die Folge war zunächst: Nach vorne ging wenig bis nichts, André Silva konnte einem als einzige Spitze in der Viererabwehrkette der Augsburger fast leidtun, gescheite Bälle bekam der Portugiese nicht. Einmal kurz vor der Pause, kam er zum Schuss, eine sichere Beute von Torwart Tomas Koubek. Spielerisch war das anfangs aus Frankfurter Sicht eher dünn. Viel zu selten wurde versucht zu kombinieren, den Ball laufen zu lassen. Dafür stand die Mannschaft wieder sehr kompakt, wirkte taktisch diszipliniert, wartete in aller Ruhe ab, überließ den Augsburgern das Spiel. Das sind die Schwaben eigentlich nicht gewohnt, in der Regel haben sie unter 40 Prozent Ballbesitz.

Eintracht Frankfurt: SGE überlegen gegen Augsburg

Spätestens mit dem 1:0 war die Hütter’sche Taktik aufgegangen, die Führung gab den Hessen Selbstvertrauen. Zudem erwies sich die Einwechselung von Hasebe belebend. Der Japaner gab dem Spiel deutlich mehr Struktur. Doch das hätte alles nichts genutzt, wenn Kevin Trapp nicht wieder in den entscheidenden Momenten auf dem Posten gewesen wäre. Der Nationaltorwart war es, der die Eintracht im Spiel hielt, der überragend die Schüsse von Ruben Vargas (9.), Florian Niederlechner (40.) und Alfred Finnbogason (45.) abgewehrt hatte.

Und dann war es kurz nach Wiederanpfiff erneut Timothy Chandler (48.), der das 2:0 nach einer Ecke von Filip Kostic per Kopf erzielte und damit für eine Vorentscheidung sorgte. „Ein unglaubliches Gefühl“, sagte Chandler. Der Treffer hätte kaum zu einem besseren Zeitpunkt fallen können, zumal wenige Minuten später Silva mit dem 3:0 (56.), erneut per Kopf und nach Vorarbeit von Kostic den Deckel drauf machte. Mit diesen beiden Kopfballtoren ist Eintracht Frankfurt auch das Team, das die meisten Treffer, nämlich zehn, mit dem Schädel erzielt hat.

Danach spielte die Eintracht die Partie sehr seriös nach Hause, ohne noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu kommen. Im Gegenteil: In den letzten beiden Minuten schraubte Kostic (88. und 90.) das Ergebnis sogar noch auf 5:0 – und Goncalo Paciencia, kurz zuvor eingewechselt, war einen Augenblick verärgert: Auch er hätte den Ball zum 5:0 ins leere Tore schieben können, Kostic war aber schneller.

Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Eintracht Frankfurt hat einem Medienbericht zufolge ein Auge auf einen 20 Jahre alten Shootingstar aus der Serie A geworfen. Doch die Konkurrenz ist groß.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare